Mi., 08.02.2017

50-jähriger Dachdecker aus Höxter will Gebäude sanieren Ein Schotte kauft das »Horror-Haus«

Der gebürtige Schotte Dave Macleod (50) ist neuer Eigentümer des »Horror-Hauses« von Höxter-Bosseborn. Eine Belastung durch das ungebrochen weltweite Medieninteresse an dem mehr als 80 Jahre alten Gebäude sieht der Dachdecker nicht.

Der gebürtige Schotte Dave Macleod (50) ist neuer Eigentümer des »Horror-Hauses« von Höxter-Bosseborn. Eine Belastung durch das ungebrochen weltweite Medieninteresse an dem mehr als 80 Jahre alten Gebäude sieht der Dachdecker nicht. Foto: Michael Robrecht

Höxter (WB). Zum Schnäppchenpreis hat ein Schotte das  »Horror-Haus« von Höxter-Bosseborn erworben. Den neuen Eigentümer Dave Macleod hat die traurige Vergangenheit des Gebäudes nicht abgeschreckt.

Die Alteigentümerfamilie hatte ihren ursprünglichen Plan aufgegeben,  das 1930er-Jahre-Haus abzureißen,  und dem 50-jährigen Dachdecker die Immobilie für weniger als  5000 Euro überlassen. Er werde das Haus Saatweg 6 in diesem Frühjahr sanieren, ausgeräumt worden sei es schon, nachdem die Polizei die Freigabe erteilt habe. »Das  ganze belastete Interieur   ist inzwischen abgefahren  worden«, erklärte der neue Hausbesitzer.

Der seit 1989 in Dalhausen, Bredenborn und Höxter ansässige Handwerker hat nur kurz darüber nachgedacht, ob man solch ein belastetes Anwesen aus moralischen Gründen überhaupt erwerben könne. »Doch nicht das Haus ist schlecht, sondern die Menschen, die darin andere gequält haben«, meint der Schotte.  Deshalb habe er kein Problem mit dem Umbauprojekt.

Dem Ort Normalität zurückgeben

Dave Macleod will angeblich  dem kleinen Ort Bosseborn ein bisschen Normalität zurückgeben, wenn das »Horror-Haus« renoviert, bezogen  und hoffentlich bald aus den Schlagzeilen ist. Der Dachdecker will das Haus vermieten, vielleicht auch selbst einziehen und die Scheune für seinen Dachdeckerbetrieb nutzen.

Zu Silvester habe er mit einem Freund spontan über den Kauf nachgedacht. »Ich habe meine weise alte Tante in Schottland angerufen und ihr von meinen Plänen erzählt: Die sagte, dass es in so einem Mörder-Haus böse Geister und merkwürdige Dinge geben könne. Ich solle vorsichtig sein. Aber: Ich bin gläubig, nicht abergläubisch.« Darum habe er den vier Teileigentümern aus Bosseborn Geld auf den Tisch gelegt und das Haus gekauft.

Boulevardmedien behalten Exklusivrechte

Für Fotografen darf Dave Macleod  die Wohnräume auf bestimmte Zeit nicht öffnen: Zwei Boulevardmedien hätten sich die Exklusivfotorechte längerfristig von den Alteigentümern gesichert. Zuwiderhandlungen kosteten ihn sonst viel Geld, das habe er mit dem Kaufvertrag sogar unterschreiben müssen.

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