Do., 17.05.2018

Bad Lippspringe befürchtet Abstriche beim bestehenden Angebot Buskonzept auf Prüfstand

Der Schülerverkehr in Bad Lippspringe ist das zentrale Standbein des bestehenden Angebotes. Durch den Wegfall von Schulen in der Badestadt, Schlangen und Horn stehen jedoch Änderungen beim Ausschreibungskonzept an.

Der Schülerverkehr in Bad Lippspringe ist das zentrale Standbein des bestehenden Angebotes. Durch den Wegfall von Schulen in der Badestadt, Schlangen und Horn stehen jedoch Änderungen beim Ausschreibungskonzept an. Foto: Besim Mazhiqi

Bad Lippspringe (WB/bel). Sorgenfalten im Bad Lippspringer Bauausschuss zur zukünftigen Konzeption des Busverkehrs in der Stadt. »Ich hoffe, dass das Angebot nicht wie im Südkreis oder im Kreis Höxter zusammengestrichen wird«, sagte Ausschussvorsitzender Martin Schulte (CDU). Wenig Überlebenschancen hat jedenfalls die Naturerbebuslinie zwischen Bad Lippspringe und Altenbeken.

Hintergrund der Diskussion im Bauausschuss der Stadt ist die anstehende Neuausschreibung des Linienbündels in der Stadt durch den Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter (NPH) für die Jahre 2020 bis 2025. Sie muss bereits in diesem Jahr vorbereitet werden. Bedingt durch die Veränderungen in der Schullandschaft steht das derzeitige Angebot jedoch auf dem Prüfstand. Die Stadt hatte beim NPH, so Ordnungsamtsleiter Leonard Tölle, unter anderem aktuelle Nutzerdaten angefragt, diese kann der NPH jedoch erst zur nächsten Bauausschusssitzung einreichen. Bedingt durch die Schließungen der Bad Lippspringer Realschule, der Hauptschule Schlangen und weiterer Schulen in Horn (Real-, Haupt- und Förderschule) werden sich jedoch zwangsläufig Veränderungen ergeben, da der Schülerverkehr nach Angaben des Kreises und des NPH zu etwa 70 Prozent den Busverkehr finanziert.

»Geisterbus«

Aufgegeben wird, so Tölle im Ausschuss, der Anschluss des Gewerbegebietes am Vorderflöß. Derzeit habe die Stadt insbesondere werktags über die Linien 50 und 51 eine 15-minütige Anbindung, die am Samstag halbstündlich erfolge. Im Angebot seien zudem etlichen Fahrten am Tag zur Universität nach Paderborn. Dieses Konzept sei in den vergangenen Jahren eigenwirtschaftlich gefahren worden. Der NPH befürchte jedoch, dass die Busverkehre in der Fläche wie beispielsweise im Kreis Höxter immer weniger eigenwirtschaftlich sein könnten.

Auf wenig Resonanz, so Tölle, sei das Angebot der vor einem Jahr eingeführten Naturerbe-Buslinie zwischen Bad Lippspringe und Altenbeken gestoßen. Im Volksmund werde die Verbindung aufgrund der zahlreichen Leerfahrten auch »Geisterbus« genannt. Diese Verbindung werde »ganz, ganz schlecht genutzt« und auch im Winter werde diese innerörtliche Verbindung in der Stadt als »Ortsbus« kaum in Anspruch genommen. Offenbar griffen auch die Bad Lippspringer im Stadtbereich auf andere Mitfahrgelegenheiten zurück. Auch die Ausschussmitglieder teilten diese Erfahrung und Norika Creuzmann von den Bündnisgrünen schlug vor, den bestehenden Stundentakt auf die Schulfahrzeiten zu reduzieren, bevor das Angebot gänzlich gestrichen wird. Befristet wurde die neue Verbindung bei ihrer Einführung auf zunächst zwei Jahre.

Geringe Akzeptanz von Fahrradbussen

Auch bei den Fahrradbussen bedauerte Tölle die geringe Akzeptanz trotz des attraktiven Angebotes. Die Anhänger seien am Wochenende in der Regel leer. Die Badestädter Politik will jetzt zunächst die grundsätzlichen Überlegungen im Nahverkehrsverbund zum Prinzip der Eigenwirtschaftlichkeit der Linienbündel abwarten und dann erneut in die Diskussion einsteigen.

Eine Abkehr vom Prinzip der bisherigen Eigenwirtschaftlichkeit hatte jüngst im Kreis Paderborn neben der CDU auch die SPD angeregt. So könne ihrer Auffassung nach eine bessere Versorgung des ländlichen Raumes gewährleistet werden. Eine bedarfsgerechte gemeinwirtschaftliche Vergabe kann allerdings auch zu einer finanziellen Beteiligung von Kreis oder Kommunen führen. Die Busunternehmer in der Region befürchten wiederum eine Monopolisierung des Marktes durch europaweit agierende Unternehmen.

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