Mi., 13.06.2018

B 1 neu: Vogelschutzgebiet im Weg Neue Variante im Gespräch

Von Marion Neesen

Salzkotten (WB). Ende August will Straßen.NRW die Salzkottener Bürgerinnen und Bürger über den Stand der Planungen zur B 1 neu informieren. Dazu wird es eine Bürgerversammlung in der Sälzerhalle geben. Schon jetzt scheint sich aber abzuzeichnen, dass die bislang kommunizierte Trasse in Frage steht.

Aus Richtung Paderborn kommend sollte die Bundesstraße kurz hinter dem Wäldchen rechts abschwenken und im Bogen nördlich um die Kernstadt herumgeführt werden, um hinter dem Haltiger Feld wieder auf die bestehende B 1 Richtung Geseke zu treffen. Die nördliche Umgehung wird im Bundesverkehrswegeplan als eine der Lösungsmöglichkeiten dargestellt. In nachfolgenden Planungsstufen könne sich der Verlauf verändern.

Seit etwa zehn Jahren Vogelschutzgebiet

Das Gebiet vom Wäldchen bis zur Scharmeder Straße ist jedoch seit etwa zehn Jahren Vogelschutzgebiet. Hier lebt und brütet die bedrohte Rohr- und Wiesenweihe, deren Nist- und Jagdgebiet durch die Bauwerke der neuen B1 zerschnitten würde. Bürgermeister Ulrich Berger bestätigte auf WV-Anfrage, dass eine alternative Trassenvariante näher Richtung Stadt rückt und das Gebiet westlich der Scharmeder Straße überplant werden könnte. Demzufolge müsste die B 1 neu aus Geseke kommend schon vor der Scharmeder Straße wieder auf die vorhandene Bundesstraße Richtung Paderborn geführt werden, wolle man das Vogelschutzgebiet Hellwegbörde nicht durchkreuzen. Die Salzkottener Ratsmitglieder sind am vergangenen Montag über den Stand der derzeitigen Planungen informiert worden.

Seit Jahrzehnten warten die Salzkottener auf eine Umgehung. Sie sollte bereits kurz hinter dem Wäldchen aus Paderborn kommend beginnen. Eine alternative Variante rückt den Beginn jetzt bis hinter die Scharmeder Straße Richtung Stadt.

»Es gibt eine Reihe von Haupt- und Untervarianten, aber noch keine, von der wir sagen: Diese drängt sich auf«, verweist Lars Voigtländer, Abteilungsleiter Planung bei der Regionalniederlassung Sauerland/Hochstift von Straßen.NRW, darauf, dass bisher noch nichts entschieden sei. »Es gab bei der Planung kein Denkverbot«, so Voigtländer. Er will den Salzkottenern während der Bürgerversammlung am 29. August die Überlegungen erläutern. Dabei sollen keine Probleme vorgestellt, sondern Lösungen aufgezeigt werden. Eine deutliche Verzögerung aufgrund der nun möglicherweise neuen Trassenführung erwartet Voigtländer nicht. »Wir haben ja in den vergangenen Jahren geplant«, verweist der Abteilungsleiter auf bis dato geleistete Vorarbeit. Natürlich hätten Problemstellungen auch zeitliche Auswirkungen, es dauere aber deswegen nicht zehn Jahre länger. Derzeit stellt Straßen.NRW die Unterlagen für ein Planfeststellungsverfahren zusammen. Zum Zeitpunkt der ersten Planungen gab es das Vogelschutzgebiet dort noch nicht, gleichzeitig hat sich die Schützenswertigkeit der Rohr- und Wiesenweihe erhöht, so dass schon der Verlust eines Brutpaares schwer wiegt.

Trassen-Findung wichtig

»Wir sind zunächst einmal froh, dass es überhaupt weitergeht und sich die B 1 neu weiterhin im Bundesverkehrswegeplan 2030 im vordringlichen Bedarf befindet«, sagt Bürgermeister Ulrich Berger. Es sei wichtig, eine Trasse zu finden, die auch unter den Salzkottener Bürgern Akzeptanz finde. Herr des Verfahrens ist die Stadt Salzkotten allerdings nicht. In der Bürgerversammlung im August sollen die Teilnehmer Gelegenheit bekommen, ihre Fragen zu stellen. Der Bundesverkehrswegeplan 2030 stellt die verkehrspolitischen Weichen für die nächsten 10 bis 15 Jahre. Die Umgehungsstraße ist mit einer Länge von 6,1 Kilometern geplant worden, wobei Kosten in Höhe von 25,7 Millionen Euro ermittelt wurden (Stand 2014). Nach der Bürgerversammlung Ende August soll das Planfeststellungsverfahren erarbeitet werden, wozu Eingaben gemacht werden können. Ist das Verfahren genehmigt, kann außerdem dagegen geklagt werden, so dass ein Baubeginn nicht vorhersehbar ist.

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