Mo., 14.05.2018

A-cappella-Ensemble Basta singt von Verrücktheiten im Alltag So macht hohe Kunst Spaß

»Schön, dass du gekommen bist«: Basta sagten »allen mitgeschleppten Männern« in der Paderhalle musikalisch danke. In lockerer Performance zeigten (von links) William Wahl, René Overmann, Werner Adelmann, Hannes Herrmann und Arndt Schmöle Gesangskultur auf höchstem Niveau. Unterstützt wurden sie dabei von einer aufwändigen, aber stimmigen Lichtregie.

»Schön, dass du gekommen bist«: Basta sagten »allen mitgeschleppten Männern« in der Paderhalle musikalisch danke. In lockerer Performance zeigten (von links) William Wahl, René Overmann, Werner Adelmann, Hannes Herrmann und Arndt Schmöle Gesangskultur auf höchstem Niveau. Unterstützt wurden sie dabei von einer aufwändigen, aber stimmigen Lichtregie. Foto: Andrea Pistorius

Von Andrea Pistorius

Paderborn (WB). Gute-Laune-Musik kann richtig viel Spaß machen, wenn sie kreativ und witzig ist: Das A-cappella-Ensemble Basta liefert den besten Beweis dafür, auch wenn die Jungs selbstironisch in einem Song nur »blanken Hass« darauf verspüren.

Das Publikum in der gut gefüllten Paderhalle hat sich eindeutig bestens unterhalten gefühlt. Und das allein ist schon eine Leistung, denn Gesang ohne Instrumente kann schon mal schnell langweilig werden. Doch Basta hat auch am Freitagabend wieder dafür gesorgt, dass die Gute-Laune-Stimmung anhielt: mit einer lockeren Performance und mit passender Lichtinszenierung, mit tollen Songs und bester Gesangskultur. Lediglich die Zwischenmoderation war ziemlich lahm, aber das ist ja nun wirklich nebensächlich.

Großartig ist, wie die Tenöre William Wahl, René Overmann und Werner Adelmann, der neue Bariton Hannes Herrmann und Bass Arndt Schmöle gemeinsam singen: jeder ein sicherer Sänger und gemeinsam perfekt aufeinander abgestimmt. Da gelingen auch Jazzakkorde und vertrackte Rhyth­men scheinbar mühelos, und wenn sie stimmlich Instrumente imitieren, dann klingt es, als spiele im Hintergrund eine ganze Band mit Gitarren, Kontrabass, Pauken und Trompeten.

Die große Kunst des A-cappella-Harmoniegesangs wird bei Basta nicht erhaben, sondern fröhlich gefeiert. Ganz lässig treten die Jungs in Jeans und T-Shirt auf, und sie bewegen sich geschmeidig im Rhythmus der Songs. Passend dazu wechseln Choreografie und Licht: So bekommen nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen was geboten.

Heiterkeit und Selbstironie

Die Geschichten, von denen Basta singt, sind eher heiter, gern selbstironisch und häufig werden Verrücktheiten witzig kommentiert. »Ich bin laktosetolerant« ist ein solches Lied, in dem Hannes bekennt, er habe Hausverbot in Bars und Cafés, weil er lieber Kaffee mit Kuhmilch trinke als »Dinkeldrinks und Hafermilch aus Soja«. Den Partytourismus verspotten Basta in »Sodom und Gomera« und eine Hymne stimmen sie an auf ein gutes Frühstück, auch wenn dafür wechselnde Nachtbekanntschaften in Kauf genommen werden müssten.

Dass den Vokalisten, die Texte und Musik in der Regel selbst schreiben, immer wieder etwas Neues einfällt, zeigten sie mit dem Büroshanty »Cut, copy & paste«: einer witzigen Nummer im maritimen Stil über die Arbeit am Schreibtisch. Spaß machten auch das Lied eines Angebers »Ich Bass« und eine Sprachspielerei, in der Nachkommen vorfahren und Vorfahren nachkommen.

Richtig fetzig wurde das Programm zum Schluss, als Bass Arndt einen kaputten Automotor stottern und knattern ließ und die ganze Band zu »Legalize a cappella« über die Bühne tobte. Da klatschte, winkte und sang auch das Publikum voller Begeisterung mit.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5738876?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F