Fr., 17.02.2017

Strecke Altenbeken-Paderborn wird im Mai gesperrt – ab 2018 Brückensanierungen Bahnfahrer brauchen gute Nerven

Über den Viadukt in Altenbeken werden vom 5. Mai an erstmal keine Züge mehr fahren.

Über den Viadukt in Altenbeken werden vom 5. Mai an erstmal keine Züge mehr fahren. Foto: Bernhard Liedmann

Von Dietmar Kemper

Altenbeken/Bielefeld (WB). Bahnfahrer in OWL müssen sich in diesem und den nächsten Jahren auf massive Behinderungen einstellen. Bereits in diesem Jahr wird die Strecke Altenbeken-Paderborn vom 5. Mai bis zum 14. Juni gesperrt.

Nach Angaben des Nahverkehrsverbandes Westfalen-Lippe (NWL) werden Gleise und Weichen ausgewechselt. Konkret bedeutet das, dass diejenigen, die mit der S5 von Paderborn Richtung Hannover-Flughafen reisen wollen, zwischen Paderborn und Altenbeken in Busse umsteigen müssen.

Von 2018 an auch die anderen OWL-Kreise betroffen

Dasselbe gilt für Fahrgäste der Regionalbahn 72 zwischen Paderborn und Herford und der RB 84/85 von Paderborn nach Göttingen. In Altenbeken soll es dann per Zug weitergehen. Dagegen enden in der Bauphase der Regionalexpress 11 von Düsseldorf nach Kassel und die Regionalbahn 89 von Münster nach Warburg in Paderborn. Dort sollen dann bis zum Zielort Busse eingesetzt werden.

Von 2018 an sind auch die anderen Kreise in OWL betroffen. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Ostwestfalen-Lippe ( VVOWL ), Ludger Siemer , sagte dem WESTFALEN-BLATT: »Sowohl auf der Hauptachse zwischen Brackwede und Herford als auch auf den beiden lippischen Strecken von Lage Richtung Bad Salzuflen und von Lage nach Oerlinghausen wird es ab Mitte 2018 und 2019 zu gravierenden Einschränkungen bis hin zu monatelangen Sperrungen kommen.« Der Hauptgrund sei die Sanierung der teilweise 100 Jahre alten Brücken. Phasenweise stünden dann nur die Hälfte der Gleise zur Verfügung. Welche Strecken wie betroffen sind, werde von den Verkehrsunternehmen und dem NWL gerade mit der DB Netz AG besprochen, sagte Siemer.

Elektronisches Stellwerk für 32 Millionen Euro

Kleiner Trost: Probleme, die mit der Modernisierung von Stellwerken verbunden sind, bleiben der Region erst einmal erspart. In Wuppertal wird für 32 Millionen Euro ein elektronisches Stellwerk gebaut, das drei ältere ersetzt. Das hat zur Folge, dass in den kommenden Oster- und Sommerferien in Wuppertal kein Zug fahren wird. »Die Stellwerke in OWL arbeiten einwandfrei – wenn nur die Züge pünktlich wären«, sagte Willi Wächter vom Fahrgastverband Pro Bahn OWL. Für die Region ist das 2012/2013 modernisierte Stellwerk in Lage von zentraler Bedeutung. Von dort aus werden zum Beispiel die Weichen und Signale für die Sennebahn zwischen Bielefeld und Paderborn und den Haller Willem zwischen Osnabrück und Bielefeld gestellt.

In NRW regeln 401 Stellwerke den Verkehr, 50 von ihnen sind auf den modernsten, den elektronischen Standard umgerüstet. Bis 2020 will die Bahn etwa 660 Millionen Euro in die Modernisierung investieren. Größere Baumaßnahmen an Bahnhöfen in OWL stehen nach Angaben von Pro Bahn nicht an. Alle hätten inzwischen Fahrstühle und seien behindertengerecht ausgestattet. Dafür werden Weichen und Brücken Fahrgäste auf eine Geduldsprobe stellen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4648636?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851060%2F