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So., 16.10.2016

Diözesanmuseum Paderborn bereitet spektakuläre Ausstellung vor Faszinierendes Rom

Die Marmorhand der nur noch in Resten vorhandenen Statue Kaiser Konstantins misst 1,70 Meter. Sie wird ebenso in Paderborn gezeigt – erstmals in Deutschland – wie die Bronzekugel, von der man einst glaubte, sie enthalte Cäsars Asche.

Die Marmorhand der nur noch in Resten vorhandenen Statue Kaiser Konstantins misst 1,70 Meter. Sie wird ebenso in Paderborn gezeigt – erstmals in Deutschland – wie die Bronzekugel, von der man einst glaubte, sie enthalte Cäsars Asche. Foto: Musei Capitolini

Paderborn (WB). Millionen von Reisenden haben die Prachtstücke der Kapitolinischen Museen bewundert. Jetzt sind sie auch in Paderborn zu sehen: Das Diözesanmuseum bereitet die spektakuläre Ausstellung »Wunder Roms im Blick des Nordens« vor.

In Deutschland wurde die Hand der marmorne Monumentalstatue des Kaisers Konstantin (reg. 306-337) noch nie gezeigt. Konstantin der Große ließ sie nach seinem Sieg gegen seinen Thronkonkurrenten Maxentius (Schlacht an der Milvischen Brücke 312) um 312/315 anfertigen. Vom Original sind heute nur noch Fragmente erhalten: beide Füße, eine Hand, Kopf und Teile von Beinen, Armen und der Brust.

Marmorkopf Konstantins II. (reg. 337-340). Foto: Musei Capitolini

Am Freitag haben die Paderborner um den Museumschef Christoph Stiegemann und die Kapitolinischen Museen den Leihvertrag unterzeichnet, der es erlaubt, einzigartige Exponate in Paderborn zu präsentieren. Dazu gehört auch der imposante Marmorkopf eines der Söhne Konstantins. Auch die vergoldete Bronzekugel (Globus) des vatikanischen Obelisken wird nach OWL gebracht. Sie schmückte den vermutlich unter Kleopatra in Alexandria aufgestellten Obelisken und wurde unter Caligula (reg. 37-41) nach Rom gebracht. Im Mittelalter verfestigte sich die Vorstellung, der Obelisk markiere Cäsars Grab und die Kugel enthalte die Asche Cäsars.

Ausleihe ein Vertrauensbeweis

Allein die Hand der erst 1487 wiedergefundenen Statue Konstantins misst 1,70 Meter, der gesamte Koloss des sitzenden Kaisers war einst 15 Meter hoch. »Es ist eine große Ehre und ein außerordentlicher Vertrauensbeweis uns gegenüber, dass die römischen Kollegen uns diese Exponate von Weltrang ausleihen«, sagte Stiegemann am Freitag. Dass die Leihgabe möglich wurde, führt der Paderborner Museumsdirektor auf die gute Zusammenarbeit bei früheren Ausstellungen zurück, darunter »Credo« (2013) über die Christianisierung Europas und »Caritas« (2015) über christliche Nächstenliebe.

»Wunder Roms«, die vom 31. März bis zum 13. August zu bestaunen sind, widmet sich der seit Jahrhunderten ungebrochenen Faszination, die die Ewige Stadt auf Menschen in aller Welt ausübt. Auf den Spuren der Romreisenden, der Pilger und Philosophen, der Kaiser und Künstler, schlägt die Schau einen Bogen von der Antike über das Mittelalter bis zur zeitgenössischen Foto- und Videokunst. Auch andere – nichtrömische – Museen stellen außergewöhnliche Exponate zur Verfügung, darunter alte Manuskripte, Schatzkunst, Graphiken und Skulpturen.

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