Do., 15.02.2018

Wohnraumförderung: Paderborn rückt eine Stufe höher – Zahl der Sozialwohnungen geht drastisch zurück Land lockt Investoren mit mehr Geld

Die Zahl der Sozialwohnungen ist in Paderborn seit der Jahrtausendwende um mehr als 2000 zurückgegangen. Das Land schafft nun neue Anreize für Investoren. In der Wohnraumförderung rückt Paderborn in die nächst höhere Förderstufe.

Die Zahl der Sozialwohnungen ist in Paderborn seit der Jahrtausendwende um mehr als 2000 zurückgegangen. Das Land schafft nun neue Anreize für Investoren. In der Wohnraumförderung rückt Paderborn in die nächst höhere Förderstufe. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn (WB). In Paderborn ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Sozialwohnungen immer weiter zurückgegangen. Nun könnte der Bau solcher Wohnungen für Investoren wieder interessanter werden, weil deren Bau künftig vom Land Nordrhein-Westfalen finanziell wieder mehr gefördert wird.

Bei der Wohnraumförderung ist die Stadt Paderborn in Stufe vier und damit eine höher als bisher gerutscht. Von den zehn kreisangehörigen Kommunen trifft das neben Paderborn auch auf Lichtenau (künftig Stufe 2) zu. Die Stadt ist in den neuen Wohnraumförderungsbestimmungen (WFB) ebenfalls um eine Stufe höher gerückt – von eins auf zwei.

Keine Veränderungen der finanziellen Förderung gibt es für Investoren, die in Altenbeken, Bad Lippspringe, Borchen, Delbrück oder Hövelhof bauen wollen. Das Land fördert künftig den Bau von Sozialwohnungen in Bad Wünnenberg, Büren und Salzkotten weniger als zuletzt. Diese drei Kommunen rutschen eine Stufe in der Förderkategorie runter.

Günstigere Förderbedingungen für die Investoren

»Durch die neue Stufe ergeben sich günstigere Förderbedingungen für die Investoren, da die aktuellen Wohnungsmarktverhältnisse besser berücksichtigt werden. Die Förderbeträge sind in der Mietenstufe 4 höher als in der Mietenstufe 3. Die Grundpauschalen je Quadratmeter Wohnfläche (Neubau) liegen künftig in der Mietenstufe 3 bei 1680 Euro in der Mietenstufe 4 bei 1850 Euro«, teilt Fabian Götz, stellvertretender Pressesprecher des Bauministeriums auf Anfrage mit. In der Stufe eins gibt es eine Förderung von 1250 Euro und in der zweiten Stufe 1450 Euro.

Zur Jahrtausendwende gab es in der Stadt 6448, vor fünf Jahren noch 4687, vor drei Jahren 4464 und Ende 2016 nach Angaben der Stadtverwaltung nur noch 4354 Sozialwohnungen. In 15 Jahren ist die Anzahl dieser Wohnungen um mehr als 2000 geschrumpft. Sozialwohnungen fallen aus der Preisbindung, wenn die Baudarlehn zurückgezahlt sind. Im Gegenzug entstanden in Paderborn zu wenig neue.

Gutachten des Forschungsinstituts

Die neue Einstufung Paderborns gehe zurück auf ein Gutachten des Forschungsinstituts F und B Forschung und Beratung aus Hamburg zur Fortschreibung der Gebietskulisse bei der sozialen Wohnraumförderung. In diesem Gutachten werden alle Städte und Gemeinden auf der Grundlage von statistischen Daten bestimmten Mietenstufen zugeordnet. Berücksichtigt wurden dabei die Vergleichsmieten, die Angebotsmieten und die Bodenpreise.

Für mögliche Investoren ist die neue Stufe auch deshalb interessant, weil sie für Sozialwohnungen eine höhere Miete neben können. Bisher lag die Mietobergrenze in Paderborn bei 5,55 Euro pro Quadratmeter. Künftig können dann 6.20 Euro pro Quadratmeter genommen. Die Zuordnung zu den Mietenstufen diene dazu, die örtlichen Wohnungsmarktverhältnisse und Kostensituationen bei der Förderung angemessen zu berücksichtigen. Denn dort wo die Marktmieten relativ hoch und auch die Bodenpreise hoch seien, sei eine höhere Förderung notwendig.

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