Mi., 14.02.2018

Sanierungsarbeiten in Eringerfeld bei Büren sind in vollem Gange Barockschloss wird Luxushotel

Der Innenhof des Barockschlosses Eringerfeld kurz vor den Toren Steinhausens gleicht einer Baustelle.

Der Innenhof des Barockschlosses Eringerfeld kurz vor den Toren Steinhausens gleicht einer Baustelle. Foto: Hans Büttner

Von Johannes Büttner

Büren-Steinhausen/Geseke-Eringerfeld (WB). Drei Kilometer von Steinhausen entfernt ist eine der landesweit größten Gebäudesanierungen im Gange. Mit einem Kostenaufwand von mehr als 20 Millionen Euro lässt eine chinesische Investorin das Barockschloss Eringerfeld zu einem Fünf-Sterne-Luxushotel ausbauen.

In drei Jahren soll alles fertig sein, so der Plan der chinesischen Unternehmerin Xiaorang Wang. Die Bauleitung hat das Bürener Architektenbüro Atrium mit Monika Falk-Huber und Franz- Josef Götte an der Spitze.

Bei ihnen laufen alle Fäden zusammen: Monika Falk-Huber und Franz-Josef Götte vom Architekturbüro Atrium III. Foto: Johannes Büttner

Zurzeit ist die gesamte Schlossanlage, die als besterhaltenes barockes Gesamtensemble Westfalens gilt, aber noch eine große Baustelle. Zunächst werden das Hauptgebäude sowie der West- und Ostflügel saniert. Später folgt die Gestaltung des Innenhofs und des Schlossparks.

Ein wichtiger Bauabschnitt ist aber schon fertiggestellt: Unweit des Ostflügels wurde eine neue Energiezentrale gebaut. Hier sorgen zwei Blockheizkraftwerke sowie zwei weitere Gasbrennwertkessel für Wärme. Um sie in alle Gebäudeteile leiten zu können, wurden Versorgungsleitungen durch den Innenhof verlegt. Und dabei kam es zu neuen, spannenden Erkenntnissen.

Denn in den Gräben entdeckten Archäologen, die das Bauvorhaben ständig begleiten, Reste älterer Vorgängerbauten des Schlosses. »Die Schlosskapelle ist der älteste Teil der heutigen 1678 gebauten Schlossanlage. Vermutlich handelt es ich bei dem Fund um die Reste eines alten Kellergebäudes, das beim Schlossneubau abgerissen wurde«, vermutet Architektin Monika Falk-Huber. Auch Reste eine alte Hofpflasterung fanden die Archäologen der Firma Eggenstein, die eng mit der LWL-Denkmalpflege Münster zusammenarbeiten.

Bewegte Geschichte

Das Barockschloss Eringerfeld wurde in den Jahren 1676 bis 1699 von der Familie von Hörde, die hier jahrhundertelang ihren Sitz hatte, errichtet. Es ist der Nachfolgebau eines mittelalterlichen Schlosses, das 1660 durch einen Brand zerstört wurde. 1964 kauften Wilfried und Dr. Berna Kirchner das Schloss und sanierten es für mehrere Millionen D-Mark. Sie eröffneten 1965 ein Schloss-Internat, das bis 1987 in Betrieb war. Danach wurde das Schloss zum Hotel. Zwischendurch fungierte es unter dem Titel »Talenta« auch mehrere Jahre als eine Schule für hochbegabte Kinder.

Probleme gab es aber auch bereits zu Hauf, denn immer wieder kommt es bei den Bauarbeiten zu neuen, meist teuren Überraschungen. So mussten im Ostflügel die baufälligen und stark gebrochenen Deckenbalken entfernt werden. Statiker Franz-Josef Götte gelang es gemeinsam mit dem Bürener Bauunternehmen Steinkämper, dieses große Problem durch den Einbau einer neuen Ziegeldecke zu lösen. Als echte Herausforderung zeigte sich dabei die Vorgabe des Denkmalamtes: Das Dach durfte zum Einbringen des Materials nicht geöffnet werden.

Als nächstes stehen das Treppenhaus und der Aufzugsschacht an. Und Eile tut Not, denn bereits Mitte des Jahres möchte hier Architektin Monika Falk-Huber ein Musterzimmer vorstellen.

Mächtig gearbeitet wird auch am Hauptgebäude. Der Bereich an der Nordseite und der Westturm sind vollständig eingerüstet. Nicht nur große Flächen der Holzverschalung an den Dächern müssen aufgrund von Wasserschäden erneuert werden, auch das gesamte Schieferdach, immerhin eine Dachfläche von 4500 Quadratmetern, wird vom Briloner Unternehmern Prange neu geschiefert.

Wie alle Gewerke wurden auch die Steinrestaurierungsarbeiten, die Putzsanierung sowie die Restaurierung der alten Eichenfenster öffentlich ausgeschrieben. »Es ist erfreulich, dass hierfür mit der Firma Wibbeke aus Geseke und für die Erstellung neuer Eichenfenster im Kellergeschoss mit dem Unternehmen Kersting aus Leiberg ebenfalls heimische Unternehmen den Zuschlag erhalten konnten«, sagt Monika Falk-Huber.

Das Jahr 2018 stehe ganz im Zeichen der denkmalgerechten Sanierung der Bausubstanz, erläutern Monika Falk-Huber und Franz-Josef Götte. Im kommenden Jahr soll es dann verstärkt an den Innenausbau gehen. Und nach der Fertigstellung sollen sich im Fünf-Sterne-Hotel mit 90 Betten Wellness-Gäste ebenso wohl fühlen wie Teilnehmer an Tagungen oder Hochzeitsfeiern.

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