Fr., 13.07.2018

Servicebüro Innenstadt wird gut angenommen – Sebastian Otto zapft Fördertöpfe an Oft hilft schon ein bisschen Farbe

Neue Fenster, auch dank des Hof- und Fassadenprogramms: Immobilienbesitzer bekommen Unterstützung, wenn sie in ihre Gebäude investieren. Diese müssen nicht, wie die Alte Post, denkmalgeschützt sein. Sebastian Otto zeigt, wie es geht.

Neue Fenster, auch dank des Hof- und Fassadenprogramms: Immobilienbesitzer bekommen Unterstützung, wenn sie in ihre Gebäude investieren. Diese müssen nicht, wie die Alte Post, denkmalgeschützt sein. Sebastian Otto zeigt, wie es geht. Foto: Marion Neesen

Von Marion Neesen

Salzkotten (WB). Wer durch die Salzkottener City spaziert, den interessieren womöglich die Auslagen in den Schaufenstern, oder wie lang die Schlange an der Eisdiele ist. Sebastian Otto flaniert anders. »Wir richten unseren Blick schon auch nach oben«, sagt der 34-Jährige über sich und seinen Kollegen Andreas Mayer. Denn ihre Mission lautet schönere Innenstadt.

Sebastian Otto ist diplomierter Stadtplaner, sein Kollege Architekt. Gemeinsam arbeiten sie für das Büro Junker und Kruse – und auch für die Salzkottener Bürger. Denn sie sind die richtigen Ansprechpartner im Servicebüro Innenstadtentwicklung in der Lange Straße, wenn jemand sein Haus streichen oder etwas sanieren möchte. Sebastian Otto hat zwar nicht die Taschen voller Geld, aber er weiß, wie Immobilienbesitzer es bekommen können. Er hilft dabei, den Fördertopf des Hof- und Fassadenprogramms anzuzapfen.

Wenn Sebastian Otto den Blick nach oben richtet, sieht er oft, dass ein neuer Anstrich schon viel zu einem schöneren Stadtbild beitragen könnte. »Aber auch der Gestaltung von Werbeanlagen und Schaufenstern gilt unsere Aufmerksamkeit. Zudem schauen wir, wie die Substanz der Gebäude oder die Gliederung der Fassade ist. Gibt es vielleicht historische Elemente, die sich herausarbeiten lassen?«, erläutert Otto.

Servicebüro schreibt Erfolgsgeschichte

Das Servicebüro der Stadt hat im Dezember seine Türen geöffnet und schreibt schon jetzt eine kleine Erfolgsgeschichte. Hatten Hauseigentümer bis dato nur spärlich Fördermittel angefragt, so werden derzeit 480.000 Euro an 18 Objekten »verarbeitet«. Knapp 30 Hauseigentümer sind in der Beratung. »Bis zu 30 Euro pro Quadratmeter und maximal 10.000 Euro Fördergeld können Immobilienbesitzer bekommen«, sagt Sebastian Otto, »für viele, die sowieso etwas an ihren Häusern machen wollten, sind die Fördermittel oft ein letzte ›Schubs‹, der noch gefehlt hat.« In den Genuss kommen Antragsteller, deren Eigentum sich in den innerstädtischen Grenzen des Salzkottener Integrierten Handlungskonzeptes befindet. Schöner Nebeneffekt sei die lokale Wirtschaftsförderung. Denn 99 Prozent der Sanierungswilligen beauftragten heimische Handwerker, weiß Sebastian Otto.

Die Tür des Servicebüros steht den Salzkottener Bürgern offen. Markus Sprenger, Ludwig Bewermeier, Sebastian Otto und Bürgermeister Ulrich Berger (von links) ziehen eine erste Erfolgsbilanz.

»Es zeigt sich, dass sich in der Innenstadt etwas tut, und das war ja auch das Ziel, als wir das Innenstadtbüro eingerichtet haben«, sagt Bürgermeister Ulrich Berger, »wir haben die Erfahrung gemacht, dass Fördergelder nicht so aktiv abgerufen werden, wie wir uns das vorgestellt haben, wenn man nicht entsprechend Werbung dafür macht.«

Städtebauliche Beratung

Der Charme des Servicebüros sei es, so auch Fachbereichsleiter Stadtentwicklung Ludwig Bewermeier, dass Interessierte sich dort städtebauliche Beratung holen können und Hilfestellung bei den Anträgen bekommen, vor denen sich so mancher scheut. »Wir helfen in allen Verfahrensschritten; ob bei der Antragstellung oder bei Vorgaben für Handwerker«, bestätigt Sebastian Otto. Oft haben die Experten auch eine Gestaltungsidee parat. Zwar bekämen Interessierte entsprechende Auskünfte auch im Rathaus. Der große Unterschied sei aber, dass die Mitarbeiter sichtbar und präsent im Servicebüro säßen.

Im Innenstadtbüro bekommen Bürger aber nicht nur Unterstützung, wenn sie ihre Häuser aufhübschen wollen. Im Schaub-Gebäude an der Lange Straße 13 hat ebenso Salzkotten Marketing eine Anlaufstelle. Peter Finke und Miriam Arens sind Ansprechpartner unter anderem für Einzelhändler, wobei es oft darum geht, leer stehende Geschäfte wieder zu vermitteln. Richtung Thüler Tor hätten jüngst leer stehende Räume wieder belegt werden können, freut sich Bürgermeister Berger. Aber es gebe auch einige Räumlichkeiten, die aufgrund des baulichen Zustandes nicht vermietbar seien. »Das Thema Leerstand ist ein kontinuierlicher Prozess, bei dem man nie sagen kann, man ist durch, es gibt keinen Leerstand. Wichtig ist, dass die Vermieter wissen, mit Salzkotten Marketing einen Ansprechpartner zu haben«, sagt der Bürgermeister.

Thema Solartechnik

Sprechzeiten im Servicebüro bietet zudem Klimaschutzmanagerin Petra Tesche-Soeberdt an. Mehr als 30 Interessierte hatten sich jüngst zum Thema Solartechnik beraten lassen. »Uns zeigt das, dass das Konzept Innenstadtbüro bislang aufgegangen ist«, sagt Ulrich Berger, »wer mit offenen Augen durch die Lange Straße, Klingelstraße und Vielser Straße geht, sieht, dass schon einiges passiert ist. Man sieht aber auch, dass einiges noch Potenzial hat, verschönert zu werden; immer mit dem Ziel, dass unsere Innenstadt schöner und auch für den Einzelhandel attraktiver wird.«

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