Do., 21.12.2017

Bilanz vorgelegt – Geschäft mit Banken leidet Umsatz bei Diebold Nixdorf unter Vorjahresniveau

Der Unternehmensschriftzug am Paderborner Standort.

Der Unternehmensschriftzug am Paderborner Standort. Foto: Besim Mazhiqi

Paderborn (WB/in/oh). Trotz rückläufigen Absatzes im Bankensektor hat die deutsche Diebold Nixdorf AG in dem am 30. September zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2016/17 ihren Ertrag verbessert. Dies liegt Angaben von Donnerstag zufolge in erster Linie an rückläufigen Personalkosten der mit dem US-Konzern Diebold fusionierten früheren Wincor Nixdorf AG.

Eigentlich wollte die Diebold Nixdorf AG den im Vorjahr erzielten höchsten Umsatz in der Firmengeschichte mindestens wiederholen . Stattdessen gingen die Verkäufe um acht Prozent von 2,579 auf 2,362 Milliarden Euro zurück. Sie lagen damit auch unter den Niveaus der Jahre 2012/13, 2013/14 und 2014/15.

Der Umsatzrückgang liegt ausschließlich an den Bankautomaten. Dabei erhöhten die Geldinstitute ihre Investitionen weltweit sogar um 4,3 Prozent. Die Verkäufe von Kassensystemen für den Einzelhandel blieben auf dem hohen Niveau des Vorjahres.

Nettoverlust in Höhe von 110 bis 118 Millionen Euro erwartet

Das operative Ergebnis vor einmaligen Aufwendungen für die Fusion und Restrukturierungskosten stieg im vergangenen Geschäftsjahr von 194 auf 200 Millionen Euro. Unter Einrechnung der Einmalkosten fiel der Gewinn allerdings von 198 auf 173 Millionen Euro. Der Gesamtkonzern geht für das laufende Geschäftsjahr 2017 sogar von einem Nettoverlust in Höhe von umgerechnet 110 bis 118 Millionen Euro aus.

Vorstandschef Andy W. Mattes musste wegen der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung vergangene Woche bereits seinen Platz räumen. Vor allem auf der Absatzseite insbesondere in Nordamerika bleibt Diebold Nixdorf hinter den eigenen Erwartungen zurück. Der Umsatz soll sich noch auf 3,9 Milliarden Euro belaufen. Ursprünglich war mit 4,2 Milliarden Euro kalkuliert worden. In Deutschland wie in Europa sind die Umsätze weitestgehend stabil.

Das von Wincor Nixdorf eingebrachte Geschäft mit Kassensystemen für den Handel macht im laufenden Jahr etwa 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Bei dem Kerngeschäft mit Geldautomaten im Bankbereich arbeitet Diebold Nixdorf an neuen Produkten, Software-Lösungen und einer Stärkung des Servicegeschäfts. Die Überlegungen reichen bis zu einem Modell, bei dem Diebold Nixdorf als Dienstleister die Geldautomaten betreibt.

In Deutschland sollen bis 2020 rund 400 Stellen wegfallen

Teil des Restrukturierungsprogramms ist ein Stellenabbau unter anderem in Deutschland und Westeuropa. So gibt es aktuell Jobverlagerungen in die Slowakei. In Deutschland sollen bis 2020 rund 400 Stellen wegfallen, die Hälfte davon in Paderborn. In der Europazentrale hat sich die Mitarbeiterzahl schon zuletzt von 1800 auf nun rund 1700 reduziert.

Bis zur Benennung eines neuen Vorstandschefs führen, wie berichtet, Finanzchef Christopher Chapman und Jürgen Wunram, Vorstandschef der AG, kommissarisch den Konzern. Bei der Suche nach einem Nachfolger für den deutschstämmigen Mattes ist auch eine Personalberatung eingeschaltet. Ein klares Indiz, dass wohl ein externer Manager das Ruder übernehmen soll.

Um das Geschäftsjahr dem Mutterkonzern, der sich am Kalenderjahr orientiert, anzupassen, läuft bei der deutschen Diebold Nixdorf AG aktuell ein Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Oktober bis 31. Dezember.

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