Fr., 19.01.2018

Gartenschaugelände bleibt nächste Woche geschlossen – Dachdecker im Dauereinsatz Das große Aufräumen im Kreis Paderborn

Erhebliche Schäden verursachte der Orkan auch an der Paderborner Kulturwerkstatt. Alle Veranstaltungen wurden zunächst abgesagt.

Erhebliche Schäden verursachte der Orkan auch an der Paderborner Kulturwerkstatt. Alle Veranstaltungen wurden zunächst abgesagt. Foto: Manfred Stienecke

Paderborn (WB/per). Am Tag eins nach Orkan »Friederike« wird nach und nach das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar. So hat das Unwetter zum Beispiel so stark auf dem Gelände der Gartenschau Bad Lippspringe gewütet, dass es die komplette nächste Woche geschlossen bleibt.

Dachdeckerbetriebe kamen am Freitag mit den Auftragseingängen nicht mehr hinterher. »Das Telefon klingelt im Sekundentakt«, sagte Markus Happe. Es seien vornehmlich weggeflogene Dachpfannen und -ziegeln, die von den Anrufern als Schäden gemeldet würden. »Wir gehen nach einer Prioritätenliste vor und versuchen zunächst, die Dächer provisorisch so abzudichten, dass kein Wasser ins Gebäude gelangen kann.« Allein mit diesen Notfällen seien Happe und seine Mitarbeiter schon jetzt bis einschließlich Mittwoch nächster Woche ausgelastet. »Es ist nicht ganz so dramatisch wie Kyrill, aber es nimmt langsam ähnliche Züge an«, sagte Happe mit Blick auf 150 Schadensmeldungen, die ihm bereits am Freitagvormittag vorlagen.

Straßensperrungen

Folgende Straßen bleiben nach Auskunft der Polizei noch bis Montag gesperrt: K23 Blankenrode - Hardehausen, K26 Lichtenau - Willebadessen, K37 Alfen, Kreisverkehr Weltsöden - Wewer, L817 Assel - Herbram Wald, L763 Kleinenberg -Willebadessen, L756 Haaren, Postecke - Alfen.

25 Bäume auf Gartenschaugelände umgestürzt

Massive Schäden meldet auch die Gartenschaugesellschaft Bad Lippspringe. Sprecherin Laura Klingbeil sagte, dass mehr als 25 große Bäume umgestürzt seien – vor allem im Bereich der Adlerwiese. Weitere 50 bis 60 Bäume seien so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie gefällt werden müssten. »Deswegen bleibt das Gelände die ganze nächste Woche geschlossen«, sagte Klingbeil. Das gelte auch für den öffentlich zugänglichen Waldpark-Ost, da dort ebenfalls zunächst die von »Friederike« angerichteten Schäden beseitigt werden müssten.

In Salzkotten (Am Wallgraben/B1) wurde das Dach dieses Gebäudes schräg gegenüber vom Heder-Center zu großen Teilen abgedeckt. Foto: Feuerwehr Salzkotten

Keine Veranstaltungen in der Kulturwerkstatt

Erhebliche Schäden verursachte der Orkan auch an der Paderborner Kulturwerkstatt. Das Flachdach über dem zweistöckigen Gebäudeteil wurde von dem Orkan zur Hälfte angehoben und umgeschlagen. Handwerker bemühten sich am Freitag darum, die geöffnete Dachfläche abzudichten. Die auf dem Dach installierten Lichtkuppeln sind zerstört. Teile der Glaskuppen stürzten in das Obergeschoss. Werkstatt-Leiter Arnd Voss-Reichmann befürchtet, dass das Dach komplett erneuert werden muss. Alle Veranstaltungen wurden zunächst abgesagt. Ob Teilbereiche des Hauses wieder zugänglich sind, erfahren Nutzer und Besucher aktuell auf der Homepage der Kulturwerkstatt.

755 Einsätze der Rettungskräfte – Feuerwehrmann verletzt

Orkantief Friederike sorgte für viel Arbeit: Insgesamt 755 Einsätze leisteten 1026 Feuerwehrmänner und –frauen, das THW Paderborn und Büren mit 24 Einsatzkräften sowie der MHD und das DRK mit insgesamt 28 Helfern. In Teilen von Lichtenau fiel zwischenzeitlich der Strom aus. Der Lichtenauer Ortsteil Blankenrode war mehrere Stunden von der Außenwelt abgeschnitten, weil alle Zufahrtsstraßen durch umgestürzte Bäume blockiert waren. Am frühen Abend konnte dann eine Zufahrt von Husen aus geschaffen werden. In Delbrück verletzte sich ein Feuerwehrmann leicht, als er einen umgestürzten Baum zersägte. Der Splitter im Auge ist entfernt, »dem Kollegen geht es gut«, sagt Theo Kleemann, Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale.

Gymnasium Delbrück bis Montag geschlossen

Am Gymnasium Delbrück haben sich die Dachschäden als so massiv herausgestellt, dass der Unterricht bis einschließlich Montag ausfällt. Das gilt auch für den für Samstag geplanten Tag der offenen Tür und zwei Theateraufführungen. Alle Termine sollen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Orkan fällt in Lichtenau 8000 Festmeter Holz

6000 bis 8000 Festmeter Holz hat der Sturm nach ersten Schätzungen im Lichtenauer Stadtwald gefällt. Das entspreche etwa einem Jahreseinschlag, sagt Franz-Josef Manegold, zuständiger Abteilungsleiter bei der Stadt. »Was Kyrill nicht erwischt hat, hat jetzt Friederike geholt«, ärgert er sich. Die Intensität des Sturms sei diesmal fast ebenso stark gewesen wir vor genau elf Jahren bei Kyrill. Betroffen seien im knapp 1000 Hektar großen städtischen Wald abermals vor allem die Fichten. Mit Schnee bedeckt, hätten sie mit ihren falchen Wurzeln dem Sturm im aufgeweichten Erdreich nicht standhalten können.

 

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