Do., 08.03.2018

17. Schlaganfall-Info-Tour durch den Altkreis erreicht mehr als 5000 Menschen Aufklären, untersuchen – überleben

Nur ein kleiner Pieks und Ingeborg Grube wusste, dass alles im »grünen Bereich« ist. Initiator Paul Gauselmann (von links), Rahdens stellvertretender Bürgermeister Wilhelm Kopmann, Stadtsparkassenvorstand Hartmut Jork, Prof. Dr. Peter Schellinger (Klinikum Minden) und Dr. Georg Backhausen zogen in der Stadtsparkasse Rahden eine positive Bilanz für die aktuelle Schlaganfalll-Info-Tour.

Nur ein kleiner Pieks und Ingeborg Grube wusste, dass alles im »grünen Bereich« ist. Initiator Paul Gauselmann (von links), Rahdens stellvertretender Bürgermeister Wilhelm Kopmann, Stadtsparkassenvorstand Hartmut Jork, Prof. Dr. Peter Schellinger (Klinikum Minden) und Dr. Georg Backhausen zogen in der Stadtsparkasse Rahden eine positive Bilanz für die aktuelle Schlaganfalll-Info-Tour. Foto: Anja Schubert

Von Anja Schubert

Rahden/Altkreis Lübbecke (WB). Was vor 17 Jahren als Aktion zur Sensibilisierung für die Volkskrankheit schlechthin begann, erfreut sich heute mehr denn je großer Nachfrage: Bei der dreiwöchigen Schlaganfall-Info-Tour, die noch bis zum Ende der Woche von der Sparkasse Minden-Lübbecke und der Stadtsparkasse Rahden angeboten wird, haben sich erneut etwa 300 Bürger untersuchen lassen.

Beim Ortstermin zum Abschluss der diesjährigen Aktionswochen in Rahden ließ es sich Prof. Dr. Peter Schellinger, Direktor der Klinik für Neurologie am Klinikum Minden, nicht nehmen, auf die Dringlichkeit einer solchen Schnellvorsorge aufmerksam zu machen. »Mehr als 5000 Menschen im Altkreis konnten während dieser 17. Tour untersucht und aufgeklärt werden«, freute sich Dr. Georg Backhausen, der die Untersuchungen in den Geschäftsstellen der Banken seit Jahren durchführt. Pro Tour würden etwa 300 Personen untersucht. 10 bis 20 Prozent seien »Wiederholungstäter«, konnte der Mediziner feststellen.

Die Ergebnisse wiesen die übliche Streuung auf. Etwa ein Drittel der untersuchten Personen lag im stark gefährdeten Bereich. »Es gab in den vergangenen Jahren immer mal wieder Fälle, bei denen wir zum Klinikaufenthalt geraten haben«, erinnert sich Backhausen. Vor allem stark erhöhter Blutdruck sei eine Gefahrenquelle.

Viele junge Menschen lassen sich testen

Zu hoher Blutdruck und zu hohe Cholesterinwerte seien neben zu wenig Bewegung die hauptsächlich zutage getretenen Risikofaktoren. Erfreulich sei es gewesen, dass auch wieder zahlreiche jüngere Berufstätige die eigens für sie eingerichteten Abendsprechstunden genutzt hätten, sagte Backhausen: »Gerade diese Menschen, die nicht regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen zum Arzt gehen, wollten wir hiermit erreichen. Selbst ganz junge Erwachsene sind vor einem Schlaganfall nicht gefeit.«

Die Nachfrage sei erneut größer gewesen »als die Anzahl der Termine, die wir vergeben konnten«, betonte Annette Grewe (Stadtsparkasse Rahden). Initiator Paul Gauselmann stellte heraus: »Die Aktion soll vor allem eines: für das Thema Schlaganfall sensibilisieren. Jeder Bürger kann sein Schlaganfallrisiko jederzeit kurz und schmerzlos bei seinem Hausarzt untersuchen lassen und sollte diese Chance nutzen.« Die Schlaganfall-Info-Tour solle »lediglich ein Anreiz sein, sich aufzuraffen«.

Ein Test zur Ermittlung des Schlaganfallrisikos dauert nur 15 Minuten. Es werden Blutdruck-, Cholesterin- und Glukosewerte gemessen sowie eine Gewichtsanalyse durchgeführt – »beim Hausarzt ebenso wie hier vor Ort«, sagte Georg Backhausen.

Es hat sich viel getan

In den vergangenen Jahren habe sich in der Schlaganfalltherapie viel getan, betonte Peter Schellinger. Das Klinikum Minden sei bei vielen Schlaganfall-Behandlungsmaßnahmen erste Anlaufstelle, auch über das Kreisgebiet hinaus. Schellinger: »Nicht nur die Sterberate wurde in den vergangenen 20 Jahren quasi halbiert, auch die Behinderungsrate hat stark abgenommen.« Dies sei auch einer besseren Behandlung und Beachtung von Risikofaktoren geschuldet. »Es ist enorm, was diese Aktion bewirkt hat«, freute sich Stadtsparkassenvorstand Hartmut Jork.

Ebenso wichtig wie die Sofortmaßnahmen und die Behandlung eines Schlaganfalls sei die Nachsorge, machte Sigrid Krueger-Young vom Schlaganfallbüro am Klinikum Minden deutlich. Sie erteilt – genau wie PariSozial in Minden – Interessierten bei Bedarf Informationen. »Es gibt mittlerweile einige Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige. Es ist wichtig, in der Gemeinschaft zu erfahren, dass es anderen genauso geht wie einem selbst.«

Rahdens stellvertretender Bürgermeister Wilhelm Kopmann dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz sowie den Kreditinstituten für die Bereitstellung der Räume zur Durchführung der Tests.

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