Do., 15.02.2018

Leiberger halten an uralter Tradition fest Der Bär ist los

Der Leiberger Bär Fabian Hötger und seine Hexen Simon Stratmann, Julian Dören, Marcel Sieren, Kevin Schramm und Jascha Pickardt pflegen auch in diesem Jahr die alte Tradition des Rundganges des Bären im Schatten der Leiberger St.-Agatha-Kirche.

Der Leiberger Bär Fabian Hötger und seine Hexen Simon Stratmann, Julian Dören, Marcel Sieren, Kevin Schramm und Jascha Pickardt pflegen auch in diesem Jahr die alte Tradition des Rundganges des Bären im Schatten der Leiberger St.-Agatha-Kirche. Foto: Wieskotten

Bad Wünnenberg (WB/bw). Während am Rosenmontag in den Karnevalshochburgen die liebreizenden Prinzen in Prunkwagen die Narren beglücken, besinnt man sich in Leiberg gerade an diesem Tag auf eine uralte Tradition. An der Afte kommt dann der Bär.

Damit wird ein ein ganz besonderes Brauchtum gepflegt und von Generation zu Generation weitergegeben. Die Väter und Großväter der heutigen Kandidaten auf das Tragen des »Bärenfells« im Alter von 18 bis 25 Jahren können sich noch gut an den Rundgang des Bären durch Leiberg in ihrer Jugendzeit erinnern. Altes und von Gastwirt Josef Kaiser gepflegtes, wertvolles Fotomaterial zeugt von diesem gelebten Brauchtum. Damals wie heute gilt bei diesem ungewöhnlichen Treiben für die Leiberger Bürger: »Haustür und Stalltür gut geschlossen halten, denn der Bär am Rosenmontag ist unberechenbar.«

Das Los entscheidet

Mit einer gewissen Erwartungshaltung trafen sich Fabian Hötger, Simon Stratmann Julian Dören, Marcel Sieren, Kevin Schramm und Jascha Pickhardt. Sie alle wollten ins Bärenfell schlüpfen und ihr Unwesen treiben. Doch auch hier hält man sich an Traditionen. Das Los entscheidet. Kandidat Marcel Simon hat noch genau vor Augen, wie es ihm als Kind ergangen ist, als der Bär los war. »Auf dem Heimweg von der Schule bin ich vom Leiberger Bären mal an einen Laternenmast gebunden worden«, erinnert sich Simon. Doch seine Freiheit bekam er schnell zurück, denn fleißige Helfer banden ihn wieder los.

In diesem Jahr fiel das Los auf Fabian Hötger, der somit zum »Leiberger Bären 2018« auserkoren wurde. So wirklich beneidenswert ist seine Rolle für Außenstehende allerdings nicht. Zwei Bund Heu, reichlich landwirtschaftliches Bindegarn und fünf fleißige Helfer, die den Bären als Hexen verkleidet durchs Dorf begleiten werden, warteten auf Fabian in der Garage des Landgasthofes, um ihn in einen Bären zu verwandeln.

Bärenteam sammelt Spenden

Die fünf Freunde müssen Geschick beweisen und auf Erfahrungen zurückgreifen, um im Bindetechnikverfahren den Bären von oben bis unten in dicke Heulagen einzuwickeln. Nur für die Füße und den Kopf sind entsprechendes Schuhwerk und eine Bärenmaske mit leuchtend roten Augen vorgesehen.

Früher wie heute sammelt das Bärenteam Spenden, Mettwurst, Speck und Eier, um nach dem Rundgang eine zünftige Feier im Landgasthof Kaiser zu starten. Ganz besonders liegt dem Bärenteam alljährlich der Besuch einer älteren Leibergerin am Herzen, die mit Freude ein kleines Körbchen, gefüllt mit Eiern, aus der oberen Etage des Hauses vom Balkon herunterlässt, da sie nicht mehr so gut Treppen steigen kann. Eine weitere feste Adresse ist die des Leiberger Pastors Markus Wippermann, der gerade am Rosenmontag seinen Umzug in das Pfarrhaus geplant hatte.

Die Figur des Bären in der Fastnachttradition steht nach Forschungen mit all seiner Kraft für ein gefährliches Raubtier, anderseits als Tanzbär für die gezähmte Form und für drollige Gemütlichkeit.

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