Di., 27.03.2018

Nach Fällen in Lashorst und Blasheim brennt es nun in Hedem – Polizei geht von Brandstiftung aus Schon wieder: Hochsitz geht in Flammen auf

Dieser Hochsitz an der Hedemer Straße Höhe Wasserwerk ist am Sonntag, 25. März, abgebrannt.

Dieser Hochsitz an der Hedemer Straße Höhe Wasserwerk ist am Sonntag, 25. März, abgebrannt. Foto: Eva Rahe

Von Eva Rahe

Hedem/Blasheim (WB). Eine Brandserie an Hochsitzen beschäftigt derzeit die Polizei. Unbekannte haben am Sonntag den Jagdsitz östlich der Hedemer Straße angezündet. Der hölzerne Bau, der in der Nähe eines kleinen Wäldchens liegt, wurde zerstört. Bereits Anfang März waren ein Hochsitz in Lashorst und ein Hochsitz zwischen Blasheim und Hedem in Flammen aufgegangen. Die Polizei geht in allen Fällen von Brandstiftung aus.

Den jüngsten Brand am Sonntagmorgen in Hedem bemerkte Ortsheimatpfleger Friedhelm Koch. Der betroffene Hochsitz liegt in Sichtweite seines Hauses, gegenüber vom Wasserwerk in »Hübners Tannen«.

Nach Einschätzung von Helmut Schell-Steven, der einer von drei Jagdpächtern in Hedem ist, muss der Hochsitz zwischen sechs und sieben Uhr in der Früh angesteckt worden sein. Für Helmut Schell-Steven ist klar, dass es sich bei den Tätern um Jagdgegner handelt. »Da es der dritte Hochsitz in Folge ist, kommt ein anderes Motiv kaum in Frage«, sagt er. Zudem sei das Gelände nicht leicht zugänglich, man müsse sich schon einen Weg über den Ackerstreifen oder durchs Gebüsch bahnen.

Unverständnis bei Jagdpächter

Das Unverständnis gegenüber der Tat ist bei Helmut Schell-Steven groß. Natürlich würden Hochsitze zum Beobachten des Wildes und auch zum Erlegen von Tieren genutzt, aber gerade dieser Hochsitz hätte auch zur Hege und Pflege von Tieren gedient. Für den ungeübten Beobachter sei nicht zu erkennen gewesen, dass am Hochsitz eine Fledermaus-Wohnung angebracht war. Deren Domizil war hinter einer doppelten Seitenwand versteckt. »Die Tiere nehmen solche künstlichen Behausungen gerne an, da heute viele alte Gebäude und Bäume, in denen sie Schutz suchen könnten, verschwinden«, erklärt der Jagdpächter. Und weiter sagt er: »Wenn jemand zu mir kommt, um über die Jagd zu diskutieren, nehme ich das gerne an, aber einfach etwas anzuzünden, dass ist für mich ziemlich unverständlich.«

Auch das Gefahrenpotenzial sei nicht zu unterschätzen. Noch sei das Unterholz nass, aber wenn es im Frühjahr und Sommer erst mal richtig trocken sei, dann könne durch Feuer auch schnell ein Flächenbrand entstehen, sagt Helmut Schell-Steven. Die Hedemer Jägerschaft hat inzwischen bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

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