Mi., 14.03.2018

Paragon-Tochter kauft Grundstück – Gewinnzone fest im Visier Voltabox wächst in Delbrück

Voltabox-Aufsichtsratschef und Paragon-Vorstandsvorsitzender Klaus Dieter Frers zeigt eine Batteriezelle, mit der Hochleistungsakkus bestückt werden.

Voltabox-Aufsichtsratschef und Paragon-Vorstandsvorsitzender Klaus Dieter Frers zeigt eine Batteriezelle, mit der Hochleistungsakkus bestückt werden. Foto: Jörn Hannemann

Von Oliver Horst

Delbrück (WB). Die auf Hochleistungsbatterien für Elektromobilität spezialisierte Voltabox AG stellt die Weichen für das erwartete rasante Wachstum: Das mehrheitlich zum Autozulieferer Paragon AG gehörende Unternehmen hat sich in Delbrück ein Areal gesichert, um zu erweitern und das Auftragsvolumen in Milliardenhöhe abzuarbeiten.

Voltabox-Aufsichtsratschef und Paragon-Vorstandsvorsitzender Klaus Dieter Frers bestätigte gestern dem WESTFALEN-BLATT den Erwerb des Grundstücks, das der Schlafzimmermöbelhersteller Nolte bis zur Insolvenz 2016 genutzt hatte. Frers war seit längerem auf der Suche nach Erweiterungsmöglichkeiten für seinen dynamisch wachsenden Konzern. »Der Hauptteil des Wachstums findet mit Voltabox und der Karosserie-Kinematik von Paragon in Delbrück statt.« Fast zwei Milliarden Euro stehen bis Ende 2022 in den Auftragsbüchern, gut die Hälfte entfällt auf Voltabox. Nach dem Börsengang im Herbst 2017 hält der Mutterkonzern noch 60 Prozent an der Tochter.

Frers: »Wir brauchen mehr Platz und weitere Mitarbeiter.«

»Wir brauchen mehr Platz und weitere Mitarbeiter. Wir werden weiterhin massiv einstellen«, sagt Frers. Paragon inklusive Voltabox beschäftigte in Delbrück zum Jahreswechsel 230 eigene Mitarbeiter und 39 Leiharbeiter. Das waren 40 Festangestellte und vier Zeitarbeiter mehr als ein Jahr zuvor. Konzernweit zählte Paragon 678 Mitarbeiter und 130 Leiharbeiter. Auch an quasi allen anderen Standorten des Konzerns sind Erweiterungen oder räumliche Veränderungen geplant.

Frers hofft, dass Bezirksregierung und Stadt die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen, damit im Frühjahr 2019 mit den Bauarbeiten auf dem gut zwölf Fußballfelder großen Areal begonnen werden kann. »Dann könnten wir die ersten Einzüge Anfang 2020 machen.« Insgesamt gehe es um eine Investition »in locker zweistelliger Millionenhöhe«.

Die Kasse ist gut gefüllt. Nach dem Börsengang stehen Voltabox fast 103 Millionen Euro an liquiden Mitteln für die Expansion und geplante Zukäufe zur Verfügung. Und das operative Geschäft soll 2018 auch unter dem Strich einen Millionengewinn abwerfen.

60 Millionen Umsatz erwartet

Im zurückliegenden Jahr erwirtschaftete Voltabox mit 99 Mitarbeitern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 578.000 Euro. Netto fiel noch ein Verlust von 238.000 Euro an. Der Umsatz war im Vergleich zum Vorjahr um 88 Prozent auf 27,3 Millionen Euro gestiegen. Für das laufende Jahr erwartet Vorstandschef Jürgen Pampel 60 Millionen Euro Umsatz und ein Ebit von etwa 6 Millionen.

Bislang verdient Voltabox vor allem mit Hochleistungsbatterien für Gabelstapler und fahrerlose Transportsysteme sowie für Oberleitungsbusse Geld. Angelaufen ist die Serienproduktion von Starterbatterien für Motorräder und Sportwagen. Aufträge gibt es zur Elektrifizierung von Fahrzeugen für den Untertagebau, die Landwirtschaft und den Bausektor.

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