Di., 03.05.2016

Bosseborn befindet sich im Schockzustand Nach Mordfällen: Dorffest abgesagt

Am Wochenende soll gefeiert werden. Jetzt erwägt der Heimatschützenverein, das Fest abzusagen.

Am Wochenende soll gefeiert werden. Jetzt erwägt der Heimatschützenverein, das Fest abzusagen. Foto: Dennis Pape

Von Ingo Schmitz

Höxter (WB). Ein kleines Dorf im Schockzustand: Bosseborn hat nur 529 Einwohner und steht seit vergangenem Freitag bundesweit im negativen Rampenlicht . Das für dieses Wochenende geplante Dorffest wurde deshalb jetzt abgesagt.

Am 7. und 8. Mai hätte die Veranstaltung des Heimatschützenvereins stattfinden sollen. Kranzniederlegung, Festumzug, Tanz im Festzelt und Frühschoppen am nächsten Tag standen auf dem Programm. Organisator Richard Niederprüm hat sich am Dienstagabend mit dem erweiterten Vorstand des Vereins zur Krisensitzung getroffen. Es ging um die Entscheidung, ob das Fest stattfinden kann oder abgesagt werden soll. Niederprüm: »Die Tendenz geht dazu, das Fest abzusagen.« Niemand könne sich im Moment vorstellen, dass die Bosseborner unter dem Eindruck der Geschehnisse entspannt und gelassen feiern können. Zu schrecklich seien die Details, die nun offenkundig werden. Andererseits gibt es Stimmen, die sagen: »Was haben wir mit den Beschuldigten zu tun? Auch keines der Opfer kommt aus Bosseborn.« Wer sich durchsetzen wird, werde sich zeigen.

Alexander Fischer ist seit 2009 Bürgermeister von Höxter. Es ist die bislang entsetzlichste Gewalttat, die sich in seiner Amtszeit in der Stadt ereignet hat. 2005 gab es eine mutwillig herbeigeführte Hausexplosion, bei der Teile der Altstadt in Schutt und Asche gelegt wurden. Damals starben drei Menschen. Der aktuelle Fall in Bosseborn nehme ihn mit, sagt Fischer. »Man weiß nicht, was noch zu Tage kommt. Ich bin in Gedanken bei den Menschen vor Ort. Sollte das Fest am Sonntag stattfinden, dann werde ich dort sein, um die Bürger zu unterstützen«, sagte Fischer noch am Dienstagnachmittag.

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