Mi., 13.06.2018

Brückenbau in Neuenbeken sorgt für mächtig Ärger Abriss spaltet das Dorf

Die Brücke Gogrevenstraße in Neuenbeken muss erneuert werden. Ein Abriss wäre wohl die schnellste und billigste Lösung – allerdings würde das Dorf räumlich gespalten. Das wollen viele Bewohner nicht. Alternativen werden nun gesucht.

Die Brücke Gogrevenstraße in Neuenbeken muss erneuert werden. Ein Abriss wäre wohl die schnellste und billigste Lösung – allerdings würde das Dorf räumlich gespalten. Das wollen viele Bewohner nicht. Alternativen werden nun gesucht. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn (WB). Eigentlich stößt die Renaturierung der Beke in Neuenbeken auf große Zustimmung der Bürger. Doch der im nächsten Jahr anstehende zweite Bauabschnitt weist einen Knackpunkt auf: die Brücke Gogrevenstraße.

Sie soll abgerissen werden, was eine Vollsperrung innerhalb des Dorfes bedeuten würde. Bewohner des Bekschen Bergs müssten dann für Ziele im Ort einen sechs Kilometer langen Umweg über Benhausen fahren, die Geschäfte im Ortskern fürchten um ihre Existenz.

Das alles war Anlass genug für Ortsvorsteher Christoph Quasten, auf einer Informationsveranstaltung mit Verwaltung und dem zuständigen Planungsbüro alle anstehenden Fragen zu klären und Alternativen zu klären. 70 Teilnehmer nahmen an der Bürgerversammlung teil.

Verkürzung auf drei Monate nicht möglich

Ingenieur Norbert Weinert, Geschäftsführer des Mindener Planungsbüros Sönnichsen, erläuterte, dass die Bauzeit für eine vor Ort gegossene Brücke sechs Monate betrage. Eine Verkürzung etwa auf drei Monate sei nicht möglich, allein schon wegen der Trocknungszeiten des Betons, die bis zu 28 Tage betrage. Eine Brücke aus Fertigbauteilen würde die Bauzeit ebenfalls nicht entscheidend verkürzen, da die 28 Meter lange Baugrube genauso ausgehoben wie die Brückenköpfe vor Ort gegossen werden müssten. Außerdem müsste die Brückenplatte aus statischen Gründen so dick sein, dass dann unterhalb der Brücke eine Engstelle provoziert würde, die den Hochwasserschutz nicht mehr gewährleiste.

Alternativ, so Weinert, sei aber ein halbseitiger Brückenbau technisch möglich, der einen Fahrstreifen der alten Brücke zunächst stehen lässt und nur die Gegenfahrbahn neu errichtet. Hier müsse dann nur eine Baustellenampel eingerichtet werden. Nach Fertigstellung der einen Hälfte wechseln Verkehr und Neubau dann einfach die Seite. Diese Art des Brückenbaus sei allerdings mit zehn bis zwölf Monaten erheblich zeitaufwändiger und kostenintensiver. Über den Umfang der Mehrkosten könne er ohne weitere Vorarbeiten keine Angaben machen. Voraussetzung für eine Umsetzung sei allerdings, dass die Statik der alten Brücke einen halbseitigen Teilabriss und ein Benutzen der verbliebenen Fahrbahn zulässt.

Busverkehr weiterhin gegeben

Joachim Krönke (Ordnungsamt) führte aus, dass bei einem Totalabriss der Brücke Gogrevenstraße und einer dadurch bedingten Vollsperrung eine innerörtliche Umleitung über die Straßen »An der Beke« und »Überwasserstraße« möglich sei. Diese soll für den ÖPNV eingerichtet werden, um die Bewohner des Bekschen Bergs nicht vom Busverkehr abzuschneiden. Er könne sich aus Sicherheitsgründen aber nicht vorstellen, hier auch den Autoverkehr umzuleiten, da die Straßen schmal seien und keinen abgetrennten Bürgersteig hätten.

Für Ortsvorsteher Christoph Quasten liegt der weitere Fahrplan auf der Hand: »Ich habe mich mit den anwesenden Ratskollegen Sascha Pöppe (FDP) und Ulrich Koch (SPD) darauf verständigt, einen im Bauausschuss bereits vorliegen Antrag zu erweitern und zu präzisieren.« Die Verwaltung soll beauftragt werden, unter statischen Aspekten die Machbarkeit des halbseitigen Brückenbaus zu klären und die Mehrkosten zu ermitteln. »Außerdem wollen wir wissen, unter welchen Rahmenbedingungen auch Autos die Nutzung einer Umleitungsstrecke ermöglicht werden kann«, berichtet Quasten weiter. Für alle politischen Akteure sei klar: »Diese Aufgabe können wir nur gemeinsam stemmen, um ein Verkehrschaos wie in Wewer und ein Sterben der in Neuenbeken dringend benötigten Geschäfte zu verhindern«, sagte der Ortsvorsteher.

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