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Fr., 20.01.2017

Archäologen durchleuchten Äcker und Felder an Barkhauser Straße Moderne Schatzsuche

Acht Sensoren für Magnetometrie zieht das Quad hinter sich her und gewinnt damit Informationen aus dem Boden. Profis des Wiener Ludwig-Boltzmann-Institutes sind mit dieser Technik an der Barkhauser Straße im Einsatz gewesen.

Acht Sensoren für Magnetometrie zieht das Quad hinter sich her und gewinnt damit Informationen aus dem Boden. Profis des Wiener Ludwig-Boltzmann-Institutes sind mit dieser Technik an der Barkhauser Straße im Einsatz gewesen. Foto: LWL/Burgemeister

Paderborn (WB). Das nach Freizeitvergnügen aussieht, ist harte Arbeit: Mit dem Quad sind jetzt Profis des Wiener Ludwig-Boltzmann-Institutes für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie über die Felder und Äcker an der Barkhauser Straße in Paderborn gefahren.

Mittelalterliche Besiedlung

In Kooperation mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wollten die Wissenschaftler sicherstellen, dass auf dem Gelände des geplanten Gewerbegebietes keine archäologischen Artefakte liegen. Bereits in der Vergangenheit waren in unmittelbarer Nähe Relikte im Boden aufgetaucht. Die ersten Hinweise stammen aus den 1970er Jahren. Damals entdeckten die Archäologen Hinweise auf eisenzeitliche und mittelalterliche Besiedlung. Eine weitere Fläche, auf der von 1998 bis 2003 der Siedlungsplatz »Saatental« dokumentiert wurde, ist ebenfalls nicht weit entfernt.

Öfen, Gruben, Pfostenspuren und Keramik

Zuletzt konnte die Stadtarchäologie Paderborn bereits auf einem für die Entstehung einer neuen Grünfläche vorgesehenen Areal an der Barkhauser Straße Siedlungszeugnisse festhalten. Öfen, Gruben, Pfostenspuren und Keramik fanden sich hier im Boden. Deshalb wollen die Archäologen nun sichergehen, wie groß die Ausdehnung dieser Siedlung ist, die direkt neben den für das neue Gewerbegebiet vorgesehenen Flächen liegt. Antworten darauf kann das Quad mit seiner komplizierten Technik geben. Denn was äußerlich wie ein Freizeitflitzer aussieht, hat es wortwörtlich in sich: Im Anhänger sind acht Sensoren für Magnetometrie verarbeitet, die auf vier Rädern über das Gelände gezogen werden und dabei Signale in den Boden senden. Auf diese Weise messen sie Veränderungen im Erdmagnetfeld, die durch archäologische Strukturen wie Mauern, Gruben oder Gräben entstehen. Die Signale erfasst ein am Lenker installierter Computer, der sie in digitale Bilder umwandeln kann.

Planungssicherheit bei der Erschließung

»Mit den Ergebnissen werden wir der Stadt Paderborn als Investor schnellere und größere Planungssicherheit bei der Erschließung des Bauvorhabens ermöglichen können«, sagt Dr. Martin Kroker , Leiter des Museums in der Kaiserpfalz und der Paderborner Stadtarchäologie. Mit den bislang gängigen Methoden hätte es deutlich länger gedauert, die 80 Hektar umfassenden Flächen mit geophysikalischen Methoden zu analysieren – mit dem Quad ist die Suche innerhalb eines Tages beendet. Ob archäologische Artefakte im Boden gefunden wurden, zeigt sich erst nach einer Bearbeitung der digitalen Ergebnisse.

Zerstörungsfreies Arbeiten

Die Quads und die damit verbundene Technik der physikalischen Prospektion sind in einer Projekt-Kooperation für die LWL-Archäologie für Westfalen an mehreren Verdachtsstellen in allen Regionen unterwegs, in denen Bodendenkmäler in der Erde liegen. »Der große Vorteil ist, dass wir zerstörungsfrei arbeiten können und wichtige Erkenntnisse gewinnen, ohne die Bodendenkmäler in der schützenden Erde zu stören«, erläutert Jakob Kainz.

 

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