So., 12.08.2018

Delbrücker Vogelzüchter errichten neue Nisthilfe für Störche in Thüle Klappern für den Nachwuchs

Hoffen auf Nachwuchs auf dem neuen Storchenhorst auf dem Gelände des Waldkindergartens in Thüle (hinten,von links): Rainer Schaffer, Alexander Steppeler und Reinmhard Düsterhus vom Vogelzuchtverein Delbrück, Christoph Sonntag, Katharina Sonntag, Maarita Sonntag mit Enkel Felix und Heinz Sonntag sowie einige Kinder der Kita und Sven Schroeder, Marie Hincley und die Leiterin Heike Menke.

Hoffen auf Nachwuchs auf dem neuen Storchenhorst auf dem Gelände des Waldkindergartens in Thüle (hinten,von links): Rainer Schaffer, Alexander Steppeler und Reinmhard Düsterhus vom Vogelzuchtverein Delbrück, Christoph Sonntag, Katharina Sonntag, Maarita Sonntag mit Enkel Felix und Heinz Sonntag sowie einige Kinder der Kita und Sven Schroeder, Marie Hincley und die Leiterin Heike Menke. Foto: Axel Langer

Von Axel Langer

Delbrück/Salzkotten (WB). In diesem Jahr wurden im Kreis Paderborn bereits 42 Weißstorch-Paare gezählt. Von diesen haben 34 Paare erfolgreich Jungvögel aufgezogen. In der Regel nisten die Störche auf speziellen Nestplattformen auf einem Masten oder auf Dächern, die von engagierten Bürgern oder durch die Naturschutz-Stiftung Senne in der Vergangenheit errichtet wurden. Ein weiterer ist jetzt hinzugekommen.

Auf dem Gelände des Waldkindergartens in Thüle wurde eine Nisthilfe aufgestellt. Die Initiative hierzu hat der Vogelzuchtverein Delbrück ergriffen.

Der Weißstorch ist in der Kulturgeschichte des Menschen tief verankert und gilt symbolträchtgier Sympathieträger. Als »Klapperstorch« und »Kinderbringer« besitzt der Storch große Symbolkraft. Lange Zeit war der Storch aus der Kulturlandschaft verschwunden. So wurde die letzt Brut wilder Störche im Jahr 1954 dokumentiert – am Ufer der Lippe in Mantinghausen.

Lebensbedingungen haben sich deutlich verbessert

Nach einem halben Jahrhundert Pause hatten sich im Jahr 2007 erstmals wieder drei Storchenpaare zum Brüten im Kreisgebiet niedergelassen. Seitdem nimmt der Bestand langsam, aber kontinuierlich zu. Aufgrund der sehr positiven Bestandsentwicklung – auch landesweit – konnte der Storch aus der Roten Liste der gefährdeten Brutvogelarten in Nordrhein-Westfalen entlassen werden. Nach Ansicht von Fachleuten ist die umfangreiche und deutliche Verbesserung der Weißstorch-Lebensräume in Feuchtgebieten ursächlich für die Bestandserholung.

Die Verbesserung der Lebensbedingungen für den Kulturfolger Storch hat auch der Vogelzucht- und Schutzverein Delbrück zum Ziel und nahm daher vor gut zwei Jahren Kontakt zum Waldkindergarten in Thüle sowie Familie Sonntag auf. Ziel war es, am Rande der Lippeniederung einen weiteren Horst zu errichten. Die Naturschutzgebiete Gunnewiesen und Barbruch liegen in unmittelbarer Nähe und bietet ein ideales Jagdgebiet für die Störche. »Außerdem ist es für die Kinder ein tolles Erlebnis, die Störche und hoffentlich auch die Aufzucht der Jungtiere zu beobachten«, sagt Heike Menke vom Waldkindergarten.

Energieversorger spendet ausgedienten Strommast

Reinhard Düsterhus hat den Horst gemeinsam mit Tobias Düsterhus gebaut. Ein 9,80 Meter hoher, ausgedienter Strommast wurde von einem Energieversorger zur Verfügung gestellt. Der Horst selber hat einen Durchmesser von 1,50 Meter und wurde aus Weiden geflochten. »Die Störche bauen auf dieser Grundlage ihr Nest und polstern den Horst weiter aus«, hat sich Reinhard Düsterhus schlau gemacht. Bei dem Gemeinschaftsprojekt hat die Familie Sonntag das Ausheben und das Gießen des Fundamentes übernommen und der Vogelzuchtverein hat den Mast mitsamt Nest aufgestellt. Nun hoffen alle Beteiligten, dass der Horst schnell angenommen wird und vielleicht im nächsten Frühjahr bereits erste Störche brüten.

Mit einem weiteren Horst in den Gunnewiesen zwischen Anreppen und Bentfeld habe die Vogelzüchter bereits gute Erfahrungen gemacht. Im Februar 2015 wurde auch hier ein Nest aufgestellt und die Vogelliebhaber konnten auf Anhieb einen Bruterfolg verzeichnen. Seit 2015 wurden acht Jungstörche in den Gunnewiesen groß gezogen.

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