Mi., 16.05.2018

Die Bezirksregierung Detmold und die Kirchen entscheiden über die Anträge 33 Schulen wollen gemeinsamen Religionsunterricht

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Detmold (WB/bex). 33 Schulen in OWL, davon elf Grundschulen, wollen vom kommenden Schuljahr an einen gemeinsamen ­Religionsunterricht für katholische und evangelische Schüler anbieten. So viele Anträge sind bei der zuständigen Bezirksregierung in Detmold eingegangen.

Im September hatten mit Ausnahme von Köln alle katholischen Bistümer und die drei evangelischen Landeskirchen in NRW eine Vereinbarung über konfessionsübergreifenden Religionsunterricht getroffen. »Am Donnerstag werden wir gemeinsam mit Vertretern der evangelischen Landeskirche und des Erzbistums Paderborn über die Anträge beraten«, sagt die Leitende Regierungsschuldirektorin Rita Berens von der Bezirksregierung. In der ersten Junihälfte sollen die Schulen dann erfahren, wie über ihren Antrag beschieden wurde. Jede Schule musste ein eigenes Konzept und einen Lehrplan vorlegen.

Lehrer werden geschult

Die Schüler werden abwechselnd von evangelischen und katholischen Religionslehrern unterrichtet. »Diese werden zuvor eine mehrtägige Fortbildung besuchen«, erläutert Berens.

Der ­sogenannte konfessionell-kooperative Unterricht hat ganz pragmatische Gründe: Die Zahl christlicher Kinder ist rückläufig, immer seltener gibt es Religionsunterricht, den nur Schüler einer Konfession besuchen.

Erfahrungen aus dem Kreis Lippe

Schulen können unter anderem auf Erfahrungen im Kreis Lippe zurückgreifen. Dort gibt es bereits seit 2005 eine Sonder­regelung, die fast flächendeckend konfessionell-kooperativen Religionsunterricht an Grundschulen ermöglicht. Vielfach wird der überkonfessionelle Unterricht aber auch andernorts erteilt ­– faktisch in einer rechtlichen Grauzone. Diese gibt es jetzt nicht mehr.

Bei 33 gemeldeten Schulen spricht Hauptdezernentin Berens von einer »realistischen Zahl«. Weitere würden im folgenden Jahr hinzukommen. Im Vergleich mit anderen Regionen schneide OWL – von der Einwohner- und Schülerzahl immerhin der kleinste Regierungsbezirk in NRW – gut ab. »Nur im Regierungsbezirk Arnsberg sind es deutlich mehr Schulen als bei uns. Dort haben etwa doppelt so viele einen Antrag gestellt.« In OWL gibt es gut 600 ­öffentliche Schulen, die Hälfte sind Grundschulen.

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