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Di., 26.09.2017

Preußisch Ströhen feiert Jubiläum des Gotteshauses mit Festumzug »Hier ist die Kirche Teil des Dorfes«

Mit der Kirche voran: Mehrere Hundert Einwohner waren an dem etwa 700 Meter langen Festumzug beteiligt.

Mit der Kirche voran: Mehrere Hundert Einwohner waren an dem etwa 700 Meter langen Festumzug beteiligt. Foto: Anja Schubert

Von Anja Schubert

Rahden/Preußisch Ströhen (WB). 160 Jahre Immanuelkirche, 170 Jahre Kirchengemeinde: für die Pr. Ströher Dorfbevölkerung gleich doppelter Grund zum Feiern. Damit, dass die Festvorbereitungen zum Selbstläufer werden würden, hätte niemand und schon gar nicht die Organisatoren um Sven Borcherding gerechnet.

Die Preußisch Ströher ließen es richtig krachen. Es gab fast keinen Verein und keine dörfliche Institution, die sich nicht an dem Fest beteiligt hatte. Jeder, der dabei sein wollte, hatte einen Weg gefunden. Der Festzug von etwa 700 Metern Länge

machte sich durch das Dorf auf den Weg zur Reithalle, wo am Nachmittag das bunte Festprogramm begann. Er setzte sich aus liebevoll geschmückten imposanten Erntewagen, Bollerwagen und historischen Gefährten zusammen, wurde angeführt von einem Kirchennachbau auf einem Wagen und dem Spielmannszug des Schützenvereins.

Freude über die Beteiligung

»Das treibt mir Freudentränen in die Augen«, sagte Borcherding beim Anblick der Fülle an Festwagen und Menschenmassen auf dem Festplatz. Er war ebenso überwältigt wie Pfarrer Roland Mettenbrink.

»Es ist schier gewaltig, was durch das Jubiläum entstanden ist«, gab es immer wieder anerkennende Worte – auch von den Menschen, die den Umzug säumten. Auf dem Sportgelände war mit Infoständen, Essen, Trinken und Kinderbelustigung für Abwechslung gesorgt, während das Bühnenprogramm mit verschiedenen Punkten einen lebendigen Querschnitt des Kirchenlebens und dessen tiefe Verwurzelung in der Dorfgemeinschaft widerspiegelte. Videos, Musik und Gesang, Anekdoten aus dem historischen Kirchenleben sowie Grußworte von Bürgermeister Bert Honsel und Rahdens Pfarrer Udo Schulte, verpackt in Kurzinterviews, mündeten nach zwei Stunden in das Finale.

Dorf rückt zusammen

»Es ist genau das passiert, was wir uns gewünscht haben, nämlich dass das Dorf noch enger zusammenrückt«, resümierten Borcherding sowie das Moderatorenduo Bianca Winkelmann und Simone Bollhorst. Das Event endete mit einem eigens auf Preußisch Ströhen umgeschriebenen Lied, das zur neuen Dorfhymne werden könnte.

»Man merkt: Hier ist die Kirche im Dorf und mehr noch, hier geht Kirche mit der Botschaft raus zu den Menschen, um die Botschaft Gottes zu verkünden«, fand Präses Anette Kurschus lobende Worte für das Zusammenwirken von Kirche und Weltlichkeit. Viel Applaus erhielt die oberste Kirchenfrau der Westfälischen Landeskirche für ihre Predigt, in der sie appellierte, aus den Kirchenmauern herauszutreten.

»Das ganze Dorf nimmt mit zweifacher Blickrichtung Anteil am Jubiläum – mit Dankbarkeit zurückblickend, aber auch hoffnungsvoll nach vorn, indem die Dorfbevölkerung ihre Kirchengemeinde stützt, auch mit einem Fest wie diesem«, gratulierte Superintendent Dr. Uwe Gryczan, der Pfarrer Mettenbrink eine Jubiläumsurkunde überreichte.

Als Dank für das Engagement lädt die Kirchengemeinde Preußisch alle am Fest Beteiligten für den kommenden Sonntag, 1. Oktober, ab 11 Uhr zum Erbsensuppe-Essen ein.

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