Fr., 18.05.2018

Mitarbeiterin des Tierparks Ströhen zieht Lemurenbaby mit der Flasche auf »Jetzt braucht die Kleine einen Namen«

Tierpflegerin Frauke Niehus hat das kleine Katta-Mädchen wieder hochgepäppelt. Jetzt muss es noch von den übrigen Tieren wieder in die Gruppe aufgenommen werden.

Tierpflegerin Frauke Niehus hat das kleine Katta-Mädchen wieder hochgepäppelt. Jetzt muss es noch von den übrigen Tieren wieder in die Gruppe aufgenommen werden. Foto: Tierpark

Rahden/Wagenfeld-Ströhen (WB). Zu einer »Katta«-strophe ist es im Tierpark Ströhen gekommen: Bereits im März waren dort Katta-Babys zur Welt gekommen. Die Mutter kümmerte sich bis vor wenigen Tagen vorbildlich um ihre beiden Babys, doch Tierpflegerin Frauke Niehus fand jetzt eines der beiden Katta-Kinder reglos am Boden.

»Warum die Mutter sich plötzlich nur noch um eines der Jungtiere kümmerte, können wir nicht mit Gewissheit sagen. Wir vermuten, dass sie eventuell zu wenig Milch hatte, um beide Kinder ausreichend zu versorgen.«, sagt Niehus. Zu Anfang stand es nicht gut um das kleine Kattamädchen. Völlig ausgehungert und entkräftet zog es bei der Tierpflegerin ein.

Kritischer Anfangszustand

»Wir hatten große Sorge, ob das Lemur-Mädchen durchkommt. Es muss in der Nacht schon eine ganze Weile ohne Milch gewesen sein und ohne die Obhut der Mutter, die sie neben der Milch auch mit Wärme und Geborgenheit versorgt, hat die Kleine sehr schnell abgebaut.«, erläuterte Tierparkchef und Tierarzt Dr. Nils Ismer.

Zunächst versorgte Frauke Niehus das kleine Kattamädchen alle zwei Stunden tröpfchenweise mit Milch. Mehr konnte das Jungtier nicht zu sich nehmen. Es war völlig entkräftet und teilnahmslos. Sein Zustand verbesserte sich jedoch von Tag zu Tag, es wurde immer agiler und munterer und der Hunger stellte sich auch wieder ein.

»Inzwischen bekommt es ihre Milch alle drei bis vier Stunden aus der Flasche« erzählt Niehus, erleichtert darüber, dass sich der kleine Lemur auf einem guten Weg befindet »Und wenn ich Nachts mal nicht ganz pünktlich wach bin, fordert sich die Kleine ihre Mahlzeit auch schon mit deutlichem Fiepen«, freut sich Frauke Niehus schmunzelnd über die gute Entwicklung.

Kattamädchen kommt jeden Tag in den Tierpark

Mittlerweile ist das kleine Kattamädchen so fit, dass es ihre Ersatzmutter morgens in den Tierpark zur Arbeit begleitet. Hier wohnt das Jungtier tagsüber gleich neben dem Katta-Stall und bekommt alle drei bis vier Stunden ihre Mahlzeit.

»Bei der Lemuren-Verwandtschaft waren wir auch schon zu Besuch. Die freut sich zwar, wenn sie das Kleine sieht, aber versorgt wird das Jungtier von der Mutter nicht mehr. Mit den regelmäßigen Besuchen möchten wir vermeiden, dass sich unser Zögling zu sehr auf den Menschen prägt. So weiß er, dass er kein Mensch, sondern ein Katta ist. Das soll auch so bleiben und macht die spätere Integration in die Lemurengruppe deutlich einfacher«, erklärt Niehus weiter.

Die folgenden vier Monate wird das kleine Lemurenmädchen noch von seiner Ersatzmutter versorgt, bevor es mehr und mehr an feste Nahrung, wie Obst und Gemüse, gewöhnt wird. Dann kann es hoffentlich bald in die Lemurengruppe im Tierpark Ströhen einziehen. Bei der Tierkindertaufe im Sommer (der Termin für die Veranstaltung wird noch bekannt gegeben) lässt sich hoffentlich ein schöner Name für das kleine Kattakind finden, hoffen die Pflegerin und die Tierparkbetreiber.

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