Do., 12.07.2018

Beute im Wert von 47.000 Euro: Paderborner Landgericht verurteilt drei Litauer Blitzeinbruch: teure E-Bikes gestohlen

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Von Ulrich Pfaff

Büren/Paderborn (WB). Die Kriminalistenweisheit, dass es Täter wieder zum Tatort zieht, dürften drei Litauer einmal zu oft beherzigt haben. Mittwoch hat das Landgericht Paderborn Haftstrafen gegen drei Einbrecher ausgesprochen, die in Büren mindestens zweimal dasselbe Fahrradgeschäft heimgesucht hatten.

47.000 Euro betrug der Wert der zehn Elektrofahrräder, die am 17. Januar aus dem Radgeschäft an der Fürstenberger Straße verschwanden. Das Muster des Diebstahls entsprach dem Einbruch, der zuvor am 6. Dezember in dasselbe Geschäft verübt worden war: In der Nacht wurde die Schaufensterscheibe zertrümmert, eine stattliche Menge an E-Bikes mit fünfstelligem Euro-Wert auf einen Transporter gehievt – und ab ging die Post, wohl direkt nach Litauen.

Ob es im Januar dieselben Täter waren wie im Dezember, konnte die Polizei nicht ermitteln. Aber die Einbrecher kamen bereits in der Nacht zum 31. Januar erneut nach Büren – ohne es zu wissen mit der Paderborner Polizei im Schlepptau, die mittlerweile dank internationaler Kontakte die Spur der Fahrraddiebe aufgenommen hatte. Ein 38-jähriger Litauer ging den Beamten direkt am Tatort ins Netz, ein 26-Jähriger, der als Spähposten mit einem Auto in der Nähe gewartet hatte, wurde ebenfalls gleich festgenommen. Ein weiterer Täter (35) wurde im Laufe des Tages zu Fuß in Büren geschnappt.

Wie ein Paderborner Ermittler vor der 1. Großen Strafkammer als Zeuge erklärte, hatte die Polizei im Dezember noch keine wichtigen Erkenntnisse gewinnen können. Allerdings gab der Blitzeinbruch im Januar wegen der gleichen Vorgehensweise Anlass, eine Funkzellenauswertung von Mobiltelefonen zu veranlassen – und die ergab eine identische litauische Telefonnummer, die in Büren an beiden Tattagen eingeloggt war. Kurz darauf sei über die litauischen Behörden ein Täterhinweis gekommen: Drei Männer seien auf dem Weg nach Deutschland, um Diebstähle zu begehen, und zwar in einem VW Passat mit britischem Kennzeichen.

Als das Trio am 29. Januar wieder nach Deutschland einreiste, verfolgte die Polizei durch Telefonüberwachung und später auch Observierung alle Schritte im Raum Paderborn. Und so waren die Beamten am 31. Januar schon zur Stelle, als die drei Litauer erneut zuschlagen wollten.

Die Verteidiger der Angeklagten versuchten angesichts der Beweislage gar nicht erst, den Prozess in die Länge zu ziehen und führten ein so genanntes Rechtsgespräch. Die Urteile fielen vor dem Hintergrund der Geständnisse entsprechend aus: jeweils drei Jahre Haft wegen schweren gemeinschaftlichen Diebstahls für den 38-Jährigen und den 26-Jährigen, zwei Jahre und zehn Monate für den 35-Jährigen, der anders als seine Mittäter in Deutschland noch nicht verurteilt worden war.

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