Fr., 13.07.2018

Pläne für Nationalpark vor Aus: Militär will Truppenübungsplatz in der Senne weiter nutzen 200 britische Soldaten bleiben in Paderborn

Die Briten bleiben in der Senne.

Die Briten bleiben in der Senne. Foto: Oliver Schwabe

Paderborn (WB). 200 Soldaten der britischen Armee mit ihren Familienangehörigen werden am Standort Paderborn verbleiben. Darüber hinaus werden temporär britische Truppen vor Ort sein und den Truppenübungsplatz Senne weiter nutzen. Das haben Stadt und Kreis Paderborn am Freitag gemeinsam mitgeteilt.

Und das hat auch Auswirkungen auf die Senne. Denn die britischen Truppen werden somit den Truppenübungsplatz Senne weiter nutzen. Bemühungen, das Areal in einen Nationalpark umzuwandeln würden damit auf Eis gelegt. Am Donnerstag war eine Umfrage veröffentlicht worden, wonach 85 Prozent der Befragten in NRW die Einrichtung eines zweiten NRW-Nationalparks in der Heidelandschaft am Rande des Teutoburger Waldes gut.

»Etwa 600 bis 700 Briten werden somit weiterhin in Sennelager wohnen«, heißt es in der Pressemitteilung. Der Präsident des Landtags NRW, André Kuper, Paderborns Landrat Manfred Müller und Bürgermeister Michael Dreier sind demnach durch den Kommandierenden der Britischen Streitkräfte in Deutschland, Richard Clements, informiert worden.

»Klarheit für die Senne«

Sie begrüßen die Entscheidung: »Dadurch wird Klarheit für die Senne als militärisches Trainingsgebiet geschaffen«, betonen Kuper, Müller und Dreier. »Das ist eine sehr gute Nachricht für Paderborn, insbesondere für Schloß Neuhaus und Sennelager, da die Kasernen Athlone und Normandy sowie eine große Anzahl von Wohnungen weiter genutzt werden«, freut sich Bürgermeister Michael Dreier. »Gleichzeitig ist diese Entscheidung auch ein guter Tag für den Bundeswehrstandort Augustdorf«, bekräftigt Müller.

Verteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen habe ihm und Bürgermeister Michael Dreier vor einiger Zeit persönlich mitgeteilt, dass die Bundeswehr gerne die Briten als zusätzliche Nutzer der Senne sähe, um sie besser »auszulasten«. Darüber hinaus könnten auch weitere europäische Partner mit ihren Truppen die Senne nutzen.

Betreuung durch Biologische Station

Die Präsenz der Briten habe gezeigt, so die Fachleute, dass Naturschutz und militärische Nutzung in Einklang miteinander gebracht werden könnten. »Ich gehe davon aus, dass die fachkundige Betreuung durch die Biologische Station und die Naturschutzbehörden bleiben wird«, betont der Landrat. Durch die ständige Präsenz der Briten in Paderborn werde auch das Britische mit all‘ seinen kulturellen Facetten Paderborn erhalten bleiben.

»Die große Freundschaft und Herzlichkeit ist ja gerade bei der jüngsten Parade ›Freedom oft the City‹ deutlich geworden«, betonen Landrat Manfred Müller und Bürgermeister Michael Dreier. Sehr bedauerlich sei es natürlich, dass die Arbeitsverhältnisse mit den Zivilbeschäftigten gleichwohl beendet würden. »Wir werden weiterhin die Agentur für Arbeit darin unterstützen, Lösungen zu finden«, betonen beide.

Kommentare

Hurra

Keine Touristenfüße sondern Soldatenstiefel zertrampel auch in Zukunft den Sennesand.
Keine Mountainbiker sondern Panzerketten werden weiterhin die Landschaft schädigen.
Anstelle von zivilen Müll setzt man weiter auf Blindgänger und leere Rauchgranaten.
Und wenn der Borkenkäfer angreift stehen 200 Briten und die Nato bereit zur Abwehr.
Ein wirklicher Glücksfall für Owl.

Ein guter Tag für die Senne

Ein guter Tag für die Senne...
... so wird die Senne nicht von Touristen zertrampelt, von Schlangen und Bad Lippspringe zu gebaut und nicht zur Versuchsfläche von NABU und BUND. Weite Teile der Senne sind Vogelschutz- oder Naturschutzgebiete und unter liegen der Veränderungssperre. Das aus den ganzen Stauseen vor Jahren das Wasser abgelassen wurde ist das Ergebnis Grüner Politik aus Brüssel bei der EU. Etliche Pflanzen und Tiere die an und in den Seen lebten und auf der roten Liste standen sind jetzt weg! Inklusive eines Fischadler Pärchens am Haustenbachstausee. Noch mehr von dieser öko Politik und die Senne wäre nicht mehr unsere Senne wie wir sie kennen!
Und eins noch! Wenn die Senne Nationalpark würde dürfte keiner einfach durch sie Senne laufen, die Gefahr durch Blindgänger verletzt zu werden ist zu groß. Und räumen der Blindgänger würde nicht nur sehr viel Geld kosten sonder das Gesicht der Senne total verändern! Das wurde zum Beispiel bei Magdeburg auf dem Übungsplatz gemacht und zurück blieb tote Erde. Anders ging es auch nicht um alles heraus zu bekommen.

