Sa., 03.03.2018

Delbrücker Johannes Koch wird im Paderborner Dom zum Ständigen Diakon geweiht Für den Glauben im Einsatz

Sich für den Glauben einzusetzen und dabei immer die Türen für neu Interessierte offen zu halten – in dieser Haltung tritt Johannes Koch am Wochenende seinen Dienst als Ständiger Diakon im Pastoralen Raum Delbrück-Hövelhof an.

Sich für den Glauben einzusetzen und dabei immer die Türen für neu Interessierte offen zu halten – in dieser Haltung tritt Johannes Koch am Wochenende seinen Dienst als Ständiger Diakon im Pastoralen Raum Delbrück-Hövelhof an. Foto: Barbara Brunnert

Von Barbara Brunnert

Delbrück (WB). Dass seine anstehende Diakonenweihe so große Aufmerksamkeit erregt, ist gar nicht nach Johannes Kochs Geschmack. Lieber lädt der 51-jährige Uhrmacher und Augenoptiker zu einem Perspektivwechsel ein.

Koch: »Viele Menschen meinen, in der Kirche gehe momentan alles den Bach runter. Sie sehen nicht die bunte Schar derer, die wie selbstverständlich ihren Dienst am Nächsten tun und so glaubwürdig in der Christus-Nachfolge leben.«

Sonntag Hochamt und Empfang im Johanneshaus

An diesem Samstag von 10 Uhr an wird Erzbischof Hans-Josef Becker den Delbrücker und fünf weitere Männer aus der ganzen Diözese im Hohen Dom zu Paderborn durch Handauflegung und Gebet zu Ständigen Diakonen weihen. Seine praktische Einführung in den neuen Dienst erwartet Koch an diesem Sonntag um 10.30 Uhr im Hochamt in seiner Heimatgemeinde St. Johannes Baptist. Im Anschluss gibt es einen Empfang im Johanneshaus.

»Jeder von uns sechs Weihekandidaten ist ein Typ mit besonderen Charismen, aber auch mit Ecken und Kanten. Gerade darin liegt meiner Ansicht nach die Chance und Stärke des Ständigen Diakonats. Ich bringe reiche Erfahrungen aus meinem zivilen bürgerlichen Leben mit, lasse mich nicht mehr verbiegen, darf und soll sogar eigene Akzente setzen«, erläutert Johannes Koch seine Einstellung zu diesem unbezahlten Amt.

Zwar wuchs der Sohn von Karl und Cilly Koch im Schatten des schiefen Kirchturms an der Adolf-Kolping-Straße 8 auf – Begeisterung und Einsatz für Gottes Botschaft begannen aber erst später mit existenziellen Fragen: »Da kamen viele Eindrücke wieder hoch, die ich in meiner rebellischen Zeit in den 70ern und 80ern gut beiseitegeschoben hatte: Mit Obrigkeiten wollte ich damals möglichst nichts zu tun haben. Als Messdiener gab ich schnell wieder auf, sobald ich konnte«, erinnert er sich.

Mit Demut, nicht mit Getöse

Vor allem faszinierten ihn zu Jugendzeiten die Diakone vor Ort, Heinrich Meermeyer und Bernhard Liekmeier, die ohne großes Getöse wie selbstverständlich mit der nötigen Demut ihren Dienst versehen hätten. Mit der Einsicht, im Leben selbst viel Glück zu gehabt zu haben, und der Absicht, diesen Segen mit andere Menschen zu teilen, erwuchs schließlich der Entschluss, Diakon werden zu wollen.

Quereinsteiger Johannes Koch engagierte sich als Lektor in seiner Gemeinde. Zeitgleich absolvierte er in Rekordzeit ein Fernstudium der Theologie an der Domschule Würzburg. Aus Spaß an der alttestamentlichen Schriftauslegung rief er in der Heimat einen Bibelkreis ins Leben, der sich jedes Quartal mit dem Buch der Bücher auseinandersetzt.

Obwohl er im ersten Versuch nicht in den Bewerberkreis zum Ständigen Diakonat aufgenommen wurde, versuchte es der angestellte Uhrmacher und Augenoptiker erneut – mit Erfolg. Im Frühjahr 2015 startete in Begleitung von Diakon Theo Breul aus Elsen und Prälat Hans-Dieter Michel als bischöflichem Beauftragten die pastoralpraktische Ausbildung, die auch zur Spende des Taufsakramentes und der Leitung einer Beerdigung befähigt.

Als zwischenzeitliche Hemmschuhe für das schnelle Fortkommen erwiesen sich die Priesterwechsel in Delbrück. Im November 2016 erfolgte die liturgische Beauftragung, ein Jahr drauf feierte Koch seine Admissio als formelle Aufnahme in den Klerikerstand.

Für sein Gemeindepraktikum nahm sich der Vater eines erwachsenen Sohnes die Organisation einer Mitfahrbörse zu Kirchenveranstaltungen im Pastoralen Raum vor. Mit Ehefrau Dr. Angela Koch, die am Lehrstuhl für Pastoralpsychologie an der Theologischen Fakultät Paderborn arbeitet, besuchte er einen Kursus für Gesprächsführung und seelsorgliche Begleitung.

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