Do., 28.12.2017

Stacheldraht in Bad Lippspringe soll entfernt werden Tierschützerin kritisiert LGS-Zaun

Der LGS-Zaun ist in Bodennähe mit Stacheldraht versehen.

Der LGS-Zaun ist in Bodennähe mit Stacheldraht versehen.

Bad Lippspringe (WB). Die Einzäunung des Gartenschaugeländes in Bad Lippspringe ist der Tierschützerin Gudrun Lumpp ein Dorn im Auge. Die Betreiberin des privaten Tierhortes »Albert Schweitzer« in Benhausen will erreichen, dass der Stacheldraht, der in Bodenhöhe entlang des Zaunes verläuft, umgehend entfernt wird.

Dieser stelle eine große Gefahr für Kleintiere, wie zum Beispiel Kaninchen dar. Lumpp verweist darauf, dass der Stacheldraht erst vor kurzem einem Igel zum Verhängnis geworden sei. Das Tier hätte so starke Verletzungen erlitten, dass es verendet sei.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Tierschützerin Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bad Lippspringes Bürgermeister Andreas Bee bei der Bezirksregierung in Detmold gestellt (WV vom 19. und 23. April 2016). Die Stadt wies damals darauf hin, dass der Stacheldraht verhindern solle, dass Wildtiere, zum Beispiel Wildschweine oder Rehe, den Zaun hochdrücken, auf das Landesgartenschaugelände gelangen und dort Schaden an den Blumen anrichten. Zudem, so Bee seinerzeit, sei das Vorgehen mit dem zuständigen Behörden, darunter auch die Forstbehörde, abgestimmt.

Gudrun Lump bezieht sich auf ein Schreiben von Landrat Manfred Müller (9. September 2016), an den sie sich mit ihrer Beschwerde ebenfalls gewandt hatte. Darin heißt es unter anderem, dass der Stacheldraht nach Beendigung der Landesgartenschau wieder beseitigt werden soll.

Gelände vor Tieren schützen

Gegenüber dem WESTFALEN-BLATT erklärte LGS-Geschäftsführer und Bad Lippspringes Bauamtsleiter Ferdinand Hüpping auf Nachfrage, dass es sich bei den schriftlichen Ausführungen des Landrates aus seiner Sicht »nur um einen Irrtum handeln« könne. »Es war zu dem Zeitpunkt längst klar, dass es zu einer zehnjährigen Einzäunung des Geländes kommen wird.«

Hüpping verweist auch darauf, dass die erforderlichen Genehmigungen bereits vorgelegen hätten. Der Kaiser-Karls- und Waldpark werde auch künftig mit entsprechendem finanziellem Aufwand hochwertig mit Pflanzen gestaltet, die wie schon während der LGS auch künftig vor Wildtieren geschützt werden müssten. »Es ist deshalb nicht erkennbar, aus welchen Gründen in Zukunft andere Anforderungen an die Ausführung des Zaunes zu stellen wären als im Jahr 2017. Erst wenn zum 31. Dezember 2026 die Genehmigungen auslaufen, ergeben sich andere Rahmenbedingungen.«

Wöchentliche Kontrollen

Hüpping erklärt, dass der Zaun seit 2015 kontinuierlich mehrmals wöchentlich kontrolliert werde. »Zu keinem Zeitpunkt wurden Behinderungen, Beeinträchtigungen, Verletzungen oder ähnliches von Tieren festgestellt.

Gleichzeitig hat sich das Einziehen einer Reihe Stacheldraht in Bodennähe als sehr wirksames Mittel erwiesen, die hochwertigen Anlagen vor potenziell schädigenden Tieren und Menschen zu schützen.«

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