Di., 12.12.2017

Täter schlugen unter anderem in Hövelhof und Riege zu Gericht verurteilt Tankstellen-Einbrecher

Im Herbst vergangenen Jahres war die Tankstelle in Riege Ziel von Einbrechern. Jetzt wurden die Täter zu Haftstrafen verurteilt.

Im Herbst vergangenen Jahres war die Tankstelle in Riege Ziel von Einbrechern. Jetzt wurden die Täter zu Haftstrafen verurteilt. Foto: Meike Oblau

Hövelhof/Detmold (WB/upf). Sie kamen mit PS-starken Autos, schlugen zu und verschwanden innerhalb von Minuten wieder: Hochprofessionell gingen drei Albaner unter anderem in Hövelhof bei Einbrüchen in Tankstellen vor. Bis sie am Gründonnerstag geschnappt wurden.

Die Quittung von Justitia: mehrjährige Haftstrafen für die Einbrecher, die auch in Hövelhof fette Beute gemacht hatten.

Am 17. März 2016 war die Bande von Profi-Einbrechern auch in eine Tankstelle in Hövelhof eingedrungen und hatte dort Zigaretten für sage und schreibe 15.000 Euro abtransportiert. Im Herbst suchten sie eine Tankstelle im Ortsteil Riege heim. Insgesamt 44 vergleichbare Taten zwischen März 2016 und April 2017, begangen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz, hatte die Staatsanwaltschaft Detmold vor dem dortigen Landgericht zur Anklage gebracht.

Einbrecherbande auf frischer Tat ertappt

Dass dies überhaupt möglich war, ist der akribischen Arbeit einer gemeinsamen Ermittlungskommission der Polizei in Bielefeld und Detmold mit dem klingenden Namen »Signum« zu verdanken: Sie verfolgten Spuren eines Einbruchs in Altenberge im Münsterland vom März 2016, die schließlich zu dem Haupttäter führten – einem per Haftbefehl gesuchten 49-jährigen Albaner, der bereits 2004 wegen ähnlicher Delikte verurteilt und abgeschoben worden war. Er hielt sich jedoch vermutlich seit 2006 illegal wieder in Deutschland auf, unter anderem Namen.

Mit Hilfe einer GPS-Überwachung und verdeckter Observierung gelang es den Ermittlern, die Bande am Gründonnerstag nach einem Blitzeinbruch in einer Tankstelle in Langenberg auf frischer Tat zu erwischen und nach einer kurzen Verfolgungsjagd zu stellen. Zuvor war den Mitgliedern der Bande bei diversen Einbrüchen noch die Flucht gelungen – etwa in Horn-Bad Meinberg, wo ein Diensthundeführer der Polizei versuchte, die Männer zu stellen. Dort entkamen sie, nachdem sie den Polizisten massiv mit einem Brecheisen angegriffen hatten, so dass dieser einen Warnschuss abgeben musste.

Angeklagte legen vor Gericht Geständnis ab

Mit ins Netz ging der Polizei bei dem weiteren Zugriff am Gründonnerstag auch der Hehler der Bande , ein 43-jähriger aus Meerbusch, der mehrere Kioske betrieb, wo er auch die gestohlenen Zigaretten absetzte.

Vor dem Landgericht Detmold mussten sich jetzt in diesem Prozess wegen schweren Bandendiebstahls mit einem Beutewert von annähernd 320.000 Euro die drei 49, 34 und 31 Jahre alten Einbrecher albanischer Herkunft verantworten sowie der Hehler und dessen 47-jähriger Handlanger. Alle fünf nutzten die Gelegenheit zu einem umfassenden Geständnis. Die Große Strafkammer des Landgerichts verurteilte den 49-Jährigen als Kopf der Bande zu fünfeinhalb Jahren Haft, seine beiden Komplizen zu drei Jahren und drei Monaten bzw. vier Jahren und drei Monaten Gefängnis. Der Hehler aus Meerbusch bekam dreieinhalb Jahre Freiheitsstrafe, sein Helfer kam mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5353480?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851066%2F