Mo., 16.04.2018

Dr. Christoph Hollemann beim Mauritiusabend Topmanager buddelt nach Wasser

Der ehemalige Mauritianer Dr. Christoph Hollemann (2. von rechts) war Gastreferent beim Mauritiusabend. Über sein Kommen freuten sich (von links) Dietmar Schmidt, Franz-Josef Drüppel und Werner Schmidt.

Der ehemalige Mauritianer Dr. Christoph Hollemann (2. von rechts) war Gastreferent beim Mauritiusabend. Über sein Kommen freuten sich (von links) Dietmar Schmidt, Franz-Josef Drüppel und Werner Schmidt. Foto: Büttner

Von Hans Büttner

Büren (WB). Für Dr. Christoph Hollemann sind neue Herausforderungen nichts Ungewöhnliches. Als Topmanager war er in führenden Positionen weltweit für renommierte Unternehmen tätig. Nun ist er auch Entwicklungshelfer. Über diese Arbeit hat er beim Mauritiusabend berichtet.

Der promovierte Maschinenbauingenieur buddelt in Afrika, genauer gesagt in Kashitu (Sambia), nach Wasser, renoviert Schulen und sorgt dafür, dass die dortigen Lebensbedingungen menschenwürdiger werden.

Dr. Christoph Hollemann ist zwar gebürtiger Hannoveraner, einen großen Teil seines Lebens hat der 56-jährige vierfache Familienvater aber in Büren verbracht. Hier waren sein Vater, Walter Hollemann, Leiter der Realschule, und er Schüler des Mauritius-Gymnasiums. Der Ehemaligenverein und das Gymnasium sind inzwischen eine Partnerschaft mit dem von Dr. Christoph Hollemann geleiteten Verein »Lebensbrunnen für Afrika« eingegangen.

Mehr als 1200 Mitglieder zählt der Verein Ehemaliger Mauritianer. »Es erfüllt uns mit Stolz, zu erleben, dass auch die ehemaligen Schüler ihre Verbindung zur Schule aufrechterhalten«, sagte der kommissarische Schulleiter Franz-Josef Drüppel.

Spontane Zusage

Christoph Hollemann habe sofort seine Bereitschaft signalisiert, als Referent zum Mauritiusabend zu kommen, freute sich auch Werner Schmidt, Geschäftsführer des Vereins, über die spontane Zusage. Nach dem Abitur 1981 startete Christoph Hollemann eine bemerkenswerte Karriere. Sie führte ihn zur AEG/Daimler Chrysler, wo er als Projektleiter im Vorstandsbereich tätig war und maßgeblich an der Entwicklung der Blauen LED mitwirkte. Weiter ging es zur TEMIC Telefunken Micro-Elektronik, dann zu Motorola, wo er als Geschäftsführer Deutschland beachtenswerte Erfolge erzielte. Ein weiterer Wechsel führte ihn zur Firma Bahlsen nach Hannover, wo er seine Fähigkeiten als Geschäftsführer des operativen Geschäfts einsetzte. Nach einem Abstecher zum Paderborner Unternehmen Benteler, hier war er verantwortlich für die Region Westeuropa, folgte der Schritt in die Selbstständigkeit. Als Geschäftsführer des Unternehmensberatungsbüro Lean Partners Projekt Gesellschaft berät er mit seinen 17 Mitarbeitern Unternehmen, Schulen, Krankenhäuser sowie Behörden.

Problem: Wasserversorgung

Den Weg nach Sambia fand Hollemann über seine Tochter Janin, die dort ein freiwilliges soziales Jahr absolvierte. Als er sie besuchte, lernte Hollemann das Landesinnere und die Menschen in Kashitu kennen.

»Eines der ganz großen Probleme ist dort die Wasserversorgung«, sagte Dr. Hollemann. Sie sei oft ungenügend und mit langen Transportwegen verbunden. So entstand die Idee, möglichst vielen Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen und Tiefbrunnen zu bohren.

Neben dem Brunnenbau sind mittlerweile zahlreiche weitere Projekte hinzugekommen. Es entstanden bereits drei Tiefbrunnen, neue Toiletten an der Schule und eine Maismühle. Fenster an der Schule wurden renoviert, Schulmöbel für 70 Kinder hergestellt, ein Kinderspielplatz gebaut und Kleidung für die Schulkinder angeschafft. Derzeit wird die Schulspeisung für die Grundschulkinder verbessert, Medikamente und Erste-Hilfe-Kästen werden angeschafft, ein Wassertankturm wird gebaut, die Schule wird renoviert und die Stromversorgung verbessert. In Hannover hat sich der Verein Lebensbrunnen für Afrika gegründet, dessen Vorsitzender Dr. Christoph Hollemann ist.

Durch die Kooperationsvereinbarung wird das Bürener Mauritiusgymnasium die Aktivitäten des Vereins in Sambia unterstützen. Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit wird der nächste Brunnen in Kashitu den Namen Mauritius-Brunnen tragen.

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