Fr., 02.03.2018

Kommunikationstrainerin Beatrix Reininghaus stärkt Frauen in Bad Lippspringe Gekonnt kontern

Kommunikationstrainerin Beatrix Reininghaus (Mitte) während des Workshops »Schlagfertigkeit« auf Einladung des Pastoralverbundes Bad Lippspringe-Schlangen mit den Gemeindereferentinnen Christine Sosna (links) und Bettina Schmidt.

Kommunikationstrainerin Beatrix Reininghaus (Mitte) während des Workshops »Schlagfertigkeit« auf Einladung des Pastoralverbundes Bad Lippspringe-Schlangen mit den Gemeindereferentinnen Christine Sosna (links) und Bettina Schmidt. Foto: Rowena Hinzmann

Von Rowena Hinzmann

Bad Lippspringe (WB). »Frau Müller, so gute Arbeit habe ich gar nicht von Ihnen erwartet«, sagt der Chef zu seiner Mitarbeiterin. Völlig baff steht Frau Müller da, unfähig sich zu wehren oder gar schlagfertig zu kontern.

»Man spürt die Wut im Bauch und den Kloß im Hals, weil man einfach nicht passend reagieren kann«, beschreibt Kommunikationstrainerin Beatrix Reininghaus die Situation den mehr als 40 Frauen, die der Einladung des Pastoralverbundes Bad Lippspringe-Schlangen zum Workshop »Schlagfertigkeit« ins Forum Maria Marta gefolgt sind. Sie alle wollen wissen, wie sie in Zukunft in solchen Situationen schnell, angemessen und intelligent kontern.

Doch was hindert viele Frauen überhaupt daran, schlagfertig zu reagieren? Reininghaus kennt den Grund: »Frauen zwingen sich gerne in eine Art Harmonie-Korsett, in dem sie zu jedem nett und höflich sein wollen, aus Angst sonst nicht gemocht zu werden.« Jedoch sei häufig die Folge, nicht wirklich ernst genommen zu werden.

Sicheres Auftreten ist Voraussetzung für Schlagfertigkeit

Dabei ist laut Reininghaus die Grundlage für Schlagfertigkeit ein selbstbestimmtes und sicheres Auftreten. »Was letztendlich zählt ist, wie man zu dem, was man sagt, auftritt«, erklärt der Kommunikationsprofi auf Basis der vier Grundhaltungen nach dem amerikanischen Psychiater Eric Berne.

Es sind meist die so genannten Killerphrasen (typische Totschlagargumente), die zur absoluten Hilflosigkeit führen. Auf teils provokante, teils süffisante Weise stellt sie ihren Zuhörerinnen alltägliche Situationen vor, die allesamt eine spontane Reaktion abverlangen. Zum Beispiel: »Frau Müller, gehen Ihre Hormone mal wieder mit Ihnen durch?«

Gegenfragen entschärfen Killerphrasen

Als eine passende Reaktion schlägt Reininghaus vor, eine Gegenfrage zu stellen, um das Gespräch auf die Sachebene zurückzuholen und den Gesprächspartner selbst in Erklärungsnot zu bringen. »Was haben meine Hormone mit meiner sachlichen Kritik zu tun? Erklären Sie das bitte kurz«, sei zum Beispiel schlagfertig gegenüber dem herablassenden Chef.

Doch gelegentlich liegt die Würze auch in der Kürze, weiß Reininghaus und empfiehlt, sich nicht immer auf Streitgespräche einzulassen, sondern mit kurzen oder knappen Bemerkungen wie »Aha« oder »So, so« einfach abzuwürgen.

»Manchmal kann es jedoch auch sinnvoll sein, wirklich blöde, verbale Angriffe einfach gelassen zu ignorieren und das Thema zu wechseln«, rät sie ihren Zuhörerinnen. Und auch wenn knapp drei Stunden wohl zu kurz sind, um alle Schlagfertigkeitstechniken zu erlernen, ist das Feedback der Gruppe positiv. »Es sind einfache Mittel, die man gut ausprobieren und anwenden kann«, fasst Elke Hanselle zusammen. Vor allem fühle sie sich mit dem neu erlangten Wissen nun selbstsicherer und ist fest entschlossen, künftig mehr Paroli zu bieten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5561103?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851061%2F