Di., 20.06.2017

Die Öffentlichkeit hat am Landgericht Paderborn keine Möglichkeit, Einblick zu nehmen Bosseborn-Prozess: Horror-Paar filmte seine Opfer

Angelika W. am 20. Juni im Landgericht Paderborn.

Angelika W. am 20. Juni im Landgericht Paderborn. Foto: Christian Althoff

Paderborn (WB/ca). Das Landgericht Paderborn setzt seit 9 Uhr den Prozess gegen das sogenannte Horror-Paar von Höxter fort. Im Mittelpunkt des Verhandlungtages stehen Handyvideos, die die Angeklagten von ihren Opfern gemacht hatten.

Einige dieser Dateien waren bei der Festnahme des Paares im April 2016 bereits gelöscht und konnten von der Polizei wiederhergestellt werden.

Wilfried W. Foto: Oliver Schwabe

Seit 10.30 Uhr spielt der Vorsitzende Richter Bernd Emminghaus die Videos auf einem Laptop ab, der auf dem Richtertisch steht. Der Staatsanwalt, die Angeklagten, die Verteidiger und die Sachverständigen haben sich hinter der Richterbank versammelt, um sich die Videos anzusehen. Die Öffentlichkeit hat keine Möglichkeit, Einblick zu nehmen.

Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen zeigen die Videos die kahlrasierten und entkräfteten Opfer Annika W. und Susanne F. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie vor allem von Wilfried W. gedreht wurden.

Angelika W.s Verletzungen

Im weiteren Verlauf der Verhandlung befragte das Gericht die Rechtsmedizinerin Dr. Katrin Heuberger. Sie hatte die Angeklagte Angelika W. im vergangenen Jahr wenige Tage nach der Festnahme untersucht. Die Ärztin sagte am Vormittag, Angeliga W. habe etliche ältere Narben im Gesicht, an Armen, Händen, der Brust und dem Rücken gehabt. Diese Narben seien durch stumpfe und scharfe Gewalt sowie durch Hitze entstanden.

Die schwerste Verletzung sei eine 45 Zentimeter lange Narbenplatte, die sich vom Hals über die linke Schulter und die Achsel auf dem linken Oberarm erstrecke. Sie sei wahrscheinlich auf eine Verbrühung zurückzuführen. Angelika W. hatte zum Prozessauftakt angegeben, ihr Ex-Mann habe sie unter der Dusche mit heißem Wasser verbrüht.

Auf Frage des Verteidigers Detlev Binder sagte die Rechtsmedizinerin, theoretisch könne man sich eine solche Verbrühung auch selbst beibringen. Mit 70 Grad heißem Wasser dauere es weniger als fünf Sekunden, um eine derart große Wunde zu verursachen.

Hintergrund

Die bisherige Berichterstattung seit der Festnahme des Paares haben wir auf einer Themenseite zusammengestellt: www.westfalen-blatt.de/OWL/Kriminalfall-Hoexter-Bosseborn.

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