So., 15.04.2018

2500 Besucher beim Familientag »Et labora« am Kloster Dalheim Wo arbeiten richtig Spaß macht

Den Wald und seine Bewohner zum Anfassen gibt’s am Stand von Ranger Carsten Wietfeld. Zusammen mit ihren Eltern Claudia und Jürgen Isenberg aus Delbrück erkunden Greta (10) und ihr Bruder Hendrik (7), was die Försterei zu bieten hat.

Den Wald und seine Bewohner zum Anfassen gibt’s am Stand von Ranger Carsten Wietfeld. Zusammen mit ihren Eltern Claudia und Jürgen Isenberg aus Delbrück erkunden Greta (10) und ihr Bruder Hendrik (7), was die Försterei zu bieten hat. Foto: Besim Mazhiqi

Von Marion Neesen

Dalheim (WB). Korbflechten ist vielleicht das älteste Handwerk überhaupt, womöglich ist es noch älter als das Töpfern. Beweisen lässt sich das kaum, denn Weiden vergehen ja. Doch Claudia Gensch freut sich, dass das Interesse am Korbflechten wächst. Sie präsentierte am Sonntag erstmals ihr Hobby bei »Et labora« am Kloster in Dalheim.

»Geflochten wird überall auf der Welt, lediglich die Materialien sind unterschiedlich. Maschinell lassen sich die Körbe nicht herstellen«, erklärt die Henglarnerin den wissbegierigen Besuchern, während sie Weiden zu einem Korb flechtet. Das Material hat sie zuvor zwei Wochen eingeweicht. So sind die Weiden schön biegsam. »Für dieses Handwerk braucht man lediglich ein Messer oder eine Zange, die Weiden kann man von November bis Februar an Bachläufen selbst schneiden«, erklärt Claudia Gensch.

Neben Claudia Gensch geben zwölf weitere Handwerker ihr Wissen auf dem Gelände des Klosters weiter und demonstrieren ihre Arbeit. Willi Zacharias etwa versenkt vor staunendem Publikum einen fünf Meter langen Schieber komplett im Steinofen und fischt herrlich duftendes Brot heraus. Drei Tage lang wurde der Ofen mit einem Durchmesser von vier Metern vorsichtig angeheizt, damit der Stein nicht reißt.

140 Brote finden darin Platz, die bei 220 Grad gebacken werden. Für den frischen Zucker- und Streuselkuchen stellen sich die Besucher gerne am Verkaufswagen an, manche schleppen sogar Tüten voller Brot nach Hause. denn das schmeckt noch so richtig wie früher. Auch am Stand des Landesbetriebes Wald und Holz herrscht großer Andrang. Beim Ranger Carsten Wietfeld und seinem Kollegen Michael Rabke können die Kinder Tierspuren aus Gibs formen. Gleichzeitig erfahren sie etwas über die tierischen Waldbewohner.

Nicht in Vergessenheit geraten

»Ora et labora« (bete und arbeite) – diese Regel des Benediktinerordens steht Pate für den Familientag im Zeichen althergebrachten Handwerks, der nun schon zum vierten Mal veranstaltet wurde. Dabei geht es darum, die vielen Arbeiten, die von jeher in einem Kloster verrichtet wurden, in Erinnerung zu rufen und alte Handwerkskunst nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Kinder und Erwachsene können dabei den Handwerkern über die Schulter schauen oder selbst mitanpacken.

Besonders gern versuchen sich die Kinder an diesem Sonntag auch im Hausbau bei Zimmerin Elisabeth Petzholdt. Ganz ohne Nägel aus Stahl entsteht aus vielen Sparren ein kleines Holzhaus. »Den Kindern macht das viel Spaß, und auch die Erwachsenen stellen viele Fragen«, berichtet die Zimmerin aus Vlotho.

Ein positives Fazit zieht auch Dr. Ingo Grabowsky, Direktor des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur. »Am Morgen hatten wir aufgrund des Wetters größte Befürchtungen, aber es werden wohl etwa 2500 Besucher hier gewesen sein«, ist Grabowsky zufrieden. Es seien sogar noch mehr Kinder als im vergangenen Jahr gezählt worden. »Die Veranstaltung hat sich etabliert, wir werden auf jeden Fall daran festhalten«, so Grabows­ky.

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