Mo., 12.03.2018

Paderborner Feuerwehr kritisiert Baustellensituation auf der A33 »Wo soll man denn noch hin?«

Ein Ärgernis für die Mitglieder der Feuerwehr Paderborn ist die Baustelle auf der A33. Dort habe es im vergangenen Jahr wiederholt Probleme gegeben, weil das Bilden eine Rettungsgasse unmöglich war. Die Wehr hofft auf ein zügiges Bauende.

Ein Ärgernis für die Mitglieder der Feuerwehr Paderborn ist die Baustelle auf der A33. Dort habe es im vergangenen Jahr wiederholt Probleme gegeben, weil das Bilden eine Rettungsgasse unmöglich war. Die Wehr hofft auf ein zügiges Bauende. Foto: Jörn Hannemann

Von Jürgen Vahle

Paderborn (WB). Die Paderborner Feuerwehr ist 2017 zu 536 Bränden und zu 1793 Hilfseinsätzen ausgerückt. Außerdem gab es im Schnitt täglich 42 Einsätze von Krankenwagen und Notarzt. »Ein Jahr ohne Rekorde, aber langweilig war es nicht«, fasst Paderborns Feuerwehrchef Ralf Schmitz zusammen.

Er und seine beiden Stellvertreter Hubertus Henning (Benhausen) und Robert Siemensmeyer (Sande) haben am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung der Paderborner Gesamtwehr eine kurzweilige Rückschau auf das vergangenen Jahr gehalten. Das Treffen fand in diesem Jahr in der Schützenhalle Marienloh statt.

Viele Verkehrsunfälle

Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen haben die Wehr 2017 besonders häufig beschäftigt. 175 solcher Einsätze gab es. Hinzu kamen 26 Zimmer-, 7 Keller-, 5 Wohnungs- und 2 Firmenbrände. Brandopfer gab es in 2017 nicht. Im Oktober gab es die meisten Einsätze, im April die wenigsten. Mit Blick auf die Tageszeiten ist der Zeitraum zwischen 15 und 16 Uhr der gefährlichste. Am ruhigsten war es zwischen 4 und 5 Uhr morgens.

Feuerwehr hat fast 1000 Mitglieder

957 Kräfte hat die Feuerwehr im Stadtgebiet. 346 sind im Ehrenamt tätig, 207 sind hauptamtliche Kräfte. Hinzu kommen die Mitglieder der Kinder-, Jugend- und Ehrenabteilungen sowie der Spielmanns- und Musikzüge. Viel Lob für ihre Einsatzbereitschaft hatten nicht nur Landrat Manfred Müller, Bürgermeister Michael Dreier und der stellvertretende Kreisbrandmeister Christoph Müller dabei. Auch Ralf Schmitz untermauerte das Engagement seiner Truppe mit Zahlen, die aus einer Erhebung für den neuen Brandschutzbedarfsplan stammen. Trotz steigender Belastungen im Job stünden auch während der Arbeitszeit bei Einsätzen immer noch im Schnitt 6,5 ehrenamtliche Kräfte zur Verfügung. Das sind allerdings 1,5 Personen weniger als im Vorjahr. Dafür ist die Einsatzbereitschaft außerhalb der Arbeitszeiten gestiegen: Im Schnitt sind dann 9,3 Feuerwehrleute dabei (Vorjahr 8).

Probleme auf der A33

Ralf Schmitz hatte für die teilnehmenden Mitglieder der Löschzüge des Paderborner Stadtgebietes aber nicht nur reichlich Zahlen, Daten und Fakten parat, sondern machte auch auf kritische Punkte aufmerksam. So kritisierte Schmitz die Baustellenplanung auf der A33. Die Deutschen hätten offenbar im Gegensatz zu den Nachbarländern ohnehin ein Problem, Rettungsgassen zu bilden. Aber im Baustellenbereich der A33 sei eine Rettungsgasse überhaupt nicht möglich gewesen: »Kein Standstreifen und eine Mittelleitplanke aus Beton: Wo soll man denn noch hin, um eine Rettungsgasse zu bilden «, kritisierte der Feuerwehrchef. Das habe zuletzt bei Rettungseinsätzen auf der A33 gleich bei mehreren Unfällen zu Problemen geführt . »Wir können nur hoffen, dass die Autobahnbaustellen zügig abgewickelt werden.«

Immer häufiger Gaffer

Hart ins Gericht ging Schmitz mit Gaffern – also mit Zeugen von Unglücken, die am Einsatzort per Smartphone Fotos und Videos machen. »Diese Sucht geht leider schon so weit, dass wir unsere Arbeit nicht mehr ungehindert machen können. Wir versuchen mit Decken und anderen Hilfsmitteln die betroffenen Menschen den Blicken der Neugierigen und deren Smartphones zu entziehen«, beschreibt Schmitz.

Retter werden angepöbelt

Auch »Gewalt gegen Einsatzkräfte« ist für die Paderborner Feuerwehr ein Thema. Es gebe in Paderborn zwar sehr wenige bekannte Fälle, aber erst unlängst sei einer seiner Retter bei einem Einsatz angepöbelt und geschubst worden. Schmitz appelliert hier an die breite Öffentlichkeit, Zivilcourage zu zeigen und einzugreifen. »Das würde den Rettungskräften vor Ort vor allem moralisch helfen«, ist sich Schmitz sicher.

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