Fr., 12.01.2018

NRW-Innenminister Herbert Reul spricht beim CDU-Neujahrsempfang »Polizei braucht emotionale Welle«

Die CDU nimmt ihren Innenminister in der Mitte: (von links) Evelyne Schubert, Bürgermeister Michael Dreier, Markus Mertens, Herbert Reul, Landrat Manfred Müller, Christoph Kahmen, Daniel Sieveke sowie Michael Pavlicic.

Die CDU nimmt ihren Innenminister in der Mitte: (von links) Evelyne Schubert, Bürgermeister Michael Dreier, Markus Mertens, Herbert Reul, Landrat Manfred Müller, Christoph Kahmen, Daniel Sieveke sowie Michael Pavlicic. Foto: Ingo Schmitz

Von Ingo Schmitz

Paderborn-Schloß Neuhaus (WB). Der Wunsch nach Sicherheit stellt das größte Bedürfnis für viele Menschen in diesem Land dar. Innenminister Herbert Reul hat beim CDU-Neujahrsempfang in Schloß Neuhaus versprochen, sich darum zu kümmern. Allerdings benötige er dazu die Unterstützung der Bürgerschaft.

Schritt für Schritt, so betonte der Minister am Donnerstagabend vor mehr als 200 Zuhörern, werde er sich für Verbesserungen in NRW einsetzen. Eine 100-prozentige Sicherheit sei allerdings nicht erreichbar, schränkte er ein.

Sein Ziel will er mit einem Mehr an Polizisten, mehr Verwaltungsmitarbeitern, die die Polizei unterstützen, sowie einer besseren technischen Ausstattung der Beamten erreichen. Defizite gebe es derzeit im Bereich der Elektronik, der Gebäude, der Sicherheitswesten sowie bei den Streifenwagen, die viel zu klein dimensioniert seien. Außerdem sollen die Beamten im Wach- und Wechseldienst nach der im vergangenen Jahr gestarteten Testphase flächendeckend mit Bodycams ausgestattet werden, kündigte Reul an.

Ein Dankeschön reiche schon

Die Beamten bräuchten aber auch den Respekt, die Anerkennung und Wertschätzung durch die Bürger, stellte er klar. »Es gibt Kampagnen wie ›Rettet die Fledermaus‹. So etwas vermisse ich für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Wir brauchen eine emotionale Welle für die Polizei«, forderte der Innenminister des Landes, dass die Bürger sich an dieser Stelle mehr einsetzen könnten und müssten. Ein Dankeschön reiche schon, meinte er.

Landrat Manfred Müller äußerte in seinem Grußwort den Wunsch an den Minister nach mehr Unterstützung für die Kreispolizeibehörde Paderborn. In acht Jahren habe man hier 30 Stellen verloren – und das bei wachsenden Aufgaben. »Wir haben schwierige Bedingungen mit der Unterbringungsanstalt für Abschiebehäftlinge in Büren, mit den Einsätzen rund um den Profi-Fußball sowie eine große Zahl an Schwertransporten. Wir sind ein Oberzentrum mit Demonstrationen, wir wollen aber auch die Fläche versorgen. Wir brauchen Personal«, erläuterte Müller die besondere Situation des Kreises. Mit dem Prinzip, so viel Polizei wie möglich auf die Straße zu bringen, fahre man gut, sagte Müller. Daher sei es wichtiger, in Schloß Neuhaus Polizeistreifen zu haben, als die Wache dauerhaft zu besetzen, stellte er klar.

Markus Mertens, Vorsitzender der Ortsunion Schloß Neuhaus, Sande und Sennelager, hatte auch noch einen Wunsch an den Minister: Es sei richtig, dass Regionen unterstützt würden, wenn dort ganze Industriezweige verschwänden. Eine solche Unterstützung sei aber auch für die Kommunen notwendig, die unter den Folgen der Konversion zu leiden hätten. Mertens: »Bei den Konversionsflächen erhalten wir sicherlich Grund und Boden, müssen dafür aber zahlen und dann noch Markpreise. Man sollte zumindest mal hinterfragen, ob das so richtig sein kann. Wir wünschen uns da weniger Bürokratie.«

CDU-Jubilare geehrt

Eine Lanze brach er zudem für den sofortigen Ausbau der Infrastruktur in Schloß Neuhaus. »Uns fehlen hier zwei viergruppige Kindergärten – jetzt schon. Auf die Entwicklung der Konversionsflächen – da sprechen wir über Zeiträume von mindestens acht Jahren – brauchen wir nicht zu warten.« In Mastbruch, Sande und Sennelager werde man für Investitionen in die Schulen sorgen, versprach er.

Mehr Einsatz für das in die Jahre gekommene Gelände der ehemaligen Landesgartenschau sei ebenfalls nötig. In diesem Jahr seien nun Haushaltsmittel für den Marstall und die Beleuchtung an der Marstallstraße vorgesehen.

Optimistisch blickte Mertens auf die weitere Entwicklung des Lippesees. Zu diesem Thema werden am Mittwoch, 31. Januar, 18 Uhr, im Gut Lippesee erste Ideen präsentiert.

Im Anschluss an die Reden des Empfangs wurden die CDU-Jubilare geehrt. Seit 25 Jahren dabei sind: Gerda Wolf, Franz-Josef Wolf, Robert Siemensmeyer, Johannes Rothenberg, Heinrich Rath, Helmut Münster, Friedrich Kessler, Manfred Jacob, Klaus Hölting, Frank Glaen, Marlis Dick, Norbert Buxot und Konrad Bröckling. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Dr. Norbert Börste, Jürgen Stendtke, Heinz Köhler und Norbert Heiler geehrt. Seit 70 Jahren gehört Heinrich Jorch der Union an.

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