Do., 21.06.2018

Trotz schwindender Population: drei Käuze in Gellinghausen beringt - mit Video »Eulen nach Borchen tragen«

Foto: Jörn Hannemann

Von Isabella Wünnerke

Borchen (WB). Es ist bekanntlich überflüssig, Eulen nach Athen zu tragen. Im Paderborner Land ist der Bestand der Steinkäuze, denen das geflügelte Wort gewidmet ist, jedoch geschrumpft. Umso mehr freut sich Carsten Breder vom Forsthaus Gellinghausen über drei junge Küken, die jetzt von Falkner Wilfried Limpinsel beringt wurden.

Am 27. Mai war es so weit: Drei junge Steinkäuze haben im Borchener Forsthaus Gellinghausen das Licht der Welt erblickt. Wilfried Limpinsel, Leiter der Ausgewöhnungsstation für Greifvögel und Eulen in Marsberg-Essentho, kam nun eigens für die Beringung der Jungtiere nach Borchen.

Die dreieinhalb Wochen alten Tiere machten einen guten Eindruck, so das Fazit des Falkners: »Die drei Käuze sind gut entwickelt. Es wird jedoch noch 14 Tage dauern, bis die Tiere ihre ersten Runden fliegen«, erklärt Limpinsel.

Die drolligen Jungvögel sind knapp drei Wochen alt. Foto: Jörn Hannemann

Das Geschlecht der Käuze könnte man noch nicht bestimmen. Darüber kann später eine DNA-Analyse Aufschluss geben. Alternativ geben bereits die Größe und das Gewicht des Tiere Hinweise auf das Geschlecht: »Weibliche Steinkäuze sind etwas größer und schwerer als männliche. Das trifft auch auf andere Vogelarten, besonders aber auf den Habicht, zu«, erläutert der Falkner.

Weniger Mäuse, weniger Käuze

Über den Nachwuchs sind die Mitarbeiter des Forsthauses Gellinghausen sehr glücklich. So schildert Förster Carsten Breder: »Im Jahr 1989 haben wir den Brutkasten im Dachgiebel unserer Scheune angebracht. Der Kasten war zwar fast immer bebrütet, allerdings mussten wir in den letzten Jahren einen starken Rückgang verzeichnen.« Schuld daran seien, so Falkner Wilfried Limpinsel, viele Faktoren: »Hauptsächlich sind es Veränderungen innerhalb der Lebensräume von Eulen, die das Brutverhalten der Tiere beeinflussen. Steinkäuze zieht es in Streuobstwiesen, Obstbäume und Kopfweiden. Weiterhin brüten sie nur, wenn auch ausreichend Nahrung vorhanden ist. Ein Rückgang innerhalb der Mäuse-Population hat dazu geführt, dass die Käuze ihr Brutverhalten einschränken.«

Turmfalken auch Anwärter aufs Nest

Während das Sprichwort »Eulen nach Athen tragen« einen Überfluss impliziere, wäre von diesem im Paderborner Land nichts zu spüren. Eulen nach zu Borchen tragen sei demnach keine schlechte Idee, scherzt der Falkner.

Dass das Steinkäuze-Paar den Grundstein seiner Familienplanung in Borchen legt, sei anfangs gar nicht so sicher gewesen, da es noch andere Anwärter auf den Brutkasten des Forsthauses Gellinghausen gab: »Anfang Februar haben sich die Steinkäuze mit einem Turmfalkenpaar um den Eulenkasten gestritten. Die Käuze haben sich schließlich durchgesetzt«, berichtet Förster Breder.

Ein Ei, das die Turmfalken schon vorab ins Nest gelegt hätten, sei zu Breders Bedauern jedoch unbebrütet geblieben.

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