Fr., 13.07.2018

Schüler der Stemweder-Berg Schule besuchen Biogasanlage und Haldemer Steinbruch Naturwissenschaften in der Praxis erlebt

Stemwede (WB). Außerschulische Lernorte werden für die Stemweder-Berg-Schule immer wichtiger. So besichtigten jetzt Schüler die Biogasanlage in Wehdem und den Haldemer Steinbruch, wo sie sich über Fossilien informieren ließen.

Im Zuge des Lehrplans Physik in Jahrgangsstufe 9 mit dem Thema »Energiegewinnung durch Kraftwerke«, besuchte Physiklehrer Dr. Joachim Weiffen mit dem Physikkurs eine ganz in der Nähe der Schule befindliche Biogasanlage der Familien Schlechte und Angelbeck. Mitbetreiber Guido Angelbeck begrüßte die Jungen und Mädchen auf dem riesigen Hof der »Wehdemer Biogas GmbH & Co KG«, wie der genaue Name lautet, und leitete die Besichtigung ein.

Anlage versorgt Schule mit Wärme

Diese Anlage versorgt die Stemweder-Berg-Schule sowie etliche angrenzende Häuser direkt mit Wärme aber auch mit elektrischem Strom, der allerdings erst ins öffentliche Netz gespeist wird.

Wie Angelbeck erklärte, funktioniert die Biogasanlage wie eine Kuh: sie frisst ständig Maissilage und hinten raus kommt das Methan. Der »Speiseplan« der Biogasanlage ist von Behörden vorgegeben und muss von den Betreibern genauestens eingehalten werden – es sind hier 65 Prozent Mais und 35 Prozent Gülle. Andere Biogasanlagen haben andere »Speisekarten«. Da die »Riesenkuh« kontinuierlich jede halbe Stunde gefüttert werden muss und insgesamt im Monat 800 Tonnen Mais verbraucht, verwunderte es die jungen Gäste nicht, dass sich gleich am Eingang des Hofes eine riesige Maissilage befindet.

Gärreste sind Dünger

Der Mais wird mit Teleskop-Ladern zu einer Vorgrube gebracht und mit diversen chemischen Zusatzstoffen versehen, bevor er mit einem Förderband und Beimengungen von Gülle in einen der vier Gärbehälter, auch Fermenter genannt, transportiert wird. Je nach Gärzustand werden die Inhalte der Gärbehälter weiterbefördert, bevor die Gärreste als sogenanntes Substrat von den Landwirten wieder als Dünger abgeholt und auf die Felder ausgebracht werden.

Im letzten Gebäude der Anlage, das die Schüler besichtigten, wird das Biogas durch Generator-Turbinen in elektrischen Strom umgewandelt. Alle Messdaten laufen in einem Rechner zusammen und dienen der kontinuierlichen Kontrolle wie auch Steuerung.

Sehr beeindruckend waren die Größe und die technische Komplexität der Anlage – überall waren Leitungen und Schaltungen zu entdecken. Jeder Prozess der Biogasanlage werde aufgezeichnet und bei behördlichen Prüfungen gesichtet, sagte Angelbeck.

Im »Archäologen-Fieber«

Fossilien – versteinerte Tiere und Pflanzen – sind für Archäologen ein Weg, die Evolution und Geschichte zu erklären. Dies erlebten jetzt zum ersten Mal auch die Schüler der Klasse 5a und des Wahlpflichtkurses Naturwissenschaft der Stemweder-Berg-Schule. Die Lehrer Edda Graue und Dr. Joachim Weiffen nahmen die Schüler mit auf den Weg in die Vergangenheit: Es ging in den Haldemer Steinbruch.

»Jeder Schüler entdeckt hier etwas. Man muss die Steine oft nur umdrehen und schon findet man eine versteinerte Muschel oder anderes Getier«, erklärte Edda Graue.

Gleich zu Beginn packte die Schüler das »Archäologen-Fieber«: Kevin Neltner und Tom Leicht fanden jeweils einen Teil eines versteinerten Ammoniten (versteinerte Schnecke). Das spornte natürlich alle anderen Schüler an und so suchten sie noch gründlicher: Stein umdrehen, eventuell mal mit dem Hammer draufhauen und schon fand man eine Muschel oder einen Teil davon. Die Schüler waren begeistert, denn jeder entdeckte etwas. Falls keiner etwas abbekam, hatte Edda Graue noch »Reserven« dabei.

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