Do., 17.05.2018

Schüler diskutieren mit Landrat über die Zukunft des Kreises »Wir brauchen junge Stimmen«

Landrat Manfred Müller schaute sich den Workshop »Ideen-Mining« an und diskutierte mit den Schülern.

Landrat Manfred Müller schaute sich den Workshop »Ideen-Mining« an und diskutierte mit den Schülern.

Paderborn (WB). Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen? Im Tunneleffekt eingefahrener Lösungsmodelle stehen? Wie man quer statt geradeaus denkt, haben 50 Schüler der Gesamtschule Elsen und des Ludwig-Erhardt-Berufskollegs im Kreishaus beim »Ideen-Mining« gelernt. 

»Ideen-Mining« ist ein Kreativworkshop. Übersetzt bedeutet der Name so viel wie »nach Ideen graben«. Im Fokus stand die künftige Entwicklung des Kreises Paderborn. »Wir brauchen die Stimme der jungen Generation. Es ist eure Zukunft, und es ist mir wichtig, zu wissen, was euch antreibt und wie ihr euch dafür die Rahmenbedingungen vorstellt«, sagte Landrat Manfred Müller.

Er besuchte den Workshop und diskutierte mit den Schülern. »Ich finde es schön, dass man uns nach unserer Meinung fragt und uns ernst nimmt«, sagte Marcel. Johann freute sich über den Einblick in die Arbeit beim Kreis Paderborn. »Es wurde beispielsweise erklärt, wie das mit dem Breitbandausbau funktioniert.«

Im »Ideen-Mining« wurden verschiedene Kreativmethoden benutzt. Das Besondere: Die Schüler wissen zu Beginn nicht, um was es geht. Verschiedene Fotos und Bilder sollten zunächst den Gedankenfluss der Jugendlichen anregen. »Sagt einfach alles, was euch gerade zu diesem Bild einfällt«, sagte Workshop-Leiter Marc Stallony. Er kam von der Universität Münster, die das »Ideen-Mining« im Jahr 2003 entwickelte.

Qualität des Lebens und Arbeitens im Kreisgebiet

Ein Referat von Dezernentin Annette Mühlehoff führte ins Thema ein. Sie warf die Frage auf, wie der Kreis sich in den nächsten Jahren entwickeln soll. Im Fokus stand die Qualität des Lebens und Arbeitens im Kreisgebiet.

Gerade in den Bereichen Nahverkehr, Freizeit und Arbeit sahen die Schüler Handlungsbedarf. »Ich wohne in Steinhorst – und die Busverbindung nach Paderborn ist nicht nur umständlich, sondern auch teuer«, sagte eine Schülerin. An Feiertagen fahre sogar gar kein Bus in die Stadt.

Die Schüler wünschten sich auch mehr Informationen und Kontakte zu den Unternehmen in der Region. Betriebsbesichtigungen, zusätzliche Praktika oder ein Berufe-Lexikon mit einem Firmenverzeichnis mit Unternehmen aus der Region nannten sie als mögliche Lösungen. Beim Thema Freizeit waren sich die Jugendlichen einig: »Das Leben darf nicht nur aus Schule bestehen.« Sie vermissten Angebote speziell für 16- bis 18-Jährige, Jugendtreffs und Discos. Landrat Müller hörte den Ideen und Anregungen der Jugendlichen zu und versprach, sie mit in die Verwaltung zu nehmen.

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