Mi., 16.05.2018

Asta Paderborn reagiert auf Drohungen gegen umstrittene Rapper »Strassenbande« tritt nicht auf

»187 Strassenbande« wird nicht auf dem Asta-Festival in Paderborn auftreten. Grund sind angekündigte Störaktionen.

»187 Strassenbande« wird nicht auf dem Asta-Festival in Paderborn auftreten. Grund sind angekündigte Störaktionen. Foto: imago

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Paukenschlag zwei Tage vor dem Asta-Sommerfestival in Paderborn: Am Dienstag hat die Studentenvertretung bekanntgegeben, dass der umstrittene Headliner nun doch nicht auftreten wird. Aus Angst vor Störaktionen, die gegen die Hip-Hop-Gruppe »187 Strassenbande« angekündigt wurden, hat der Asta den Auftritt der Gangsta-Rapper gestrichen.

Die aus diesen Störaktionen möglicherweise resultierenden Folgen »sind aus unserer Sicht leider nicht steuerbar und gefährden im schlimmsten Fall das friedliche und bunte Fest, dass das Asta- Sommerfestival immer war und auch in Zukunft bleiben soll«, heißt es in der Stellungnahme des Asta.

Organisator Dominik Nösner bestätigte auf Nachfrage, dass von verschiedenen Seiten Hinweise auf gezielte Aktionen gegen die Hamburger Band an die Organisatoren herangetragen worden seien. »Da mussten wir im Sinne der Sicherheit aller reagieren und haben uns mit dem Management der ›187 Strassenbande‹ so einigen können, dass sich der finanzielle Schaden im Rahmen hält.«

Kein Hoffen auf Erstattung

Wer sich die Tickets allerdings wegen »187 Strassenbande« gekauft hat, darf nicht auf eine Erstattung hoffen, da es sich um ein Festival- und nicht um ein Einzelkonzertticket eines Künstlers handele, teilt der Asta mit. Ein neuer Headliner für das mit 14.000 Besuchern ausverkaufte Festival sei aber bereits verpflichtet worden. Den Namen der Band dürfen die Organisatoren jedoch erst morgen bekanntgeben, was in sozialen Medien für großen Unmut sorgt. »Das liegt an Sperrklauseln in den Verträgen, weil die Band auch auf anderen Festivals spielt«, erläutert Nösner.

Die enttäuschten 187-Fans dürften sich aber auf einen ebenbürtigen Headliner freuen. Diese »Jungs«, so viel verrät der Asta, sollen allen Besuchern einen krönenden Festivalabschluss bereiten. Ins Rollen gekommen war die teilweise heftig geführte Diskussion über den Festival-Auftritt von »187 Strassenbande« im Zuge der Debatte rund um die Echo-Verleihung an die Rapper Farid Bang und Kollegah und deren als gewaltverherrlichend und antisemitisch kritisierten Texte.

Als gewaltverherrlichend und frauenverachtend kritisiert

Auch die Texte von »187 Strassenbande« werden als gewaltverherrlichend und frauenverachtend kritisiert. Das Präsidium der Uni Paderborn hatte sich deswegen von den Rappern distanziert, den Auftritt jedoch nicht verboten. Auch wenn die Texte nur schwer erträglich seien, komme man um eine Auseinandersetzung mit der Band nicht herum. Deshalb gab es eine gemeinsame Podiumsdiskussion zum Thema »Gewalt und Sexismus im Rap«.

Dominik Nösner: »Diese Diskussion war auch aus unserer Sicht gut und richtig. Die Mittel, mit denen jetzt Druck gemacht wurde, um doch eine Absage zu erreichen, waren es nicht.«

Lesen Sie auch unseren Kommentar zum Thema.

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