Fr., 13.07.2018

Gremien diskutieren über Rabatt für engagierte Ehrenamtliche Nutzung des Jugendtreffs wird teurer

Der Jugendtreff an der Langenhegge kann auch von Privatpersonen für Veranstaltungen für Kinder (Kindergeburtstage) genutzt werden.. Die Preise dafür werden angehoben. Einen Rabatt soll es für Inhaber der Ehrenamtskarte geben.

Der Jugendtreff an der Langenhegge kann auch von Privatpersonen für Veranstaltungen für Kinder (Kindergeburtstage) genutzt werden.. Die Preise dafür werden angehoben. Einen Rabatt soll es für Inhaber der Ehrenamtskarte geben. Foto: Kai Wessel

Von Arndt Hoppe

Preußisch Oldendorf (WB). Wer das Jugendzentrum Langenhegge für Veranstaltungen mit Kindern mieten möchte, muss künftig mehr bezahlen. Neu ist, dass Inhaber der Ehrenamtskarte, die der Kreis bald ausgeben wird, Vergünstigungen bekommen sollen. Das hat der Rat der Stadt Preußisch Oldendorf am Mittwoch beschlossen.

Das neue Entgelt für Veranstaltungen mit Kindern (zum Beispiel Kindergeburtstage) soll nun bei halbtägiger Nutzung 30 Euro betragen und für einen ganzen Tag 50 Euro. Über die Einführung eines 50-prozentigen Rabatts für Menschen, die sich in besonderer Weise im Ehrenamt engagieren, waren sich die Fraktionen durchaus nicht einig. Sowohl im Sozialausschuss als auch im Haupt- und Finanzausschuss war über das Thema bereits teils kontrovers diskutiert worden.

Pro und Contra zum Rabatt

Herbert Weingärtner (CDU) sprach sich schon im Haupt- und Finanzausschuss gegen den Rabatt aus, weil die Ehrenamtlichen jeweils für eine ganze Gruppe Buchungen vornehmen würden, etwa zur Anmeldung von Kindergeburtstagen. »Das ist aus meiner Sicht nicht der Sinn der Ehrenamtskarte. Sie soll eine Vergünstigung sein, die dem Einzelnen zugute kommen soll. Wir tragen den Beschluss so nicht.«

Uwe Ramsberg (SPD) hielt dem entgegen: »Es geht ums Prinzip: Wie achte ich das Ehrenamt in Preußisch Oldendorf?« Wenn man die Leistungen veranschlage, die ein Ehrenamtler für die Stadt und die Gesellschaft erbringe, da werde der Stadt mit diesem 50-Prozent-Nachlass kein Schaden entstehen. Jan Hendrik Maschke (SPD) schoss noch einmal gegen die Bewilligung von 56.000 Euro jährlich für die Sozialarbeiterstelle für Integration: »Die Summe muss offenbar nur groß genug sein, damit Dinge durchgewunken werden.« Die Streichung des Rabatts aus dem Beschlussvorschlag werde die SPD nicht mitmachen. Schließlich komme sie den Familien zugute, die auf den Ehrenamtler in der Zeit seines Engagements verzichten müsste.

Keine Vergünstigungen für Feuerwehrkameraden

Edgar Hensel, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, sagte im Hauptausschuss, er empfinde es als einen Schlag ins Gesicht seiner Kameraden, wenn dieser Rabatt gewährt werde: »Wir haben schon mehrfach Vergünstigungen für unsere Löschgruppenmitglieder beantragt, und nie welche bekommen. Dabei sind sie rund um die Uhr – 365 Tage im Jahr – einsatzbereit.« Jan Hendrik Maschke kritisierte die Regeln für die Ehrenamtskarte, nach denen Bereitschaftszeiten der Feuerwehrleute nicht anzurechnen seien.

Der Rat stimmte letztlich für die Entgeltsteigerung inklusive Rabatt mit einer Mehrheit von 13 Ja- zu acht Nein-Stimmen.

Stellen werden entfristet

Darüber hinaus stimmte der Rat dafür, zwei Sozialarbeiterstellen unbefristet einzurichten. Einstimmig (bei einer Enthaltung) fiel die Entscheidung für eine halbe Schulsozialarbeiter-Stelle aus. Damit sind jährliche Kosten von 27.000 Euro verbunden. Für die Entfristung der vollen Stelle für die Integrationsarbeit (Kosten von 56.000 Euro), die bisher für zwei Jahre durch Fördergelder finanziert wurde, stimmten 22 Ratsmitglieder, drei dagegen und zwei enthielten sich.

Außerdem kam noch einmal das reparaturbedürftige Feuerwehrfahrzeug zur Sprache, über das im Hauptausschuss diskutiert worden war. Bürgermeister Steiner erläuterte, dass die Reparaturkosten für das HLF 20 in den vergangenen zwei Jahren nicht 50.000 Euro betragen hätten, wie Jan Hendrik Maschke gemeint hatte, sondern etwa 41.000 Euro. Zu Maschkes Vorwurf, der Fachausschuss hätte früher über die Mängel informiert werden müssen, sagte der Bürgermeister: »Es gab eine größere Reparatur an einer Pumpe, für die zunächst 15.000 Euro veranschlagt waren, die letztlich aber 28.000 Euro kostete. Wie es bei überplanmäßiger Ausgabe üblich ist, ist der Ausschuss sehr wohl darüber in Kenntnis gesetzt worden.«

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