Mi., 03.01.2018

Handelsverband OWL zieht erste Bilanz – Jahresziel 2017 wohl verfehlt Weihnachtsgeschäft stagniert

Volle Innenstädte wie hier in Paderborn gehörten auch zum Weihnachtsgeschäft 2017. Nach ersten Hochrechnungen hat der Handel in Ostwestfalen-Lippe die selbst gesteckten Umsatzerwartungen aber nicht erreicht.

Volle Innenstädte wie hier in Paderborn gehörten auch zum Weihnachtsgeschäft 2017. Nach ersten Hochrechnungen hat der Handel in Ostwestfalen-Lippe die selbst gesteckten Umsatzerwartungen aber nicht erreicht. Foto: Besim Mazhiqi

Von Edgar Fels

Bielefeld/Paderborn (WB). Das Weihnachtsgeschäft 2017 verlief für den Handel in der Region offenbar mehrheitlich enttäuschend. »Die Umsätze stagnieren«, lautet eine erste Bilanz des Handelsverbandes OWL.

»Der Endspurt im Weihnachtsgeschäft war zwar gut. Auch zwischen den Jahren waren die Innenstädte voll«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes OWL, Thomas Kunz, gestern. »Die Umsätze aber bewegen sich auf dem Vorjahresniveau«.

Damit habe der regionale Handel sein eigenes Ziel, den Umsatz gegenüber dem Weihnachtsgeschäft 2016 um zwei Prozent auf etwa 2,1 Milliarden Euro zu steigern, offenbar verfehlt. Zum Weihnachtsgeschäft rechnet die Branche die Monate November und Dezember. Endgültige Zahlen will der Verband in etwa vier Wochen vorlegen.

Ernüchterndes Weihnachtsgeschäft

Auffällig ist Kunz zufolge die Spannbreite, mit der Einzelhändler ihr Geschäft bewerteten und die ein einheitliches Meinungsbild erschwerten. »Für den einen verlief es schlecht, für den anderen sehr gut.« Grundsätzlich sei festzustellen: »Die Händler in den größeren Städten sind eher zufrieden als die in den kleineren Städten und Händler in den größeren Geschäften sind eher zufriedener als die in kleineren Läden.«

Angesichts des ernüchternden Weihnachtsgeschäfts sei derzeit ebenfalls noch unklar, ob der Handel in Ostwestfalen-Lippe sein Jahresziel schaffe – nämlich einen Umsatz von 11,3 Milliarden Euro. 2016 lag dieser Wert bei 11,0 Milliarden Euro. Er beinhaltet neben dem Lebensmittelhandel auch den Online-Umsatz, der von den regionalen Händlern erzielt wird. Dagegen fließen die Erlöse des überregionalen Online-Handels, wie er etwa von Amazon generiert wird, nicht in die Statistik ein. »Das ist nicht zu erfassen«, sagt der Handelsverbands-Chef.

Dauerstreitthema »verkaufsoffene Sonntage«

Vor allem für den Textilhandel sei das Jahr 2017 schlecht verlaufen. Wetter und das jeweilige Angebot passten oft nicht überein.

Zum Dauerstreitthema »verkaufsoffene Sonntage« hat sich derweil auch der Vorsitzende des Handelsverbandes OWL, Ferdinand Klingenthal, geäußert. Der Textilkaufhaus-Betreiber (Häuser in Paderborn, Herford, Gütersloh und Salzkotten) hält den von der neuen NRW-Regierung angekündigten Rahmen von acht Sonntagen im Jahr, an denen die Geschäfte öffnen dürfen, für richtig. »Das räumt dem Handel eine wichtige Flexibilität ein«, sagt Klingenthal. Denn es sei ja nicht gesagt, dass die Geschäfte dann auch tatsächlich an acht Sonntagen im Jahr öffnen würden. Gewerkschaften und Kirche laufen gegen die Ausweitung des verkaufsoffenen Sonntags Sturm.

Klingenthal selbst ist mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden, wie er sagt. Dies könne aber auch daran liegen, dass er in seinen Häusern in Paderborn, Herford und Gütersloh (Bruttoverkaufsfläche etwa 17.000 Quadratmeter) aufgrund von Umbauarbeiten (bis Ende März) Rabatte von bis zu 30 Prozent anbiete, sagt Klingenthal.

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