Mi., 14.02.2018

Sprechstunde der Wirtschaftsförderung hat sich etabliert 1000-fache Hilfe für Gründer

Jürgen Liedmeier und Monika Palka (von links) sind zwei der etwa 1000 Gründer, die von der Sprechstunde profitiert haben. Das freut (von rechts) die Beraterinnen Maria Reimer und Heike Süß sowie Rüdiger Matisz und Frank Wolters.

Jürgen Liedmeier und Monika Palka (von links) sind zwei der etwa 1000 Gründer, die von der Sprechstunde profitiert haben. Das freut (von rechts) die Beraterinnen Maria Reimer und Heike Süß sowie Rüdiger Matisz und Frank Wolters. Foto: Besim Mazhiqi

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). 1000 angehende Existenzgründer haben Maria Reimer und Heike Süß in den vergangenen zwölf Jahren beraten. Aus manchem Gespräch in den Räumen der Arbeitsagentur entwickelte sich eine Erfolgsgeschichte, anderen haben sie vom Schritt in die Selbstständigkeit abgeraten.

Gefragt ist die Sprechstunde für Existenzgründer, die monatlich von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) angeboten wird, nach wie vor. »Einige kommen nur mit einer Idee, andere haben schon einen Businessplan in der Tasche«, beschreibt Gründungsberaterin Maria Reimer die oft sehr unterschiedlichen Voraussetzungen. »Wir versuchen dann zunächst, die Idee zu durchdringen, schauen, was die drängendsten Fragen sind und überlegen gemeinsam die nächsten Schritte.«

Dabei holen sie bei Bedarf auch weitere Fachleute der Wirtschaftsförderung, der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer ins Boot. »Das Erstgespräch in der Sprechstunde ist nur der Aufschlag, danach werden die Gründer weiter auf ihrem Weg begleitet«, ergänzt Heike Süß. Das Heft des Handelns sollen die Gründer in der Hand behalten. Das gelte auch für die Entscheidung, ob es tatsächlich in die Selbstständigkeit geht. »Wir machen Mut, äußern auch Bedenken. Wir werden nicht für’s Applaudieren bezahlt«, stellt Reimer klar.

Experten nehmen Sorgen

Monika Palka (41) hat die Existenzgründungssprechstunde genutzt und sich mit ihrem Kosmetikstudio »Moyamoni« inzwischen behauptet. »Sowohl im ersten Jahr als auch im zweiten lief es besser, als ich in meinem Businessplan vorgesehen hatte«, freut sie sich. Ihre Arbeitsvermittlerin hatte sie auf die Sprechstunde hingewiesen. »Ich bin vor möglichen sprachlichen Problemen und der Bürokratie zurückgeschreckt«, erzählt die Kosmetikerin, Fußpflegering und Wimpernstylistin. Diese Sorge haben ihr die Experten und diverse Fortbildungen genommen. Mit dem Gründungszuschuss der Arbeitsagentur legte sie den Grundstein für ihr Studio.

Einen Gründungszuschuss erhalten die allermeisten, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen, ergänzt Rüdiger Matisz, Leiter der Arbeitsagentur Paderborn. »Im Januar haben wir 799 Menschen in Arbeit vermittelt, elf von ihnen haben sich selbstständig gemacht«, berichtet er. Pro Jahr zähle die Arbeitsagentur 90 bis 140 Existenzgründungen. »Nach bundesweiten Erhebungen gibt ein Drittel in den ersten drei Jahren auf, nach fünf Jahren ist es die Hälfte«, weiß Heike Süß. Mit der Beratung will die WFG dazu beitragen, dass diese Zahl weiter sinkt.

Jürgen Liedmeier (Autoprofi Liedmeier) hat den Schritt, der aus seinem Beratungsgespräch resultierte, jedenfalls ebenfalls nicht bereut. Nach sieben Jahren habe er manche Klippe umschifft und blickt optimistisch in die Zukunft.

Kommentare

Sicherheits-Text:*

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5523808?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F