Di., 17.04.2018

Fraktionsvorsitzender Udo Neisens ruft Opposition zur »Mäßigung« auf CDU will Hövelhofer Schulsystem erhalten

In Hövelhof gibt es eine Hauptschule und eine Realschule – wer Abitur machen will, muss in Nachbarkommunen zur Schule gehen.

In Hövelhof gibt es eine Hauptschule und eine Realschule – wer Abitur machen will, muss in Nachbarkommunen zur Schule gehen. Foto: dpa/Martin Schutt

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Die CDU-Fraktion möchte das Hövelhofer Schulsystem mit Realschule und Hauptschule so erhalten, wie es ist. Nachdem es im Ausschuss für Bildung und Jugend zu Diskussionen gekommen war, ruft CDU-Fraktionschef Udo Neisens die Opposition zur »Mäßigung« auf.

Wie berichtet hatte sich die Diskussion an den Anmeldezahlen und an der Information des Hövelhofer Hauptamtsleiters Thorsten Langemeier, er habe mit der Bezirksregierung die Gründung eines eigenen Gymnasiums in der Sennegemeinde diskutiert, entzündet.

Diskussionen nach Bekanntgabe der Anmeldezahlen

Die Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen hatten ergeben, dass im kommenden Schuljahr 64,7 Prozent aller jetzigen Hövelhofer Viertklässler in anderen Städten zur Schule gehen werden. Besonders hoch ist die Zahl der Kinder, die aus Hövelhof ans Gymnasium Schloß Neuhaus (48) und zur Gesamtschule Delbrück (21) wechseln. Die Anmeldezahlen der Krollbachschule liegen bei 35 (davon 18 Hövelhofer), die der Franz-Stock-Realschule bei 72 (davon 43 Hövelhofer). Die Oppositionsparteien wünschen sich eine Gesamtschule, damit auch in Hövelhof die Möglichkeit besteht, das Abitur zu machen.

Die Hövelhofer CDU sieht nach wie vor keinen Grund, das bestehende Schulsystem in der Sennegemeinde in Frage zu stellen. »Alle Parteien loben die nachweislich gute Arbeit, die an der Krollbachschule und der Franz-Stock-Realschule geleistet wird. Gleichzeitig werden diese erfolgreichen Schulen jedoch immer wieder von der SPD, den Grünen und der FDP in Frage gestellt. Fragen über Schulstrukturen eignen sich jedoch nicht für parteipolitische Spielereien«, schreibt Fraktionschef Udo Neisens in einer Stellungnahme. Der Vertreter der SPD habe der Verwaltung im Ausschuss für Bildung und Jugend fehlende Neutralität vorgeworfen. Die CDU weist diese Vorwürfe entschieden zurück »Die Verwaltung hat sehr transparent alle Fakten vorgetragen. Sie hat auch alle möglichen Optionen sachgerecht vorgestellt«, so Neisens: »Die Schülerzahlen in Hövelhof werden jedoch keine Gesamtschule oder ein Gymnasium darstellen lassen.« Für die Neugründung eines Gymnasiums wären jährlich 84 Anmeldungen für die fünfte Klasse nötig, für eine Gesamtschule sogar 100.

Eltern melden Kinder an 13 verschiedenen Schulen an

Die Art und Weise, wie im Ausschuss am Dienstag über die Anmeldezahlen diskutiert wurde, gefiel der Mehrheitspartei nicht: »Die CDU ruft die politischen Parteien in der Sennegemeinde zur Mäßigung auf«, schreibt Udo Neisens. Die Eltern der Hövelhofer Viertklässler meldeten ihre Kinder an 13 unterschiedlichen Schulen an. Die Gründe hierfür sind nach Ansicht der CDU vielfältig. Es werde auch in Zukunft nicht die idealtypische Schule geben, die alle Wünsche aller Eltern berücksichtigen könne, glaubt die Union.

Die Senne-CDU stellt fest, dass Haupt- und Realschule nach wie vor eine hohe Nachfrage fänden, die den Bestand beider Schulen langfristig sichere. So würden an der Krollbachschule derzeit 330 Schüler beschult. Allein im Schuljahr 2017/18 habe die Hauptschule nachträglich 71 Schüler aufgenommen, 16 aus Hövelhof, 37 aus Delbrück, acht aus anderen Kommunen, zehn in den internationalen Klassen. Die Realschule habe im aktuellen Schuljahr 38 nachträgliche Aufnahmen vorgenommen, davon 17 aus Hövelhof. Insofern könne ohne Zweifel von einem »Run« auf die örtlichen Schulangebote gesprochen werden. Eine andauernde und erneute Debatte über Schulsysteme könne jedoch Lehrer, Eltern und Schüler verunsichern: »Statt neue Schulstrukturen zu finanzieren, möchten wir lieber in gute Bildung investieren«, so Udo Neisens, der die Krollbachschule und die Franz-Stock-Realschule für die Zukunft gut gewappnet sieht.

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