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Mi., 21.12.2016

Mann trauert um seine Hunde: 57-Jähriger aus Ostenland hat im Feuer alles verloren Brandopfer sucht neue Wohnung

Das Haus ist ein Totalschaden. Zwei Hunde, die übrigens nicht angeleint gewesen sein sollen, kamen hier um.

Das Haus ist ein Totalschaden. Zwei Hunde, die übrigens nicht angeleint gewesen sein sollen, kamen hier um. Foto: Besim Mazhiqi

Von Ingo Schmitz

Delbrück (WV). Nach dem Feuer in einem Einfamilienhaus in Ostenland steht der Mieter kurz vor Weihnachten vor dem Nichts. »Eine Jacke, ein Hemd, eine Hose und Schuhe – das ist alles, was mir geblieben ist«, berichtet der 57-Jährige. Er sucht händeringend eine Wohnung. »In die Obdachlosenunterkunft möchte ich nicht«, sagte der Junggeselle am Dienstag dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT.

Am späten Samstagabend war das Feuer in dem Fachwerkhaus im Jägerweg ausgebrochen. Als Ursache haben die Ermittler eine Heizdecke ausgemacht, die offenbar in Abwesenheit des Mieters eingeschaltet geblieben war. Bei dem Feuer wurde alles vernichtet. Der Bewohner selbst zog sich eine Rauchgasvergiftung zu und konnte inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen. Doch viel schlimmer wiegt für den 57-Jährigen der Verlust seiner beiden Hunde.

Der Mann berichtet: »Ich war am Samstag in Paderborn und hatte auf dem Rückweg noch eingekauft. Als ich dann am Haus vorfuhr und die Autotür öffnete, habe ich gleich den Brandgeruch bemerkt. Meine beiden Hunde waren nicht zu hören.« Er habe gleich gewusst, dass etwas passiert sein muss. Er habe dann den Wintergarten betreten und gleich hinter der Tür zum Wohnbereich den leblosen Körper seiner 14 Jahre alten Hündin »Mucki« gefunden. Er habe sie aus der verqualmten Wohnung nach draußen gebracht und versucht, den Schäferhund-Mischling zu reanimieren. Doch die Hilfe kam zu spät. Unter Einsatz seines Lebens habe er dann noch einmal das Haus betreten und sich durch den Qualm gekämpft, um die zweite Hündin (acht Jahre) zu holen. Doch auch ihr Leben war nicht mehr zu retten.

Der 57-Jährige widerspricht damit ausdrücklich der Berichterstattung am Montag, dass seine Hunde im Haus angeleint gewesen seien. »Das stimmt nicht. Ich habe gar keine Leine und auch kein Halsband«, betont der 57-Jährige. Der Verlust seiner geliebten Vierbeiner gehe ihm sehr nahe.

Doch wie soll es nun für den Mann, der sich mit zwei Minijobs finanziert und keine Unterstützung von den Behörden annehmen möchte, weiter gehen? Ein Pullover und eine Hose seien ihm geschenkt worden. Heiligabend werde er bei einer Bekannten verbringen. Dies sei aber keine Dauerlösung. »Ich suche eine Zwei-Zimmer-Wohnung«, sagt er.

Da der 57-Jährige aktuell telefonisch nicht zu erreichen ist, nimmt das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT telefonisch Hilfsangebote entgegen und reicht diese dann an den Betroffenen weiter. Zu erreichen ist das Redaktionstelefon unter 0 52 51/896-120.

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