Di., 26.06.2018

Kritik am Entwurf für das neue Bahnhofsgebäude Architekten fordern Wettbewerb

Der Bund deutscher Architekten in OWL kritisiert den Entwurf für den neuen Bahnhof und fordert einen städtebaulich/architektonischen Wettbewerb für das künftige »Gesicht der Stadt«.

Der Bund deutscher Architekten in OWL kritisiert den Entwurf für den neuen Bahnhof und fordert einen städtebaulich/architektonischen Wettbewerb für das künftige »Gesicht der Stadt«.

Paderborn (WB). Einen Architektenwettbewerb für den neuen Paderborner Hauptbahnhof fordert der Bund Deutscher Architekten (BDA) Ostwestfalen-Lippe. Schließlich gehe es dabei »um nicht weniger als um das künftige Gesicht dieser Stadt für Gäste, welches für Jahrzehnte die Stadt prägen wird«, schreiben Vorsitzender Rainer Mühl und der Borchener Architekt Peter Völse als Vorstandsmitglied.

Das Thema Paderborner Hauptbahnhof beschäftige die Stadt seit vielen Jahren wegen des schlechten baulichen Zustands des vorhandenen Bahnhofsgebäudes. Diese Innenwirkung belaste Fahrgäste und Besucher am meisten. Die Außenwirkung sei »unprätentiös«: ein Mittelgebäude mit Seitenflügeln, alles in keinem guten Zustand. Aber optisch füge es sich in das Stadtbild ein und gebe dem Bahnhof Raum, schreiben Mühl und Völse in ihrer Stellungnahme.

Die jetzt veröffentliche Entwurfsplanung kläre zwar die Situation für die Reisenden und Abholenden, zerstöre aber mit dem »massiven, in unharmonische Proportionen und Formen gesetzten Fassadenbild sowie der Masse jegliche Leichtigkeit, die der Situation angemessen wäre«. Sie negiere zudem die »städtebaulich wichtige Situation« eines großzügigen Bahnhofvorplatzes.

Entwurf reagiert auf die Baukörper Arbeitsamt und Finanzamt

Vordergründig reagiere der Entwurf auf die Baukörper Arbeitsamt und Finanzamt, allerdings ohne städtebauliche Sensibilität und Entwurfsqualität. Damit sollten sich Investor und Bürger nicht abfinden, fordert der BDA OWL. Beton könne mehr, wie die Bauten von Calatrava, Zaha Hadid und Chipperfield eindrucksvoll aufzeigten, meinen die Architekten und fragen: »Warum fordert die Stadt Paderborn nicht mindestens für den Entwurfspart des Investors einen verbindlichen städtebaulich/architektonischen Gestaltungswettbewerb, wie er vielerorts für Stadtqualität auch bei Investorenbauwerken von der öffentlichen Hand eingefordert wird?« Und das nicht nur, wenn die Stadt finanziell beteiligt sei wie in diesem Fall. Wettbewerbe für Kindergärten, für Stadtquartiere und die Stadtverwaltung führe die Stadt selbst durch.

»Da dürfte es für den Millionenzuschuss der Stadt doch durchaus die Bedingung des fairen Wettbewerbs für diese wichtige Zukunftsgestaltung geben«, meinen die Architekten. Zumal die Bahn als öffentlicher Verkäufer und Nutzer dem Wettbewerb verpflichtet sein sollte. Die Hektik vor der Ziellinie »neuer Bahnhof« dürfe jetzt nicht die Zukunft verspielen. Daher fordert der BDA OWL Verwaltung und Politik auf, diesen Wettbewerb einzufordern.

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