Sa., 24.02.2018

Lichtenauer Förster Bernhard Beumling zieht Schadensbilanz Friederike wütete auch im Stadtwald

Die Schäden im Lichtenauer Wald sind enorm, weiß auch Förster Bernhard Beumling.

Die Schäden im Lichtenauer Wald sind enorm, weiß auch Förster Bernhard Beumling.

Lichtenau (WB/han). Sturm »Friederike« hat den Lichtenauer Stadtwald hart getroffen. Über das Ausmaß der Schäden hat Stadtförster Bernhard Beumling jetzt den Haupt- und Finanzausschuss informiert.

Der seit elf Jahren stärkste Orkan seit »Kyrill« habe am 18. Januar im städtischen Lichtenauer Wald rund 10.000 Festmeter gefällt, berichtete Beumling. Im gesamten Land Nordrhein-Westfalen seien es übrigens 1,4 Millionen Festmeter gewesen.

Betroffen gewesen seien im Raum Lichtenau vor allem kleine bis mittlere Flächen auf insgesamt und 100 Hektar, verteilt über das gesamte Stadtgebiet. Am stärksten seien die Schäden bei Fichten und anderem Nadelholz. Erste Schätzungen des Schadens seien gar nicht so einfach gewesen, weil Beumling und sein Team wegen blockierter Straßen und Waldwege zunächst gar nicht alle Bereiche erreichen konnten, um die Auswirkungen des Sturms abzuschätzen. Darum lauteten erste Schätzungen zunächst auf 5000, später auf 8000 Festmeter.

Beumling rechnet mit fallenden Preisen

Der Forstwirtschaftsplan sah für das laufende Jahr eigentlich einen Einschlag von 6500 Festmeter vor. Nun werden es nicht nur 3500 Festmeter mehr, sondern auch deutlich mehr Nadelholz als geplant, nämlich 10.000 statt 5.500 Festmeter. Entsprechend sollen statt der geplanten 1000 Festmeter nun nur 500 Festmeter Laubholz eingeschlagen werden.

Die Mehrkosten für die Aufarbeitung des Sturmholzes im Gegensatz zu einem normalen Einschlag beziffert Beumling auf rund 50.000 Euro. Dem gegenüber stünden Mehreinnahmen, weil ja auch mehr Holz verkauft werde. Bei der Selbstwerbung von Brennholz rechnet Beumling mit fallenden Preisen.

Nicht nur mit dem gefällten Holz, sondern auch mit den weiteren Auswirkungen von »Friederike« werden die Forstleute im Stadtgebiet Lichtenau nun Arbeit haben. Denn auch viele Waldschranken und Hinweisschilder, eine Holzbrücke und vor allem viele Waldwage wurden in Mitleidenschaft gezogen und müssen nun wieder repariert werden, was ebenfalls Mehrkosten verursacht.

Hohe Kosten für Wiederbewaldung

Beumling schlägt vor, geplante und eigentlich sehr wichtige forstliche Arbeiten zurückzustellen, die auch der Verkehrssicherung dienen sollten, wie etwa an der Annenkapelle und dem Hainberg in Atteln. Auch geplante ökologische Waldumbauten müssten verschoben werden.

Für die Wiederbewaltung der Sturmflächen rechnet Förster Bernhard Beumling ebenfalls mit hohen Kosten. Grundsätzlich, so der Förster, müsse man sich über die Zukunft des »Brotbaums« Fichte im Lichtenauer Stadtwald Gedanken machen. Weil Fichten besonders sturmanfällig sind, werden sie vielerorts – auch mit Blick auf den Klimawandel – nach und nach gegen standfestere Arten ersetzt.

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