Das beste was passieren konnte!

Die Senne eignet sich in keinster Weise für einen Nationalpark. Und es ist unerklärlich wie man das Gegenteil behaupten kann.
Es handelt sich um einen TRUPPENÜBUNGSPLATZ. Dieser wird zweckgemäß genutzt und ist der Sache entsprechend mit Munition belastet. Und das bereits seit knapp 100 Jahren.
Wer will denn hier die Verantwortung übernehmen, wenn Zivilisten in das Gebiet eintreten? Insbesondere Schießanlagen, Panzerstraßen und Übungsdörfer wären doch das Highlight für die neugierige Masse.
Selbstverständlich kann man weitere 100 Jahre damit verbringen das Areal zu räumen, aber wo wäre der Sinn? Genau so wie die Senne heute ist, ist sie aufgrund der militärischen Nutzung. Eine unberührete Natur- und Tierwelt, keinerlei Touristen - und das darf gern so bleiben.
Und unsere britischen Freunde kaufen keinesfalls nur in der NAAFI ein, so ein Quatsch!
Jeder britische Soldat in und um PB ist von meiner Seite her willkommen, je mehr je besser für unsere Gesellschaft.

Senne bleibt Truppenübertragung

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist der größte Waldfriedhof Deutschlands. Die Gebiete um Rachel und Lusen bestehen aus Totholz, noch über 30 Jahre nach dem verheerenden Borkenkäferbefall nach einem Windwurf. Nach Ausweitung des Nationalparks stirbt auch der Wald um den großen Falkenstein. Eine Folge falschen Naturschutzes. Diese Katastrophe bleibt unserer Senne erspart und auch der Massentourismus, der die jahrelanger Arbeit der Naturschützer in der Senne mit Füssen tritt. Pflanzen werden so nicht einfach niedergetrampelt und Tiere in die Flucht geschlagen, weil Homo sapiens durch die Natur latscht ohne auf die empfindlichen Pflanzen zu achten, oder Motocross und Mountainbiketouren veranstaltet. An die Müllhaufen, die hinterlassen werden, muss man auch denken. Wenn man an die Randbezirke der Senne geht, sieht man immer mehr solcher wilden Müllhaufen. Er wird einfach aus dem Auto geworfen. Zuletzt noch die Selfies im Heidekraut oder im Moor mit dem artgeschützten Wollgras in der Hand. Allerdings müssen die gekippten Bäume vom Sturm Friederike auch beseitigt werden, sonst kommt der Borkenkäfer auch ohne Nationalpark Senne. Die Schäden sind ein Nährboden für den Käfer

Leider falsche Fakten...

Leider ist das nicht korrekt...

1. Die Senne wurde nicht durch das Militär zur artenreichsten Region in NRW, sondern trotz Militär. Weil eine landwirtschaftliche und industrielle Nutzung damit ausgeschlossen war. Das Sauerland hatte zum Beispiel leider nicht so ein Glück.
2. Die Senne bietet mindestens so viel wie der Naturpark Lüneburger Heide.
3. Es wird keine zivilen deutschen Beschäftigten mehr geben, steht doch im Artikel.Geld lassen die paar Verbliebenen wohl nur in ihren eigenen Duty-Free-Shops in Sennelager. Der wirtschaftliche Effekt ist daher negativ.
4. Auch zukünftig wäre die Senne für Wohmobile mit Tagestouristen nicht befahrbar. Eine touristische Erschließung der Region und eine Perspektive für Orte wie Sennelager gibt es daher nicht.
5. Was der amerikanische Präsident mit den Nato-Truppen in Deutschland zu tun hat? Nun... alles!

Freitag der 13. - ein guter Tag für die Selbe!

Welche Chance? Man kann die Senne wohl nicht mit dem Bayrischen Wald oder dem Wattenmeer vergleichen. Alleine die Größe der Senne ist dafür viel zu klein. Für eine touristische Nutzung bedarf es mehr als ein paar Quadratkilometer Heidelandschaft.
Und mal ganz ehrlich, die Senne in ihrer jetzigen Form ist erst durch den Truppenübungsplatz erstanden bzw. erhalten. Hunderte von Arbeitsplätzen hängen am Militär. Alle Einrichtungen dafür sind vorhanden und müssten nicht irgendwo neu gebaut werden.
Und die Soldaten bzw. deren Familien geben hier in der Region bestimmt mehr Geld aus als die zu erwartenden Tagestouristen in ihren Wohnmobilen. Also eine langfristige Sache welche durchaus gefeiert werden sollte.
Nur was der amerikanische Präsident damit zu tun hat....Grübel...genau der hätte die Senne eher zur industriellen Ausnutzung frei gegeben! Siehe Teile von US-Parks.

Freitag der 13. - ein schlechter Tag für die Senne!

Tja, das war sie wohl. Die große Chance für den Tourismus in Paderborn.
Dann wird Deutschland wohl weiterhin in den Bayerischen Wald uns ans Wattenmeer fahren und die Senne bleibt gesperrt. Ich frag mich nur, wie kurzsichtig Politik sein kann, um sowas auch noch zu feiern. Das verstehen wohl nur Typen wie Donald Trump.

7 Kommentare

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