Fr., 13.07.2018

Landesentwicklungsplan: Rat lehnt einstimmig Nutzung der Senne für Photovoltaik ab »Nationalpark wäre ein Gewinn«

Der Rat der Stadt Bad Lippspringe diskutiert die Ernennung der Senne zum Nationalpark.

Der Rat der Stadt Bad Lippspringe diskutiert die Ernennung der Senne zum Nationalpark. Foto: Carsten Borgmeier

Bad Lippspringe (WB/som). Der Rat der Stadt Bad Lippspringe hat sich mit der Änderung des Landesentwicklungsplans (LEP) befasst und über fünf von den Grünen beantragte Punkte einzeln abgestimmt.

Diskutiert wurde über die potenzielle Streichung des Nationalparks Senne. »Wenn es keine militärische Nutzung der Senne mehr gibt, bleibt nur noch der Nationalpark. Das ist die einzige Möglichkeit, dass die artenreichen und ökologisch wertvollen Gebiete dauerhaft bestehen bleiben«, begründete Grünen-Ratsfrau Norika Creuzmann den Antrag: »In Nordrhein-Westfalen gibt es mit dem Nationalpark Eifel bis heute nur einen Nationalpark.«

Schaefer: »Mit einem Nationalpark zerstören wir den Charakter der Senne«

Anders sah das Hans-Jürgen Schaefer (FDP): »Mit einem Nationalpark zerstören wir den Charakter der Senne. Die Senne lebt von offenen Flächen. Wenn dort ein Nationalpark errichtet wird, muss man 75 Prozent Prozessschutz im Auge behalten. Das heißt, die Hälfte der offenen Flächen würden sich selbst überlassen.«

Norika Creuzmann wies darauf hin, dass es sich bei der Senne um FFH-Gebiet handele. Ein Nationalpark könne den Landschaftsschutz gewährleisten. »120 Jahre waren Menschen aus der Senne ausgeschlossen. Die Senne ist so ein wertvolles Stück Natur, dass wir gerade nach dem Abzug der Briten schützen müssen. Ich möchte, dass die Senne für den Menschen erlebbar wird.« Markus Wille (FWG) betonte: »Ein Nationalpark ist gerade für Bad Lippspringe ein Gewinn.« Die Streichung des Nationalparks Senne aus dem LEP wurde mehrheitlich abgelehnt.

Ablehnung der Nutzung von militärischen Konversionsflächen

Einstimmig lehnten die Ratsmitglieder die Nutzung von militärischen Konversionsflächen ab. Ratsfrau Norika Creuzmann sagte: »Photovoltaik statt Panzer, das bedeutet den Ausverkauf der Senne. Deswegen lehnen wir diese Änderung ab.« Dem stimmten alle Fraktionen zu. Hans-Jürgen Schaefer (FDP) betonte: »Es ist nicht vorstellbar, dass auf den Freiflächen der Senne, im naturschutzwürdigen Teil, Photovoltaik-Anlagen errichtet werden.«

Uneinig war sich der Rat beim neu eingeführten Grundsatz zum Abstand von Windenergieanlagen, der die Einhaltung von 1500 Metern zur Wohnbebauung fordert. Norika Creuzmann erläuterte: »Rechtlich ist dieser Grundsatz nicht haltbar. Deswegen können wir nicht zustimmen.« Markus Wille (FWG) sagte: »Der Abstand von 1500 Metern ist wünschenswert.« Hans Jürgen Schaefer betonte, die CDU werde dies nicht blockieren. Dieter Bursch (Die Linke): »Mir wären 1500 Meter auch lieber, aber das werden wir nicht hinkriegen.« Kurt Süpke (SPD): »Ob wir hier 1500 Meter sagen oder nicht, damit wird keine Klarheit getroffen.« Der Rat entschied, den Grundsatz drinzulassen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5903400?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851061%2F