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Do., 07.12.2017

Jahresbericht der Psychologischen Beratungsstelle »Schüler sind zunehmend gestresst«

Das Team der Psychologischen Beratungsstelle (von links): Quirin Huber, Cornelia Wiesing, Carsten Schulz, Nils Schütte, Brigitte Eversmann, Sabine Kramm, Martina Gröblinghoff, Kirsten Zünkler, Anette Baur, Sabrina Chodura, Andreas Neuhaus und Susanne Fitzner.

Das Team der Psychologischen Beratungsstelle (von links): Quirin Huber, Cornelia Wiesing, Carsten Schulz, Nils Schütte, Brigitte Eversmann, Sabine Kramm, Martina Gröblinghoff, Kirsten Zünkler, Anette Baur, Sabrina Chodura, Andreas Neuhaus und Susanne Fitzner. Foto: Kreis Paderborn

Paderborn (WB). Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Bauchweh: Jede zweite Schülerin hat oft oder sehr oft Stress. 37 Prozent der Jungen sind laut einer Studie der DAK von Stress betroffen und reagieren körperlich darauf. Der Stress nehme mit den Schuljahren zu, heißt es weiter  – dabei spielen auch Smartphones eine Rolle.

»Diese Befunde decken sich mit unseren Erfahrungen aus der Beratungstätigkeit«, heißt es im jetzt veröffentlichten Jahresbericht der Psychologischen Beratungsstelle für Schule, Jugend und Familie des Kreises Paderborn. Sorgen bereitet den Schulpsychologen auch die exzessive Nutzung von Smartphones. Selbst nachts blieben die Geräte angeschaltet, der Druck, unmittelbar auf Nachrichten reagieren zu müssen, werde von Schülern als Belastung empfunden.

Wie bereits seit Jahren dominieren Verhaltensprobleme, Störungen bei der Konzentration/Aufmerksamkeit und emotionale Probleme. Weitere Gründe, warum die Beratungsstelle aufgesucht wird, sind vor allem eine gefährdete Schullaufbahn, allgemeine Lernschwierigkeiten sowie Lese-Rechtschreibschwierigkeiten. 0,7 Prozent der neu hinzugekommenen Kinder kommen aus den Kindergärten, 41,7 Prozent aus den Grundschulen. Bei den weiterführenden Schulen haben vor allem Gymnasien (15,1 %), Gesamtschulen (14 %) sowie Realschulen (10,5 %) Unterstützung gesucht. Mit 67,85 Prozent machen die Jungen etwas zwei Drittel der Beratungsfälle aus. Das ist eine Entwicklung, wie sie seit Jahren von der Schulberatungsstelle beobachtet wird.

Im zweiten Teil des Jahresberichts wird die Systemberatung als zweite Säule der schulpsychologischen Beratungsarbeit vorgestellt. Dieser Auftrag der Schulpsychologie diene dazu, die Arbeit in den Schulen zu verbessern und im Einzelfall negative Schulkarrieren und damit möglicherweise ein Abgleiten in gesellschaftliche Randbereiche zu verhindern. Schulpsychologen, Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter sitzen regelmäßig an einem Tisch, um schwierige Unterrichtssituationen und auffälliges Schülerverhalten zu analysieren und Lösungen in Kooperation mit den Eltern zu entwickeln.

Im Kapitel Themen und Arbeitsfelder geht es auch um die schulische Entwicklung von Schülern mit Zuwanderungsgeschichte, die den Lehrkräften Sorge bereitet, heißt es im Bericht. Ihre Integration stelle das Schulsystem vor Herausforderungen. Die Angebote der Schulberatungsstelle würden weder seitens der Schulen noch der Betroffenen so angenommen wie im Vorfeld erwartet wurde. Die Schulpsychologen haben sich das Ziel gesetzt, die Gründe hierfür zu erkunden und »dann zu schauen, wie wir neu Zugewanderte besser erreichen können«, betont Susanne Fitzner. Mehrsprachige und in einfacher Sprache gehaltene Flyer seien ein Weg, um ins Gespräch zu kommen.

Der komplette Jahresbericht 2016-2017 kann unter www.kreis-paderborn.de eingesehen werden.

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