Fr., 13.07.2018

Glocken des Paderborner Domes werden gerade aufeinander abgestimmt - mit 360-Grad Video Liborius ist noch zu vorlaut

Die Liboriusglocke (oben), einst Star im Domgeläut, muss diese Rolle nun an die Christusglocke (unten) abgeben. Daran arbeiten Projektleiter, Björn Kastrup, Bauleiterin Monika Göddeker und Glockensachverständiger Dr. Gerhard Best zusammen mit Fachfirmen.

Die Liboriusglocke (oben), einst Star im Domgeläut, muss diese Rolle nun an die Christusglocke (unten) abgeben. Daran arbeiten Projektleiter, Björn Kastrup, Bauleiterin Monika Göddeker und Glockensachverständiger Dr. Gerhard Best zusammen mit Fachfirmen. Foto: Jörn Hannemann

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Seit 1951 hat die Liboriusglocke in Paderborn den Ton angegeben. »Sie kann sich noch nicht so ganz daran gewöhnen, dass das jetzt nicht mehr so ist«, beschreibt Dr. Gerhard Best mit einem Augenzwinkern die Herausforderung die die Glockenfachleute im Paderborner Dom gerade zu meistern haben. Sie intonieren im Turm das Stahlgeläut von 1951  mit den beiden neuen Bronzeglocken .

Nachdem die neuen Glocken vor einigen Tagen erstmals geläutet wurden, haben die Experten eine Woche lang intensiv an der Abstimmung gearbeitet. Am Donnerstag um 13 Uhr war dann der große Moment: Alle acht Glocken im Turm wurden gemeinsam geläutet, und unten auf dem Domplatz lauschten die Glockensachverständigen des Erzbistums, die Fachleute der beteiligten Firmen und Dompropst Monsignore Joachim Göbel andächtig und sehr aufmerksam.

»Ich bin zufriedener als letzte Woche, aber richtig zufrieden bin ich noch nicht«, stellte Best anschließend fest. »Wir müssen die neue große Glocke noch ein bisschen höher ziehen.« 

Der Klöppel soll die Bronzeglocke nicht beschädigen

Das heißt, sie soll bis zur Premiere des Geläuts am Samstag, 21. Juli, im Zusammenspiel mit der neuen Nummer zwei, der Liboriusglocke, noch dominanter werden. Damit sie dabei keinen Schaden nimmt, ist unter anderem Michael Plitzner, Geschäftsführer des Europäischen Kompetenzzentrums für Glocken mit Sitz in Kempten, mit im Expertenteam. »Wir forschen unter anderem daran, wie Kirchenglocken möglichst gut klingen, gleichzeitig aber auch nicht überbeansprucht werden«, erläutert er. Die 13,5 Tonnen schweren bronzene Christusglocke werde von einem 450 Kilogramm schweren Klöppel angeschlagen. »Der hat das Potential die Glocke kaputt zu schlagen«, weiß Plitzner.

Sechs Stahlglocken klingen bereits perfekt

Deshalb untersucht er zusammen mit Denis Spiess wie sehr der Klöppel der Glocke zusetzt und wird so genau sagen können, ob die Christusglocke Bests Wunsch entsprechend noch Luft nach oben hat. »Auch für mich ist das eine Herausforderung, ein Geläut mit Stahl- und Bronzeglocken aufeinander abzustimmen«, beschreibt er, was ihn an der Arbeit im Paderborner Domturm so fasziniert. Die anderen sechs Glocken sind übrigens nach Ansicht aller Experten bereits perfekt.

Premiere ist am Samstag 21. Juli

»Aber auch die vorhandenen Stahlglocken haben einen neuen Klang bekommen«, betont Gerhard Best. Er ist zuversichtlich, dass er in einer Woche vollkommen zufrieden sein wird. »Seit ich die neuen Glocken gehört habe, schlafe ich schon wieder besser«, sieht er der Premiere einigermaßen gelassen entgegen.

Am Samstag, 21. Juli, können sich die Paderborner dann ab 16 Uhr ein Bild davon machen, ob die große Christusbassglocke nun wirklich der neue Star im Domgeläut ist. Und auch in der Liboriwoche wird diese jeden Tag um 13 Uhr läuten, damit alle Interessierten sie hören können. »Dann wird auch deutlich, was wir Experten meinen, wenn wir von einem Klangteppich sprechen, den sie bilden soll«, verspricht der Glockensachverständige.

Kommentare

Gelaeut der Domglocken

Endlich ist es soweit,dass Schweigen der Domglocken hat bald ein Ende.
Es fehlte etwas in Paderborn,bald vorbei.
Freu mich schon.

1 Kommentare

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