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Do., 07.12.2017

IHK-Chef Jürgen Behlke zum Thema Stickoxidbelastungen »Eine Messstelle reicht nicht«

In drei Metern Höhe hängt die Sammeldose für Stickoxide an der Bahnhofstraße in Paderborn.

In drei Metern Höhe hängt die Sammeldose für Stickoxide an der Bahnhofstraße in Paderborn. Foto: Jörn Hannemann

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Sind die Stickoxidbelastungen an Bahnhof- und Friedrichstraße wirklich zu hoch? Um diese Frage verbindlich klären zu können, müssten weitere Messpunkte eingerichtet werden. Das meint Paderborns IHK-Chef Jürgen Behlke.

Er verweist damit auf das Beispiel Bielefeld. Am Jahnplatz waren an der offiziellen Messstelle des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) ebenso wie in Paderborn die Stickoxid-Grenzwerte überschritten worden. Der Handelsverband hatte daraufhin am Jahnplatz zwei weitere Messstellen errichten lassen. Das Ergebnis: Die vom Handelsverband vorgelegten Daten der Stickoxid-Messungen liegen unter den EU-Grenzwerten. »Die IHK hat vor diesem Hintergrund ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, wonach der Standort des ursprünglichen Messpunktes, an dem die Grenzwerte überschritten werden, zumindest bedenklich ist. Große Schilder im Umfeld bremsen die Luftströme. Daher könnten die Ergebnisse verfälscht sein. Ebenso wurde festgestellt, dass die vom Handelsverband eingerichteten Messstellen nach LANUV-Vorschriften korrekt installiert worden sind. Aus Sicht des Gutachters müsste also ein Mittelwert aus den einzelnen Ergebnissen gebildet werden«, berichtet Behlke. Danach würden am Jahnplatz die Grenzwerte unterschritten.

Der IHK-Chef hält es für ratsam, dass auch die Verwaltung der Stadt Paderborn eigene Messpunkte an Bahnhof- und Friedrichstraße einrichtet. »Nach einem halben Jahr könne man sicher feststellen, ob sich die bisher gemessenen Werte bestätigen oder ob man andere Ergebnisse bekommt«, sagt Behlke. Punktuelle Messergebnisse auf die gesamte Fläche zu übertragen, hält der IHK-Geschäftsführer für »zumindest überdenkenswert«.

Die Stadt Paderborn werde aber nicht umhin kommen, weitere Maßnahmen zu verfolgen, um den Luftreinhalteplan zu erfüllen, meint er. Fahrverbote oder andere verkehrslenkende Maßnahmen müssten verhindert werden.

Ein Vorschlag, den Behlke zur Diskussion stellen möchte, betrifft den ÖPNV. Es sei darüber nachzudenken, ob man das Angebot des Padersprinters kostenfrei mache, um den Individualverkehr in der Stadt zu reduzieren. »Ein solches Angebot muss natürlich gegenfinanziert werden«, meint der IHK-Geschäftsführer. Der Padersprinter müsse also zunächst den Finanzbedarf ermitteln. Es sei dann Sache der Politik zu entscheiden, wie die Kosten auf die Allgemeinheit umgelegt werden.

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