Do., 08.03.2018

Sollte es zur Entschärfung kommen, dann wird das Wochenende anvisiert Bombenfund? Altenbeken bereitet mögliche Evakuierung vor

Im Zusammenhang mit dem Bau des elektronischen Stellwerks in Hamm werden derzeit Gleisarbeiten in Viaduktnähe in Altenbeken durchgeführt. »Viadukt und Bahnhof waren während des Zweiten Weltkrieges erheblichen Angriffen ausgesetzt.

Im Zusammenhang mit dem Bau des elektronischen Stellwerks in Hamm werden derzeit Gleisarbeiten in Viaduktnähe in Altenbeken durchgeführt. »Viadukt und Bahnhof waren während des Zweiten Weltkrieges erheblichen Angriffen ausgesetzt. Foto: Jörn Hannemann

Altenbeken (WB). Ist es eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg? Altenbeken bereitet sich auf eine mögliche Evakuierung vor: »Obwohl eher unwahrscheinlich, könnte der bei Gleisbauarbeiten gefundene Metallgegenstand ein Bombenfund sein«, heißt es von der Gemeinde.

Im Zusammenhang mit dem Bau des elektronischen Stellwerks in Hamm werden derzeit Gleisarbeiten in Viaduktnähe in Altenbeken durchgeführt. »Viadukt und Bahnhof waren während des Zweiten Weltkrieges erheblichen Angriffen ausgesetzt, so dass für einige Arbeiten zuvor Bodenuntersuchungen erforderlich wurden, um eine Kampfmittelgefährdung auszuschließen«, so die Gemeinde

An einer Stelle wurden demnach jetzt geomagnetische Signale, verursacht durch ein größeres Metallteil im Boden, festgestellt. Dabei könne es sich um irgendein vergrabenes Eisenstück handeln, was wahrscheinlich ist, oder eben um einen Bombenfund.

Die Fundstelle selbst sei nur mit einem speziellen Schienenbagger erreichbar. Dafür müsse die Strecke gesperrt sein. Um den Zugverkehr so wenig wie möglich zu beeinflussen, untersuchen Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes die Fundstelle in der Nacht von Samstag (10. März) auf Sonntag (11. März).

»Nach Expertenmeinung ist es eher unwahrscheinlich, dass es sich bei dem Fund um eine Bombe handelt. Auszuschließen ist es freilich nicht und so bereitet sich die Gemeinde Altenbeken auf eine mögliche Evakuierung vor«, heißt es in der Mitteilung.

Das passiert im Falle einer Entschärfung:

Betroffene Gebäude

Folgende Gebäude wären bei einer Evakuierung betroffen: Am Kalkofen 2, 4, 6, 20 - 24; Am Stapelsberg , 4, 6, 37 - 41, 43, 45, 47 - 65, 66 - 67, 69, 71, 73; Wienackerstraße1, 3, 5, 9, 11, 13, 15, 17, 19, 21; Alter Kirchweg 7, 7a, 8 - 12, 14 - 18, 20, 22 - 23, 25 - 27, 29 - 30, 33, 36, 38, 40, 42, 44; Badestraße 1 - 5, 7, 11, 13, 15; Winterbergstraße 2; Adenauerstraße 1a-1c, 2, 2a, 3 - 5, 7 - 8, 8a, 9 - 10, 15 - 17, 17a, 18 - 20, 20a, 21 - 24, 24a, 25 - 26, 26a, 27a, 28, 28a - 28b, 30 - 31; Am Lindenhof 1 - 6, 8, 10; Am Mühlenbach 1, 1a, 2 - 14, 16 - 19, 19a, 20, 22 - 26, 28, 31 - 37; Ortwaldstraße31, 33, 35, 40, 42, 44; Bollaes 1 - 2; Heinrich-Neuheuser-Weg 8 - 10, 16 - 18

Nur für den Fall, dass es sich um eine Bombe handelt, ist eine Entschärfung durch den Kampfmittelräumdienst notwendig. Damit ist ab Sonntag ab 9 Uhr zu rechnen. Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden dann Betroffene zum Verlassen ihrer Wohnung oder ihres Arbeitsplatzes auffordern. »Hierbei handelt es sich nicht um eine Bitte, sondern um eine Anordnung, der Betroffene zu Ihrer eigenen Sicherheit Folge leisten müssen«, betont die Gemeinde und rät frühzeitig auf Lautsprecherdurchsagen zu achten.

Die Einsatzkräfte werden bei den Betroffenen klingeln und sie zum Verlassen Ihrer Wohnung auffordern, wenn es nötig ist. Diese sollten vorher Kraftfahrzeuge aus dem Bereich fahren, offene Feuerstellen löschen, Gashähne absperren und Heiz- und Kochgeräte ausschalten. Auch Tiere sollten aus dem Gefahrenbereich entfernt werden. Ob Betroffene zusätzliche Maßnahmen zum Schutz ihrer Vermögensgegenstände ergreifen wollen, liegt in ihrer eigenen Verantwortung.

Bis zur Entwarnung sollten Geschäfte/Firmen geschlossen bleiben. Der Bahn-, Bus-, Fahrzeug- und Fußgängerverkehr ist in den betroffenen Bereichen unterbunden, das gilt auch für Wander- und Radwanderwege.

Sammelplatz an ehemaliger Hauptschule

Für den Zeitraum der Entschärfung stellt die Gemeinde Altenbeken einen Sammelplatz in den Räumlichkeiten der ehemaligen Hauptschule am Gardeweg 7 in Altenbeken zur Verfügung, an dem sich Betroffene aufhalten können. Wie lange der Kampfmittelräumdienst für den Einsatz benötigt, kann im Vorfeld nicht gesagt werden. Betroffene müssen sich unter Umständen auf einen mehrstündigen Aufenthalt außerhalb Ihrer Wohnung einstellen.

Pflege- oder hilfebedürftige Personen können sich, sofern sie keine anderweitige Hilfe (Verwandte, Nachbarn etc.) in Anspruch nehmen können, an die Gemeinde wenden, damit sichergestellt werden kann, dass sie von den Rettungsdiensten evakuiert werden können.

Die Gemeinde wird an dieser Stelle fortlaufend informieren. Auch im Lokalradio (Radio Hochstift) wird über aktuelle Entwicklungen berichtet.

Hotline

Unter der Telefonnummer 05255/120099 hat die Gemeinde eine Hotline eingerichtet. Weitere Infos gibt es auch auf der Internetseite der Gemeinde.

Kommentare

Was könnte denn da vergraben sein? Eventuell eine Schatzkiste
oder eine alte Ritterrüstung aus dem fürstbischöflichen Besitz?
Da halte ich eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg für wahrscheinlicher.
Von der massiven Bombadierung Altenbekens zeugen noch einige
Krater, die man in der näheren Umgebung findet, auch in den Wäldern,
wo die überschüssigen Bomben abgeworfen wurden nach den Einsätzen.

1 Kommentare

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