Di., 21.02.2017

Zwölfter Verhandlungstag: Zeugen werden gehört – Liveticker nicht gestattet Bosseborn-Prozess wird mit Zeugenaussagen fortgesetzt

Der Prozess um das »Horror-Haus« von Bosseborn geht in den zwölften Verhandlungstag.

Der Prozess um das »Horror-Haus« von Bosseborn geht in den zwölften Verhandlungstag. Foto: Ludmilla Ostermann

Von Ludmilla Ostermann

Höxter/Paderborn (WB). Am zwölften Verhandlungstag im Prozess um das »Horror-Haus« von Höxter-Bosseborn ist die Befragung der Zeugen fortgesetzt worden. Erstmals nicht erlaubt ist die Liveberichterstattung aus dem Gerichtssaal des Landgerichts Paderborn. 

Dem zugrunde liegt ein richterlicher Beschluss des vorsitzenden Richters Bernd Emminghaus . Die Infos zur Sitzung folgen in den Pausen.

Weil ein Zeuge erkrankt ist, beginnt der zwölfte Verhandlungstag mit 45 Minuten Verspätung. 

Ehepaar H. und der Autokauf

Das Ehepaar H. aus Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke), bei dem die Angeklagten im Frühjahr 2016 ein Auto gekauft hatten, sagt zuerst aus. Damals seien die beiden in Begleitung einer jungen Frau (dem späteren Opfer Susanne F.) gewesen.

Angelika soll laut Zeugin H. sehr schweigsam gewesen sein. Ein richtiges Gespräch soll nicht wirklich stattgefunden haben. Vor allem sei sie durch eisen rasanten Fahrstil bei einer Probefahrt aufgefallen. Wilfried W. habe hingegen einen sympathischen Eindruck bei ihr hinterlassen.

Während des Autokaufs sollen Wilfried W. und Susanne F. einen sehr verliebten Eindruck hinterlassen haben, ergänzt Zeuge H. 

Zeugin J. und die Autopanne

In der Nacht des 21. April klingelte die Angeklagte bei der Zeugin im niedersächsischen Lenne, nachdem sie mit ihrem Auto auf dem Weg nach Bad Gandersheim (um Susanne F. zurück nach hause zu bringen) liegengeblieben waren. Angelika W. habe sie um einen Anruf bei einem Taxiunternehmen gebeten. Das habe sie getan. 

Später habe sie gesehen, wie an dem liegengebliebenen Wagen eine Person von einem Krankenwagen abtransportiert wurde. Die Angeklagten hätten laut Zeugin J. dabei teilnahmslos gewirkt.

Am nächsten Tag habe sie die Angeklagte und zwei Männer gesehen, die das Auto abholten, berichtet J.

Zeuge B. und der Rettungseinsatz

Der Rettungsassistent aus Emmertal war in der Nacht des 21. April im Einsatz. Er sei zu einem Einsatz mit einer krampfenden Person (Susanne F.) gerufen worden, sagt Zeuge B. aus. 

Die Frau sei stark unterkühlt gewesen, habe nur ein Trägershirt getragen. Sie habe auch ungepflegt und abgemagert ausgesehen und sei nicht ansprechbar gewesen. »Oh oh, die sie tot aus«, habe sein Kollege beim ersten Anblick der Frau gesagt. Im Krankenhaus habe der Zeuge dann festgestellt, dass Susanne F. Strangulationsverletzungen hat. 

Die Angeklagten hätten sich während des Einsatzes im Hintergrund gehalten und teilnahmslos gewirkt, schildert der Zeuge. 

Da ein weiterer Zeuge erkrankt ist, wird sich die Mittagspause nun 14 Uhr hinziehen.

Zeugin L. - nicht da

Nach der Mittagspause soll es mit der Befragung der Zeugin L. weitergehen. Doch die für 14 Uhr geladene Zeugin ist nicht anwesend. Auch telefonisch sei sie nicht zu erreichen gewesen, berichtet Richter Bernd Emminghaus. Offenbar hatte die Zeugin eine falsche Telefonnummer angegeben.

Staatsanwalt Ralf Meyer beantragt ein Ordnungsgeld gegen die Frau festzusetzen, für den Fall, dass die ordnungsgemäße Ladung nachgewiesen wird und eine Entschuldigung nicht vorliegt.

Das bedeutet, der zwölfte Verhandlungstag endet frühzeitig. Am 28. Februar wird die Verhandlung fortgesetzt. Dann will Wilfried W. sich zu den Vorwürfen gegen ihn äußern. 

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